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Flüchtlinge im Exil

Dear Germany | "Frieden und Sicherheit sind nicht alles"

Wie blicken geflüchtete Journalisten auf ihr neues Leben in Deutschland? In der DW-Videoserie "Dear Germany" fordert Moses Ebokorait eine bessere Arbeitsmarktpolitik - damit Flüchtlinge auch Karriere machen können.

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Dear Germany | "Frieden und Sicherheit sind nicht alles"

Fünf Journalisten aus Syrien, Uganda, Afghanistan, Pakistan und Aserbaidschan haben sich auf das Projekt "Dear Germany"  eingelassen. Die Deutsche Welle wollte wissen: Wie ergeht es ihnen - ein, zwei oder eben acht Jahre nach ihrer Flucht? Wie denken sie über ihre neue Heimat? Was frustriert sie, worauf hoffen sie? Was wäre, wenn sie einfach mal alles aufschreiben könnten, einen Brief an Deutschland verfassen? Die Idee von "Dear Germany" war geboren.

Gemeinsam mit der DW schrieb jeder Teilnehmer einen offenen Brief an Deutschland. So unterschiedlich wie die Lebensläufe der geflüchteten Journalisten, so unterschiedlich fielen auch die Videobotschaften bei "Dear Germany" aus.

Wo bleibt der berufliche Erfolg? 

Der Journalist Moses Ebokorait schrieb in seiner Heimat Uganda über Korruption und Vetternwirtschaft - und machte sich so viele Feinde. Zwar fühlt er sich in Deutschland sicher, doch die berufliche Perspektive bleibt aus. Seit acht Jahren ist er schon in der Bundesrepublik, sein Bleiberecht ist gesichert. Dennoch ist er frustriert, weil er keine adäquate Arbeit gefunden hat. "Wundert sich niemand, dass es Migranten schwerfällt, ihre Karriere fortzusetzen, auch wenn sie gut integriert sind? Als Journalist mit Migrationshintergrund bin ich enttäuscht, dass ich immer noch keinen Job gefunden habe."

Mittlerweile lebt er in Augsburg und verdient er sich etwas Geld, in dem er Webseiten zusammen baut, doch davon leben kann der ehemalige Enthüllungs-Journalist eher schlecht. Deshalb lautet sein Appell: "Frieden und Sicherheit sind nicht alles. Migranten müssen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das ist die beste Lösung für die sogenannte 'Flüchtlingskrise'."

Reporter als "Verräter" 

Laut "Reporter ohne Grenzen" behindern in Uganda viele Gesetze eine freie Presse und Berichterstattung. Kritische Medien dürfen einfach geschlossen werden. Journalisten, die über Proteste berichten, werden sogar tätlich von Polizisten oder Militär angegriffen. Mehrfach wurden Reporter auch schon wegen Hochverrats angeklagt - darauf kann die Todesstrafe stehen. 

Die gefährlichsten Länder für Journalisten sind nach wie vor Syrien, Afghanistan, Mexiko, der Irak und der Jemen. "Reporter ohne Grenzen" zählte für das vergangene Jahr insgesamt 74 Morde an Medienschaffenden, 53 wurden gezielt wegen ihrer Arbeit getötet. Andere starben während eines Einsatzes. Doch auch aus Ländern wie Aserbaidschan und der Türkei müssen zunehmend immer mehr Journalisten fliehen, sagt Jens-Uwe Thomas von "Reporter ohne Grenzen". Nach ihrer Flucht nach Deutschland müssen sie ganz von vorne anfangen - und sich oftmals zunächst von ihrem Traumberuf verabschieden. Schon der Prestigeverlust wiegt schwer. "Das ist sicherlich frustrierend", sagt Thomas. 

 

Dear Germany | Fünfteilige Video-Serie
Realisation und Konzept: Madelaine Meier
Kamera und Schnitt: Madmo Cem Adam Springer
Redaktion: Verica Spasovska

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