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Journalisten im Exil

Dear Germany | "Der Journalismus wurde meine große Liebe"

Wie blicken geflüchtete Journalisten auf ihr neues Leben in Deutschland? In der DW-Videoserie "Dear Germany" berichtet Shakila Ebrahimkhil von ihrem Start in einer Kleinstadt. Ihre Kinder haben Pläne - und sie?

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Dear Germany | "Der Journalismus wurde meine große Liebe"

Fünf Journalisten aus Syrien, Uganda, Afghanistan, Pakistan und Aserbaidschan haben sich auf das Projekt "Dear Germany"  eingelassen. Die Deutsche Welle wollte wissen: Wie ergeht es ihnen - ein, zwei oder eben acht Jahre nach ihrer Flucht? Wie denken sie über ihre neue Heimat? Was frustriert sie, worauf hoffen sie? Was wäre, wenn sie einfach mal alles aufschreiben könnten, einen Brief an Deutschland verfassen? Die Idee von "Dear Germany" war geboren.

Gemeinsam mit der DW schrieb jeder Teilnehmer einen offenen Brief an Deutschland. So unterschiedlich wie die Lebensläufe der geflüchteten Journalisten, so unterschiedlich fielen auch die Videobotschaften bei "Dear Germany" aus.

"Bei Null anfangen"

Die 34-jährige Fernsehreporterin Shakila Ebrahimkhil führte ein schwerer Schicksalsschlag in den Journalismus: Ihr Mann wurde von der Taliban getötet. Sie entschloss sich, in die Medien zu gehen und den Unterdrückten eine Stimme zu geben. Ihre Themen hatten es in sich: Korruption, Frauenrechte und "Warlords". Ebrahimkhil arbeitete unter höchster Lebensgefahr.

2016 sprengte die Taliban schließlich einen Wagen des Senders in die Luft, sieben Kollegen starben und zwanzig wurden verletzt. Die Star-Reporterin bekam per Video Morddrohungen. Sie floh nach Deutschland und lebt mittlerweile mit ihren Kindern in einer hessischen Kleinstadt. "Obwohl wir hier in Sicherheit leben und alles haben, was wir brauchen, ist das Leben nicht einfach. Wir müssen bei Null anfangen", sagt sie in ihrem Brief an Deutschland. Ihre Kinder haben bereits Pläne, die Tochter möchte Fußball spielen lernen, der Sohn Soldat werden. Ebrahimkhil hofft ebenfalls auf eine Zukunft - als Journalistin. "Liebes Deutschland, ich will ein vollwertiges Mitglied deiner Gesellschaft werden, meine Steuern zahlen wie jeder andere."

Schwieriges Pflaster für Journalistinnen 

Mit Hilfe ausländischer Unterstützung hat sich in Afghanistan eine bunte Medienlandschaft entwickelt, erklärt "Reporter ohne Grenzen".  Islamkritische Berichte sind jedoch untersagt. Vor allem Islamgesetze und Korruption sind heikle Themen, die die Wut der Taliban nach sich ziehen können. Gerade Journalistinnen werden eingeschüchtert und angegriffen - oft ohne Konsequenzen für die Täter. 

Die gefährlichsten Länder für Journalisten sind nach wie vor Syrien, Afghanistan, Mexiko, der Irak und der Jemen. "Reporter ohne Grenzen" zählte für das vergangene Jahr insgesamt 74 Morde an Medienschaffenden, 53 wurden gezielt wegen ihrer Arbeit getötet. Andere starben während eines Einsatzes. Doch auch aus Ländern wie Aserbaidschan und der Türkei müssen zunehmend immer mehr Journalisten fliehen, sagt Jens-Uwe Thomas von "Reporter ohne Grenzen". Nach ihrer Flucht nach Deutschland müssen sie ganz von vorne anfangen - und sich oftmals zunächst von ihrem Traumberuf verabschieden. Der Prestigeverlust wiegt schwer. "Das ist sicherlich frustrierend", sagt Thomas. 

 

 

Dear Germany | Fünfteilige Video-Serie
Realisation und Konzept: Madelaine Meier
Kamera und Schnitt: Madmo Cem Adam Springer
Redaktion: Verica Spasovska

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