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Aktuell Asien

De Maizière besucht Truppe in Afghanistan

Es ist der zwölfte Besuch des Verteidigungsministers in Afghanistan. 4100 Bundeswehrsoldaten sind noch vor Ort. Klärungsbedarf gibt es für die Zeit nach Ende des internationalen Kampfeinsatzes.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière ist zu einem Truppenbesuch in Nordafghanistan eingetroffen. Er landete am frühen Morgen im regionalen Hauptquartier der internationalen Schutztruppe Isaf in Masar-i-Scharif. Zuletzt hatte de Mazière die Truppe im Mai zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht.

De Maizière bekräftigte zum Auftakt seines Besuchs die Bereitschaft Deutschlands, auch nach dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 Truppen für Ausbildung und Beratung in Afghanistan zu belassen. Eine Bedingung sei "eine nachhaltige, zuverlässige Vereinbarung über das Truppenstatut", betonte de Maizière. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte die Verhandlungen mit den USA darüber abgebrochen, weil er verärgert über US-Pläne für Gespräche mit den radikal-islamischen Taliban war.

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Afghanistan stoppt Gespräche mit den USA (19.06.2013)

Washington bemüht sich indes um Entspannung. Aus dem Präsidentenpalast in Kabul hieß es, US-Außenminister John Kerry habe Präsident Hamid Karsai am Vortag mehrfach angerufen. Kerry habe Karsai versichert, dass die Plakette mit der Aufschrift "Islamisches Emirat Afghanistan" am neuen Taliban-Büro in Katars Hauptstadt Doha entfernt worden sei. Auch die Taliban-Flagge an dem Verbindungsbüro der Radikalislamisten werde entfernt. Berichte über ein unmittelbar bevorstehendes erstes Treffen von Vertretern der USA und der Taliban wurden jetzt aus beiden Delegationskreisen dementiert. Die Taliban hatten am Mittwoch grundsätzlich ihre Bereitschaft signalisiert.

Was kommt nach 2015?

Von Masar-i-Scharif reiste de Maizière nach Herat weiter. Dort traf er mit dem afghanischen Verteidigungsminister Bismillah Khan Mohammadi und seinen italienischen Amtskollegen Mario Mauro zusammen. Italien hat innerhalb der Isaf die Führungsrolle für die vier West-Provinzen des Landes und ist mit rund 3600 Soldaten viertgrößter Truppensteller nach den USA, Großbritannien und Deutschland.

Bei dem Besuch wird es unter anderem um die Vorbereitung der Zeit nach dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes ab 2015 gehen. Von den derzeit knapp 100.000 ausländischen Soldaten sollen dann nur noch 8000 bis 12.000 für Ausbildung und Beratung im Land bleiben. Davon werden 600 bis 800 deutsche Soldaten sein.

In Masar-i-Scharif sind die meisten der derzeit in Afghanistan eingesetzten Bundeswehrsoldaten stationiert. Dort befindet sich der Sitz des Regionalkommandos Nord der internationalen ISAF-Truppe, das seit Februar unter dem Befehl des deutschen Generalmajors Jörg Vollmer steht. Schon jetzt haben afghanische Armee und Polizei die Sicherheitsverantwortung im ganzen Land und werden nur noch von den internationalen Truppen unterstützt. Diesen Schritt hatte Präsident Hamid Karsai am Dienstag verkündet.

as/uh (dpa, afp, rtr)

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