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Deutsch-türkisches Verhältnis

De Maizìère: Zusammenarbeit mit Türkei ist unverzichtbar

Ungeachtet der Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei will Bundesinnenminister Thomas de Maizière weiterhin mit dem Land bei der Terrorbekämpfung zusammenarbeiten. Das sei schwierig, aber machbar.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält eine weitere Sicherheitszusammenarbeit mit der Türkei für unverzichtbar. "Auf eine Zusammenarbeit mit der Türkei bei der Terrorismusbekämpfung können wir nicht verzichten", sagte de Maizière der Zeitung "Bild am Sonntag". Die Türkei sei ein Nachbar des Bürgerkriegslands Syrien. "Allerdings achten wir im Verhältnis zur Türkei sehr genau auf die Einhaltung unserer Vorstellung von Rechtsstaatlichkeit", beteuerte der Minister. "Wir haben auch nicht immer die gleichen Vorstellungen davon, was Terrorismus ist und was nicht." All das mache die Zusammenarbeit schwierig - aber die Regierung drücke sich nicht vor diesen Schwierigkeiten.

Deutsche Staatsbürger weggesperrt

Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei ist angespannt. Die Bundesregierung kritisiert das Vorgehen der türkischen Führung gegen Regierungsgegner seit dem fehlgeschlagenen Putschversuch vom vergangenen Jahr. Zuletzt hatte die Inhaftierung des Kölner Autors Dogan Akhanli die Beziehung beider Länder weiter belastet. Akhanli war am vergangenen Samstag während eines Spanienurlaubs auf Betreiben der Türkei vorübergehend inhaftiert worden. Der in der Osttürkei geborenen Schriftsteller kam unter Auflagen wieder frei. Der Suchauftrag gegen den Schriftsteller bei der internationalen Polizeiorganisation Interpol wurde inzwischen gelöscht.

Davor wurden einige deutsche Staatsbürger wegen Terrorverdachts in der Türkei inhaftiert. Dort sitzen neben dem deutsch-türkischen "Welt"-Journalisten Deniz Yücel unter anderen die deutsche Übersetzerin Mesale Tolu und der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner wegen Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft.

Einer Emnid-Umfrage für die Bild zufolge sind 81 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass sich die Bundesregierung zu viel vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gefallen lässt. Nur 13 Prozent finden das nicht.

pab/stu (afp, rtr)