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Wirtschaft

DAX-Verluste wegen schwacher Wall Street

Die deutschen Börsen haben zum Wochenauftakt schwach tendiert. Neue Konjunkturdaten aus den USA haben diesseits und - bis zum Börsenschluss in Frankfurt - auch jenseits des Atlantiks für kräftige Minuszeichen gesorgt.

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Wieder ein ausgeglichenes Verhältnis von Euro und Dollar

Der Deutsche Aktienindex DAX beendete den Handel bei 3.912 - ein Minus von 218 Punkten oder 5,3 Prozent, und der Nemax 50 Index am Neuen Markt verlor 20 Punkte oder 3,8 Prozent auf 515 Zähler.

Aus den USA kam die Nachricht, dass die Großhandels-Lagerbestände entgegen den Erwartungen nicht abgenommen, sondern sogar um 0,2 Prozent zugenommen haben. Daraus folgerten die Anleger, dass es mit der Konsumentennachfrage und mithin mit der Konjunkturerholung in den USA nicht sehr weit her sein könne. Ursprünglich hatte man für die USA mit einer positiven Eröffnung an der Wall Street gerechnet, da die die 60 Milliarden Dollar schwere Übenahme des Pharmakonzerns Pharmacia durch den Konkurrenten Pfizer weitere Übernahmephantasien
erzeugen könnte. Doch davon war nach den jüngsten US-Konjunkturdaten keine Rede mehr.

In Frankfurt war die Deutsche Telekom der mit Abstand größte Verlierer. Egal, wie die Sitzung des Aufsichtsrates am Dienstag (16.7.02) ausgeht, ob Vorstandsmitglied Gerd Tenzer zum neuen Chef gekürt wird oder Ron Sommer überlebt: Ein Verlierer steht schon fest, die Telekom verlor 15,2 Prozent. Vor allem amerikanische Investoren, die über den Mobilfunkanbieter VoiceStream in Telekom-Papieren engagiert sind, sollen in großem Maßstab verkauft haben, hieß es auf dem Parkett.

Auf der Minusseite auch die Versicherer Allianz und Münchener Rück mit Verlusten zwischen sieben und acht Prozent. Bankwerte litten unter Berichten über mögliche Milliarden-Abschreibungen wegen der vielen Insolvenzen in Deutschland. Deutsche-Bank-Papiere gaben um 5,2 Prozent, die der Commerzbank um 5,5 Prozent und Hypovereinsbank um 6,1 Prozent nach. Einziger Lichtblick waren die Aktien des Berliner Pharmaunternehmens Schering. Sie legten 0,8 Prozent zu, nachdem bekannt geworden war, dass der weltgrößte US-Pharmakonzern Pfizer das Unternehmen Pharmacia übernehmen wird.

Am Neuen Markt führten die Aktien von Thiel Logistik die Gewinner im NEMAX 50 an. Sie gewannen knapp 38 Prozent oder 87 europäische Cent, nachdem der Vorstand hoch und heilig versprochen hat, es werde in diesem Jahr keine Umsatz- und Gewinnwarnung mehr geben. Der Wert war am Freitag nach einer solchen Umsatz- und Gewinnwarnung kräftig gesunken.

Am Rentenmarkt sind die Kurse der meisten Anleihen gestiegen. Der Rentenmarktindex REX legte um 0,2 Prozent auf 113,24 Punkte zu. Der Bund-Future stieg um 0,06 Prozent auf 108,28 Zähler. Die Umlaufrendite wurde bei 4,68 Prozent festgestellt, vier Stellen tiefer als am Freitag.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro bei 1,0024 (Freitag: 0,9873) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9976 Euro (Freitag: 1,0129). Zum ersten Mal seit Februar 2000 wurde damit ein ausgeglichenes Wechselkursverhältnis zum Dollar erreicht. Zum Jahresbeginn war der Euro noch für knapp 0,86 Dollar zu haben. Zur Stunde steht er in Frankfurt bei 1,0048 Dollar sogar noch etwas höher, was aber wohl eher am schwachen Dollar und nicht
am starken Euro liegt.

Hier die Schlusskurse der 30 deutschen Standardwerte, diese wie auch alle anderen Angaben wie immer ohne Gewähr:

DAX-Werte Kurs Veränderung

adidas-Salomon 74,66 (- 2,84)
Allianz 170,00 (- 15,00)
BASF 41,23 (- 2,12)
Bayer 29,35 (- 1,05)
HypoVereinsbank 28,00 (- 1,81)
BMW 39,05 (- 2,20)
Commerzbank 13,09 (- 0,76)
DaimlerChrysler 43,70 (- 1,84)
Degussa 34,50 (- 2,31)
Deutsche Bank 63,90 (- 3,50)
Deutsche Post 11,40 (- 0,28)
Deutsche Telekom 10,30 (- 1,84)
E.ON AG 54,20 (- 1,96)
EPCOS 25,62 (- 0,40)
Fresenius Med. Care 45,35 (- 3,00)
Henkel 69,41 (- 2,63)
Infineon Techno 16,05 (- 0,45)
Linde 50,30 (- 0,60)
Lufthansa 12,10 (- 0,28)
MAN 20,35 (- 0,67)
Metro 24,46 (- 1,89)
MLP 26,21 (- 1,74)
Münchener Rück 207,00 (- 15,99)
TUI AG 22,00 (- 0,28)
RWE 37,29 (- 1,12)
SAP 73,60 (- 3,30)
Schering 52,10 (+ 0,40)
Siemens 54,53 (- 2,22)
ThyssenKrupp 14,08 (- 0,21)
VW 40,37 (- 2,03)

Die Referenzkurse der wichtigsten Devisen, ermittelt von der
Europäischen Zentralbank:
Ein Euro kostete am Montag
1, 00 24 US-Dollar oder
0, 64 13 britische Pfund pder
1, 46 94 schweizer Franken oder
116, 22 japanische Yen

... und das 1. Goldfixing in London 316 Dollar und 35 Cent.

  • Datum 15.07.2002
  • Autorin/Autor Rolf Wenkel
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2UDb
  • Datum 15.07.2002
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