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Wirtschaft

DAX nach richtungslosem Handel leicht im Minus

Weder US-Konjunkturzahlen noch die Holzmann-Krise noch Unternehmenszahlen von DAX-Schwergewichten hätten den Handel nachhaltig prägen können, sagten Händler. Der DAX schloß leicht im Minus.

Keine klare Richtung gab es am Donnerstag auf dem Frankfurter Aktienmarkt. Nach anfänglichen Verlusten und vorübergehenden Gewinnen schloß der Deutsche Aktienindex DAX bei 5349 Punkten, ein Minus von 0,3 Prozent.

Ebenfalls im Minus schloß der Nemax-50-Index am Am Neuen Markt. Er verlor ein Prozent auf 1019 Zähler.

Abwärts ging es für die Aktie des Baukonzerns Philipp Holzmann. Am späten Nachmittag meldete das Unternehmen nach gescheiterten Rettungsversuchen Insolvenz an. Holzmann-Papiere standen zuletzt 20 Prozent im Minus, bevor sie zum zweiten Mal an diesem Tag vom Handel ausgesetzt wurden. Nach der ersten Handelspause war das Papier sogar um 40 Prozent eingebrochen. Händler sagten, am Markt habe auch vor der Insolvenzankündigung keiner mehr an eine Rettung geglaubt.

Bei Holzmann stehen jetzt insgesamt 23.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Der Baukonzern hatte 1999 schon einmal vor dem Aus gestanden. Eine Pleite war in letzter Sekunde durch eine Intervention von Bundeskanzler Gerhard Schröder verhindert worden. Dieser hatte dem Unternehmen ein Darlehen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie eine Bundesbürgschaft zugesagt.

Die Papiere von BWM profitierten von positiven Analysten-Kommentaren und setzten sich an die DAX-Spitze. BMW-Aktien gewannen fast drei Prozent.

Nach der Präsentation der Geschäftszahlen 2001 standen die Aktien der HypoVereinsbank lange im Minus. Kurz vor Handelsschluß drehten sie jedoch wieder ins Plus.

Schlußlicht im DAX waren die Aktien des Nutzfahrzeugherstellers MAN, die vier Prozent verloren. MAN will Vorzugs- in Stammaktien umwandeln, das Papier war daher für eine Weile vom Handel ausgesetzt worden. Händler begrüßten die Umwandlung. 'MAN hat dadurch die Gefahr gesenkt, aus dem DAX herauszufallen', sagte ein Händler. Die Verluste wurden mit Gewinnmitnahmen erklärt, da die MAN-Aktien seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent an Wert gewonnen hatten.

Die am Neuen Markt gehandelte Aktie der Telefongesellschaft MobilCom gab rund 20 Prozent ab. Der Hintergrund: Im Streit mit dem französischen Partner France Télécom will MobilCom-Chef Gerhard Schmid seinen 33-Prozent-Anteil verkaufen. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Donnerstag, dass Schmid France Télécom zur Übernahme des Pakets aufgefordert hat. Der Vereinbarung zufolge kann Schmid die Verkaufsoption eigentlich erst im November 2003 ausüben. Der MobilCom-Sprecher betonte jedoch, dies gelte nicht, wenn es zwischen den beiden Partnern unüberbrückbare Schwierigkeiten gebe oder einer der Partner die vertraglichen Vereinbarungen nicht einhalte. Dann könne auch früher verkauft werden.

Das französische Unternehmen, das mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligt ist, lehnte Schmids Vorgehen ab. France Télécom ist mit mehr als 60 Milliarden Euro verschuldet und will derzeit Beteiligungen verkaufen, um den Schuldenberg abzubauen.

Der Rentenmarkt zeigte sich uneinheitlich. Der Rentenindex REX verlor 0,29 Prozent auf 110,96 Punkte. Der Bund-Future lag demgegenüber unverändert bei 105,46 Zählern. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 5,11 Prozent fest, sieben Basispunkte über dem Vortag.

Die Schlußkurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

Adidas-Salomon 80,00 1,83
Allianz 277,70 -2,00
BASF 46,75 -0,12
Bayer 39,55 -0,39
Bay. HypoVereinsbank 39,38 0,34
BMW 47,41 1,36
Commerzbank 20,98 0,00
DaimlerChrysler 52,45 -0,45
Degussa 36,30 0,16
Deutsche Bank 71,80 -0,85
Deutsche Post 16,77 -0,03
Deutsche Telekom 16,80 0,20
E.ON 56,50 -1,59
Epcos 51,70 -0,82
Fresenius Medical Care 69,00 -1,50
Henkel 70,64 0,13
Infineon Technologies 25,13 -0,05
Linde 56,56 0,10
Lufthansa 18,18 -0,02
MAN 28,50 -1,10
Metro 39,10 -0,63
MLP 74,54 -1,21
Münchener Rück 293,90 -1,39
Preussag 34,25 -0,58
RWE 42,93 0,69
SAP 168,00 -1,49
Schering 66,22 -0,48
Siemens 73,25 -0,55
ThyssenKrupp 18,00 -0,18
VW 60,99 1,16

Die Referenzkurse der EZB für einige Devisen. Ein Euro kostet:
0,8817 US-Dollar
116,56 jap. Yen
0,6180 brit. Pfund

  • Datum 21.03.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/21IO
  • Datum 21.03.2002
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