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Wirtschaft

DAX-Konzerne im Höhenflug

Die im Deutschen Aktienindex notierten Unternehmen haben ihre Gewinne um fast ein Drittel steigern können. Haben sie ihre Hausaufgaben gemacht?

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Ein gutgelaunter Broker an der Frankfurter Börse

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Eon gehörte 2005 zu den Gewinnern

Mit dem Warenhaus- und Versandhandelskonzern KarstadtQuelle und dem Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate haben in dieser Woche die letzten beiden der 30 Unternehmen im deutschen Leitindex ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Nun ist die Berichtssaison abgeschlossen - und die Bilanz fällt ungewöhnlich gut aus: Die Gewinne der 30 im Deutschen Aktienindex DAX notierten Konzerne sind im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Insgesamt verdienten die deutschen Vorzeigeunternehmen zusammen rund 51 Milliarden Euro, hat die Deutsche Presseagentur ausgerechnet - das ist ein Plus von fast 31 Prozent.

Aufholeffekt?

"Das ist natürlich ein starker Gewinnsprung", sagt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei der Barclays Bank. "Man muss aber zum einen bedenken, dass die Jahre zuvor von deutlichen Gewinnrückgängen gekennzeichnet waren - insofern ist das quasi ein Aufholeffekt." Zum anderen zeige er aber auch, dass deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb ihre Hausaufgaben machten - und entsprechend belohnt würden.

Und wie: Absoluter Spitzenreiter ist in diesem Jahr der Energieversorger E.ON mit einem Überschuss von 7,4 Milliarden Euro und einem Zuwachs von rund 71 Prozent. Die Commerzbank machte mit 1,17 Milliarden Euro mehr als drei Mal so viel Gewinn wie im Vorjahr. Der Chemiekonzern Bayer legte auf fast 1,6 Milliarden Euro zu und damit um knapp 134 Prozent. Die Allianz verbesserte sich um gut 93 Prozent auf fast 4,4 Milliarden Euro. "Im internationalen Wettbewerb stehen die im DAX gelisteten Unternehmen sehr gut da", sagt Polleit. "Die Globalisierung wird es natürlich weiterhin für viele Unternehmen notwendig machen, Rationalisierungs- Investitionen zu verfolgen, auch neue Absatzmärkte zu erschließen."

Milliarden für Firmenübernahmen

Nur fünf der 30 DAX-Unternehmen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr weniger verdient als im Vorjahr, und nur eines, der Chiphersteller Infineon, hat ein Minus verbuchen müssen. Insgesamt aber sind die Kassen der deutschen Konzerne prall gefüllt - womit man gut auf Einkaufstour gehen kann. Allein die liquiden, sofort für Firmenkäufe einsetzbaren Mittel der 30 DAX-Firmen werden auf weit mehr als 120 Milliarden Euro geschätzt. Die nächste Welle der Firmenübernahmen ist also nur noch eine Frage der Zeit.

Global gebe es derzeit eine Neuverteilung der Märkte, glaubt Polleit, in Amerika und Asien ebenso wie in Europa. "Es gilt, kritische Unternehmensgrößen zu schaffen, und das wird in der Folge sicherlich weiteren Unternehmensübernahmen und auch Zusammenschlüsse nach sich ziehen."

38 Prozent mehr Dividende

Vom Gewinnsprung der Konzerne profitieren auch die Aktionäre. Insgesamt schütten die DAX-Konzerne knapp 21 Milliarden Euro als Dividenden an ihre Aktionäre aus, hat das Anlegermagazin "Börse Online" ausgerechnet. Das sind im Schnitt 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Bleibt die Frage nach den Arbeitsplätzen. In der Vergangenheit sind die Programme zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung oft einhergegangen mit dem Abbau von Stellen. Im vergangenen Jahr ist aber die Beschäftigung in den 30 DAX-Unternehmen um 100.000 Stellen oder 2,9 Prozent gestiegen. Könnten das die ersten Indizien für eine Trendwende am Arbeitsmarkt sein? Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der Barclays Bank, ist da skeptisch: "Wir sehen derzeit eher ein Konjunkturmuster, das da lautet: Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Produktion, die aber den Arbeitsmarkt mehr oder weniger unberührt lässt."

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