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Wirtschaft

DAX dank zum Wochenschluss im Aufwind

Der Freitag war ein sogenannter Hexensabbat. Doch es waren vor allem gute Konjunkturdaten, die die Anleger wieder hoffen und kaufen ließen.

Am Hexensabbat verfallen Futures und Optionen, mit anderen Worten, in der Vergangenheit abgeschlossene Verträge werden fällig. Dies führte am Freitag zu großen Umsätzen mit zum Teil starken Schwankungen. Zwischenzeitlich rutschte der DAX in die Verlustzone.

Am Nachmittag gab es jedoch gute Konjunkturdaten aus den USA. Der mit Spannung erwartete Index für das Verbrauchervertrauen fiel besser aus als erwartet und kletterte auf den höchsten Stand seit 15 Monaten. Analysten werteten den unerwartet starken Anstieg als weiteren Beleg für den sich abzeichnenden Aufschwung der amerikanischen Volkswirtschaft.

Zur Erinnerung: Erst am Mittwoch hatten Konjunkturdaten die Anleger noch an einer raschen Konjunkturerholung zweifeln lassen. Am Freitag regierte dagegen der Optimismus.

Zusätzlich verstärkt wurden die Konjunkturhoffnungen von einem überraschend hohen Zuwachs der US-Industrieproduktion im Februar - dem stärksten Plus seit Juni 2000. Zugleich signalisierten die Erzeugerpreisdaten weiter keine Inflationsgefahr für die US-Wirtschaft.

Das alles wirkte sich auch positiv auf die deutschen Aktien aus. Der DAX schloß mit 5401 Punkten, ein Plus von 2,4 Prozent. Dagegen sank der Nemax-50-Index am Neuen Markt um 1,6 Prozent auf 996 Punkte.

Ein seltenes Bild auf der Kursliste der Standardwerte: Alle Aktien schlossen im Plus.

Stärkster Wert war das Papier des Medizintechnik-Unternehmens Fresenius mit einem Plus von fünf Prozent. Zu den schwächsten Papieren gehörte die Lufthansa, die um 0,8 Prozent anstieg. Nach einem Zeitungsbericht kündigte Lufthansa-Vorstand Wolfgang Mayrhuber der Belegschaft ein schwieriges Jahr an. Die Stilllegung von 43 Maschinen lasse in den ersten drei Monaten den Umsatz im Passagiergeschäft um 250 Millionen Euro unter den Vorjahreswert fallen.

Die Papiere des Softwarehauses SAP konnten rund zwei Prozent zulegen. Anfänglich hatte es leichte Kursverluste gegeben, weil sich das US-Softwarehaus Oracle skeptisch über die Zukunft geäußert hatte. Den Knick konnten die SAP-Aktien aber wieder schnell wettmachen. Dafür war nicht zuletzt die US-Investmentbank Lehman Brothers verantwortlich. Sie glaubt, die SAP-Aktie könne bis auf 200 Euro steigen.

Der deutsche Automarkt schwächelt im Moment etwas. Doch trotz allgemein rückläufiger Tendenz konnten BMW und DaimlerChrysler bei den Neuzulassungen im Februar zulegen. Das spiegelt sich auch an der Börse wieder: Die Aktien der beiden Autobauer verzeichneten Aufschläge von rund vier Prozent. Von der Marke Volkswagen wurden dagegen weniger Autos angemeldet. Angesichts der guten Stimmung an der Börse tat das der Aktie aber keinen Abbruch, sie schloß mit fast drei Prozent im Plus.

Der Rentenmarkt zeigte sich uneinheitlich. Der Bund-Future verlor 0,12 Prozent auf 104,87 Punkte. Der Rentenmarktindex REX legte 0,01 Prozent auf 111,62 Zähler zu. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite mit 5,10 Prozent fest, fünf Basispunkte höher als am Vortag.

Die Schlußkurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

Adidas-Salomon 78,33 1,52
Allianz 283,37 11,55
BASF 46,82 0,60
Bayer 40,80 0,75
Bay. HypoVereinsbank 37,98 0,26
BMW 46,00 1,80
Commerzbank 20,75 0,15
DaimlerChrysler 53,10 2,15
Degussa 35,21 0,26
Deutsche Bank 72,50 1,58
Deutsche Post 16,27 0,18
Deutsche Telekom 17,01 0,12
E.ON 57,90 0,87
Epcos 49,70 0,73
Fresenius Medical Care 66,44 3,14
Henkel 70,60 0,47
Infineon Technologies 25,96 0,66
Linde 57,59 1,80
Lufthansa 18,43 0,15
MAN 30,25 1,04
Metro 40,01 0,79
MLP 74,20 2,10
Münchener Rück 299,30 7,19
Preussag 34,75 0,75
RWE 41,99 0,64
SAP 170,07 3,87
Schering 69,40 1,95
Siemens 75,79 1,64
ThyssenKrupp 18,09 0,40
VW 59,10 1,65

Die Referenzkurse der EZB für einige Devisen. Ein Euro kostet:
0,8853 US-Dollar
114,12 jap. Yen
0,6213 brit. Pfund

  • Datum 15.03.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1zZf
  • Datum 15.03.2002
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