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Wirtschaft

Dax auf Jahrestief

Der Deutsche Aktienindex DAX ist am Dienstag (04.06.2002) auf ein neues Jahrestief gefallen. Händler bezeichneten die Stimmung als ausgesprochen schlecht. Es sei kein Vertrauen mehr da.

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"Es gibt derzeit keine Nachrichten, die dem Markt Auftrieb geben könnten", sagte eine Marktbeobachterin. Der anhaltende Strom von schlechten Unternehmensnachrichten vor allem aus den USA dagegen nage am Vertrauen in den Aktienmarkt. Zudem halte die politische Unsicherheit an. Kurseinbrüche vor allem bei Banken und Technologiewerten drückten den Standardwerte-Index in Frankfurt um 2,6 Prozent oder 122 Punkte auf 4626 und damit unter den bisher niedrigsten Stand in diesem Jahr von 4706 Zählern.

Am Neuen Markt rutschte der NEMAX 50 ebenfalls um 2,6 Prozent oder 21 Punkte ab auf 773. Die meisten DAX-Werte verbuchten Kursverluste. Die T-Aktie erreichte zwischenzeitlich ein neues Allzeittief bei 10,90 Euro, erholte sich dann wieder etwas und schloß 4,1 Prozent unter Vortagesniveau. Auch den Siemens-Aktien machte mit minus drei Prozent Händlern zufolge zu schaffen, dass die Deutsche Telekom und Siemens bei der Vergabe eines Milliarden-Auftrags der Bundeswehr nicht zum Zug kommen. Vielmehr hat ein Konsortium von CSC Ploenzke, MobilCom und EADS den IT- Auftrag in der Tasche. Mit dem unter dem Namen "Herkules" laufenden Projekt soll die Bundeswehr eine einheitliche Kommunikations- und IT-Infrastruktur erhalten. Der Auftragswert beläuft sich laut Verteidigungsministerium auf sechs bis 6,5 Milliarden Euro über die kommenden zehn Jahre.

Für die Aktien der Telekombranche ist nach Meinung von Analysten kurzfristig keine Erholung zu erwarten. Mit einem Aufschwung rechnen die Experten erst wieder auf mittel- oder langfristige Sicht. Ein Grund für die Schwäche der Branche sind vor allem die Sorgen um die Verschuldung. Durch Investitionen in den neuen Mobilfunkstandard UMTS und Übernahmen haben die Konzerne milliardenschwere Schuldenberge aufgehäuft. Allein die Verbindlichkeiten der Telekom summieren sich nach letzten Angaben auf 67,3 Milliarden Euro.

Technologiewerte standen allesamt auf den Verkaufslisten. Am Markt mache sich die Sorge breit, dass Branchenriese Intel am Donnerstag einen enttäuschenden Quartalsausblick liefern werde, sagte ein Händler. Das sei Wasser auf die Mühlen derjenigen Anleger, die der IT-Branche derzeit skeptisch gegenüber stehen. Epcos kosteten 2,8 Prozent weniger als am vorangegangenen Handelstag.

Der Euro ist am Dienstag im europäischen Devisenhandel mit Kursen um 0,9440 Dollar auf das höchste Niveau seit 16 Monaten geklettert. Weiterhin sorgten laut Händler die Kurseinbrüche an der Wall Street angesichts der Zweifel der Anleger am Führungsstil amerikanischer Unternehmen und dem Ausmaß der US-Konjunkturerholung für Dollar-Verkäufe. Marktteilnehmer sprachen von einem ausgedünnten europäischen Handel, da der Devisenmarkt in London, der größte Europas, wegen des Feiertages anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums von Königin Elizabeth II weitgehend geschlossen blieb.

Die Erholung des Euro kommt der Europäischen Zentralbank (EZB) wie gerufen. Die Währungshüter für die zwölf Länder der Eurozone werden 2002 ihr Inflationsziel von maximal 2,0 Prozent zum dritten Mal in Folge nicht erreichen. Die aktuelle Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung auf mehr als 0,94 USD gibt der EZB aber einen zeitlichen Puffer. Mit der Gegenreaktion einer Zinserhöhung kann sie noch warten.

Die Umlaufrendite wurde unverändert mit 5,06 Prozent festgestellt.

Die Schlusskurse im Dax wie immer ohne Gewähr:

adidas-Salomon 84,09 (- 2,02)
Allianz 224,60 (- 10,48)
BASF 46,80 (- 1,88)
Bayer 33,42 (- 1,08)
HypoVereinsbank 35,76 (- 1,14)
BMW 44,19 (- 0,43)
Commerzbank 17,80 (- 0,90)
DaimlerChrysler 50,08 (- 1,94)
Degussa 35,55 (- 0,25)
Deutsche Bank 73,90 (- 2,60)
Deutsche Post 15,14 (+ 0,04)
Deutsche Telekom 11,02 (- 0,48)
E.ON AG 54,40 (- 1,32)
EPCOS 40,24 (- 1,17)
Fresenius Med. Care 55,77 (- 1,22)
Henkel 73,20 (- 1,85)
Infineon Techno 17,76 (- 0,44)
Linde 52,71 (- 0,24)
Lufthansa 14,76 (- 0,02)
MAN 23,69 (- 0,41)
Metro 34,36 ( unv. )
MLP 39,91 (- 0,39)
Münchener Rück 236,28 (- 5,52)
Preussag 27,30 (+ 0,30)
RWE 39,86 (- 1,03)
SAP 110,75 (+ 1,90)
Schering 60,95 (- 1,75)
Siemens 63,70 (- 1,92)
ThyssenKrupp 17,27 (- 0,18)
VW 55,40 (- 0,36)

Ausgewählte Devisennotierungen aufgrund der Referenzkurse der Europäischen Zentralbank - danach kostete ein Euro

US-Dollar 0,9435
Brit. Pfund 0,6450
Schw. Franken 1,4682
oder Japan Yen 116,44