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Wirtschaft

DAX überspringt 6000 Punkte-Marke

Nach-weihnachtliche Bescherung auf dem Börsenparkett: Der DAX ist erstmals seit 15 Monaten über die wichtige 6000-Punkte-Marke geklettert - psychologisch scheint dies von besonderer Bedeutung zu sein.

Eine Anzeigetafel in der Börse in Frankfurt zeigt den Verlauf der DAX-Kurve am Vormittag (Foto: dpa)

DAX: Leichter Satz aufs Jahreshoch von 6002 Punkten

Es war bei weitem kein dynamischer Sprung, den der DAX da am Montag (28.12.2009) hinlegte, sondern eher ein Sätzchen: Um ganze 0,8 Prozent steigerte sich das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Laufe des Tages - und dennoch war es ein besonderer Tag für Börse und Anleger. Denn erstmals seit dem großen Börsen-Crash infolge der Pleite der Lehman Brothers riss der DAX wieder die psychologisch wichtige 6000-Punkte-Marke: Der Deutsche Aktienindex schloss am Abend auf dem Jahreshöchststand von knapp 6003 Punkten.

Schwarz-rot-goldene Hand mit erhobenem Daumen (Foto: dpa)

Schwarz-rot-goldene Aufbruchsstimmung? Leichter Optimismus an der Börse

"Die Psychologie hat gesiegt", kommentierte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. "Die endlich erreichte 6000-Marke ist ein deutlich positives Stimmungssignal." Ein Signal, das viele Anleger für 2010 zuversichtlich stimmt. Viele große Investoren hätten 2009 den Anstieg verpasst und würden voraussichtlich im ersten Quartal ihre Aktienquoten aufstocken, hieß es aus Händlerkreisen. Noch ist der DAX jedoch ein Stück von seinem Vor-Krisen-Niveau entfernt: Vor der Pleite des US-Investmenthauses Lehman Brothers hatte der DAX bei 6234 Punkten gestanden.

Börsenjahr 2009: Düstere Prognosen - gute Bilanz

Der rapide Absturz nach dem Banken-Fiasko ließ für 2009 nichts Gutes erwarten - umso überraschender ist nun die Bilanz an den Börsenplätzen: Rund 25 Prozent hat zum Beispiel der DAX gegenüber seinem Vorjahresschluss gutgemacht. Zum Jahrestief von 3588 Punkten, das er im März erreicht hatte, hat sich der Index sogar um über 65 Prozent verbessert. "2009 war bei weitem kein so miserables Jahr, wie viele prognostiziert hatten", sagte ein Händler.

Parkett der Frankfurter Börse (Foto: DW)

Hält der Aufschwung an der Börse?

Bei aller Euphorie um den Anstieg des Barometers blieben einige Anleger auch skeptisch. Angesichts des geringen Handelsvolumens dürfe man die Lage nicht überbewerten, warnten Analysten. Händler in Frankfurt beklagten die extrem geringen Umsätze, was auch mit einem Feiertag in London zu tun hatte. Da nach wie vor viel so genanntes "billiges Geld" (staatliche Finanzhilfen an private Banken) im Umlauf ist, könnte der Schein vom Aufschwung an den Börsen auch trügen. In diesem Zusammenhang blicken die Anleger nun gespannt auf die geplanten Exit-Strategien von Nationalstaaten und Notenbanken.

Autor: Joscha Weber (mit rtrd, dpa, afp)

Redaktion: Oliver Samson

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