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Wirtschaft

Davos im Zeichen des Aufschwungs

Der Kampf gegen den Terrorismus und die Erholung der Weltkonjunktur sind die Hauptthemen beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Teilnehmer sind sich schon vorher einig: Man will wieder miteinander reden.

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Gäste aus 94 Ländern werden in Davos erwartet

Zum Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum - WEF) (21. bis 25.1.2004) erwartet WEF-Gründer Klaus Schwab über 2100 Teilnehmer in Davos. "Es ist offensichtlich, dass der Frieden ohne Gerechtigkeit nicht existieren kann", sagt er. Nur in größerer Sicherheit lasse sich der Wohlstand zurückgewinnen. Der Genfer Wirtschaftsprofessor hat nach eigenen Angaben mehr als 30 Staats- und Regierungschefs, 75 Minister, 28 religiöse Führer und 50 Vertreter so genannter Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) eingeladen.

Besonders für Unternehmenschefs scheint das Forum nichts von seiner Anziehungskraft verloren zu haben. Mehr als 1000 Firmen schicken Repräsentanten ins Schweizer Davos. Der Reiz für die Führungselite der Unternehmen besteht auch 2004 darin, Antworten aus erster Hand von der Führungselite der Politik zu bekommen. Die Teilnehmerliste liest sich deshalb auch wie das "Who is Who" der Politprominenz: US-Vizepräsident Dick Cheney ist ihr prominentester Vertreter. Erstmals in neuer Funktion ist auch NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer dabei.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan könnte mit UN-Generalsekretär Kofi Annan Bewegung in die Zypern-Frage bringen. Polens Staatschef Aleksander Kwasniewski ist in Davos, ebenso der amtierende EU-Ratspräsident Bertie Ahern, der die auch wegen der polnischen Haltung festgefahrenen Gespräche über die EU-Verfassung wieder in Gang bringen will. Es ist allein die Möglichkeit solcher Begegnungen, die das Treffen in Davos so reizvoll machen.

Irak bestimmt Gespräche

Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten ist auch Libyen - vertreten durch Ministerpräsident Schukri Ghanem - dabei. Die Teilnahme ist die Anerkennung für den jüngst von Tripolis angekündigten Verzicht auf Massenvernichtungswaffen. Und auch beim Thema Irak machen sich die Veranstalter Hoffnungen auf weitere Fortschritte. US-Zivilverwalter Paul Bremer und Mitglieder des irakischen Regierungsrates sollen am Rande des Forums Zeit für wichtige Gespräche finden. Dass es diesmal unter der Überschrift Irak um Wiederaufbau geht, während Anfang 2003 der drohende Krieg alles überschattete, freut Organisator Schwab: "Dieses Jahr ist ganz anders als vergangenes Jahr."

Auch die wirtschaftlichen Aussichten haben sich aufgehellt. Die ersten Zeichen des Aufschwungs seien bereits sichtbar. Er werde kraftvoll und dauerhaft sein, wenn nur weitere marktwirtschaftliche Reformen durchgesetzt werden, sagte kürzlich Horst Köhler, geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Womöglich können in Davos unter dem positiven Klima auch die festgefahrenen Welthandelsgespräche wieder angestoßen werden. Die Schweizer Regierung hat für Freitag (23.1.2004) vorsorglich eine Art Mini-WTO-Treffen angesetzt, an der rund 20 Wirtschafts- und Handelsminister teilnehmen sollen. Die Gesprächsrunde der Welthandelsorganisation WTO war im September 2003 im mexikanischen Cancun gescheitert, zuletzt gab es aber von den USA wieder Kompromisssignale.

Umfrage: UN hat wenig Erfolg

Das Motto der Davoser Tage lautet "Partnerschaft für Sicherheit und Wohlstand". Das Weltwirtschaftsforum versucht, die Bedeutung seines diesjährigen Mottos mit einer Umfrage zu belegen, die das Institut Gallup International unter 43.000 Menschen in 51 Ländern vorgenommen hat. Danach erwartet die Hälfte aller Befragten, dass ihr Wohlstand in den kommenden zehn Jahren sinken werde. Zugleich werde die Welt unsicherer, meinen sie.

Die Studie bescheinigt den UN-Staaten wenig Erfolg im Kampf gegen Armut und Hunger. Entgegen der Versprechen des Millenniumgipfels von 2000 seien die Anstrengungen für Frieden, Bildung, Umweltschutz, Gesundheit und Menschenrechte eher dürftig, heißt es in dem Bericht.

Eigentlich wäre das eine Argumentationsvorlage für die Globalisierungsgegner. Doch die Polizei rechnet nicht mit massenhaften Aufmärschen. Viele der Aktiven dürften ihre Kräfte auf das Weltsozialforum (16. bis 21.1.) in Bombay konzentriert haben, welches 2001 als Gegenveranstaltung zu Davos gegründet wurde und genau zum Gipfelstart zu Ende geht. Schwab signalisierte wegen möglicher Demonstrationen erst gar keine Bedenken: "Es ist wohl die erste große internationale Konferenz, die von der überwältigen Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wird."

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