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Wirtschaft

Davos: Alles Lüge, alles Wahrheit

Das Weltwirtschaftsforum in Davos geht auch in diesem Jahr wieder zu Ende, ohne dass die Welt dadurch besser geworden wäre. Aber das spricht nicht gegen das WEF, meint Wirtschaftsredakteur Andreas Becker.

Das Weltwirtschaftsforum hat laut Eigenwerbung den Anspruch, den Zustand der Welt zu verbessern. Zum vollmundigen Motto passt, dass sich die Teilnehmer der zahlreichen Veranstaltungen oft gegenseitig versichern, "leaders" zu sein, auf deutsch also Führer. Wirtschaftsführer, Meinungsführer, politische Führer - auf jeden Fall herausragend und wichtig.

Passend zum Auftakt des Forums berichteten zahlreiche Medien, dass #link:http://www.stern.de/wirtschaft/news/1700-privat-jets-beim-weltwirtschaftsforum-in-davos-2167789.html:1700 Privatjets# zum WEF unterwegs sind - wo auch ausgiebig über den Klimawandel diskutiert wird. Später stellte sich heraus, dass die Zahl #link:http://fusion.net/story/39589/fact-check-how-many-private-jets-actually-flew-in-to-davos/:nicht stimmt# - wahrscheinlich waren es "nur" 200 Privatjets...

Die Meldung wurde in den sozialen Netzen oft geteilt. Offenbar passt sie zum Bild, das viele vom Weltwirtschaftsforum haben: ein Klassentreffen der Reichen und Mächtigen, die in einem Nobel-Kurort bei feinen Speisen und Getränken über die Probleme der Welt plaudern und nebenbei noch Geschäfte machen.

Und es stimmt ja auch. Was in Davos gesagt wird, sagen dieselben Personen auch anderswo. Hier werden keine international bindenden Abkommen ausgehandelt, und dass hinter den Kulissen Geschäfte angebahnt werden, ist kein Geheimnis.

Genauso stimmt aber auch das Gegenteil: Davos ist während des WEF ein Ort, an dem beeindruckende Persönlichkeiten für Projekte werben, die tatsächlich zum Ziel haben, die Welt ein wenig besser zu machen.

Investoren treffen auf Mönche, Politiker auf NGO-Vertreter, Startup-Gründer auf Forscher. Das Forum ist ein Rummelplatz der Ideen und Ansichten, und es ist klein genug, um überraschende Begegnungen zu ermöglichen.

Dass dadurch etwas Neues entsteht, ist nicht garantiert, aber zumindest möglich. Ein Beispiel ist die globale Impfallianz #link:http://www.gavi.org/:Gavi#, deren Idee in Davos entstanden ist. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat Gavi in Entwicklungsländern die Impfung von 440 Millionen Kindern gegen lebensbedrohliche Krankheiten finanziert.

Wie immer man zu Davos steht - das Weltwirtschaftsforum ist vor allem ein Ort des Austausches. Und davon kann es eigentlich nicht genug geben.

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