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Filme

David Hasselhoff: Zwischen "The Hoff" und "The HoffBot"

Als "Knight Rider" fuhr Hasselhoff ein computergesteuertes Auto. Jetzt spielt er im Kurzfilm "It's No Game" mit, der von künstlicher Intelligenz geschrieben wurde. Mit der DW hat er über seine Alten Egos gesprochen.

Fernseh-Ikone, Popstar und 80er-Jahre-Sexsymbol David Hasselhoff hat seine Vorliebe für künstliche Intelligenz auf eine neue Ebene gehoben: Er spielt "The HoffBot" in einem Kurzfilm, dessen Dialoge von einer künstlichen Intelligenz namens Benjamin geschrieben wurden.

"It's No Game" ist der Nachfolger von "Sunspring", dem ersten Film, der jemals komplett von künstlicher Intelligenz geschrieben wurde: Hier haben Regisseur Oscar Sharp und Technikkünstler Ross Goodwin den Computer mit Originalsätzen aus David Hasselhoffs 80er-Jahre-Serien "Knight Rider" (mit dem computerbeseelten Auto KITT) und "Baywatch" gefüttert. So entstand die Figur "The HoffBot".

DW: Herr Hasselhoff, in "It's No Game" spielen Sie Ihre eigene Roboterversion. Aber irgendwie scheint es sich in dem Film trotzdem um Sie selbst zu drehen.

David Hasselhoff: Wir haben das genommen, was der Computer uns vorgegeben hat, und es dann in mein eigenes Leben übertragen, mit den Fragen: Wer zur Hölle bin ich? Bin ich David Hasselhoff? Bin ich "The Hoff"? Bin ich der Mann, der "Looking for Freedom" singt? Bin ich der Typ, von dem die Leute glauben, er habe die Berliner Mauer zum Einsturz gebracht? Ja, wer zur Hölle bin ich?

Warum wollten Sie dieses Projekt machen?

Künstliche Intelligenz, geschrieben von einem Computer, wie kann man sich das entgehen lassen? Das ist unglaublich cool. Ich habe "Sunspring" gesehen und dachte: "Das ist sehr schräg und sehr lustig." Man konnte sehen, dass die Schauspieler Schwierigkeiten hatten, den computergenerierten Zeilen einen Sinn zu geben - und es ergab auch nicht viel Sinn.

Die Zeilen des "HoffBot" haben auch nicht immer einen Sinn ergeben. Aber sie basieren auf Sätzen, die Sie schon einmal im Fernsehen gesagt haben. Fühlten sie sich vertraut an? 

Oh ja. Ich habe die Rolle gespielt und Oscar [Regisseur Oscar Sharp, Anm. d. Red.] war schwer beeindruckt, weil es so war, als würde Michael Knight [aus "Knight Rider"] wieder zum Leben erweckt. Das achtjährige Kind in ihm ist am Set fast ausgeflippt. Das passiert mir oft. Sogar bei "Guardians of the Galaxy 2", als der Regisseur und ich uns auch furchtbar gern hatten. Auch er war wieder ein achtjähriger Junge, der "Knight Rider" liebte.

Als "HoffBot" tragen Sie eine goldene Jacke von Dolce & Gabbana mit Paisleymuster, dazu UGG Boots und eine rote "Baywatch"-Badehose. Alles von Ihnen?

Das Dolce & Gabbana-Ding habe ich mal in einem Werbespot getragen und selbst mitgebracht. Ich sagte zum Regisseur: "Ich habe rote 'Baywatch'-Hosen im Auto." Er fragte: "Warum?" Ich: "Falls ich zum Strand muss." Ich habe Badehosen in verschiedenen Farben, aber die roten hatte ich eben zufällig dabei.

Der "HoffBot" scheint die Weiterentwicklung von "The Hoff" zu sein, Ihrer üblichen Karikatur Ihrer selbst. 

"The Hoff" habe ich nicht selbst erfunden. Das waren Sekretärinnen aus Australien. Vor 14 Jahren bekam ich einen Anruf vom "Sydney Telegraph" mit der Frage, wie es sich anfühlt, ein 50-jähriges Sexsymbol zu sein. Der Reporter sagte, es gebe einen ewig langen E-Mail-Verkehr voller "Hoff-ismen": "Some like it Hoff." "Er ist Hoff-alicious." "Hoff-tastisch." "To Hoff-inity and beyond." Da habe ich einfach mitgespielt, und so ist "The Hoff" ein Liebling der Werbung geworden und hat mir sehr viel Geld eingebracht. Aber es hat den wahren David Hasselhoff ziemlich in den Schatten gestellt.

Haben Sie sich jemals zwischen der Person David Hasselhoff und "The Hoff" selbst verloren?

Nicht für einen Cent, einen Dollar, eine Sekunde.

Ihre britische Dokumentarfilm-Parodie "Hoff the Record" hat einen Internationalen Emmy gewonnen. Sogar Menschen, die Sie kennen, dachten, es sei Reality TV und keine Comedy.

Ich habe in meinem Leben sehr viel Zeit damit verbracht, der Presse die negativen Dinge über mich zu glauben, inklusive eines Vorfalls, der in meinem eigenen Haus geschah. [Anm. d. Red.: Es kursierte ein Video im Internet, das einen betrunkenen Hasselhoff zeigt, der von seiner Tochter für seine Trunksucht getadelt wird.] "Hoff the Record" hat mir dabei geholfen, darüber hinweg zu kommen. Darin spreche ich alles an. Anstatt die Zeitung anzurufen und zu sagen wie ICH die Dinge sehe, habe ich es auf unterhaltsame Weise gemacht.

David Hasselhoff mit Regisseur Oscar Sharp

Regisseur Oscar Sharp diskutiert mit David Hasselhoff den "HoffBot"

Ich bin jetzt in einer Position, in der ich keine Angst mehr davor habe, von Menschen nicht ernst genommen zu werden. Lange Zeit haben Leute in Deutschland zu mir gesagt: "Danke, dass Sie die Mauer geöffnet haben." Und ich dachte, das sei als Witz gemeint. Aber sie machten keine Witze. Sie waren wirklich dankbar, dass ich an der Berliner Mauer über Freiheit gesungen habe und vor der Wiedervereinigung durch Ostdeutschland getourt bin.

Vermissen Sie die Achtziger?

Die Achtziger waren krass, Mann. Alles war extrem. Und es war auch eine tolle Zeit, als "Knight Rider" geboren wurde. Wir hatten viel Spaß und haben jede Nacht Partys gefeiert. Aber ich vermisse es nicht, nach nur einer Stunde Schlaf zur Arbeit gehen zu müssen.

Da wir über "Knight Rider" und künstliche Intelligenz sprechen - warten Sie darauf, dass Tesla-Gründer Elon Musk einen echten "KITT" auf den Markt bringt?

So ziemlich alles am "KITT"-Auto gibt es schon. Alle Autos sprechen. Ich habe das selbstfahrende Auto gefahren. Ein Typ namens Sergey Brin, einer der Mitbegründer von Google, hat mich in das Auto gesetzt, und ich fuhr dann damit herum. Es war faszinierend.

Sie sind auch in Deutschland noch immer sehr berühmt. Deshalb habe ich meine deutschen Freunde ein paar Fragen an Sie stellen lassen. Los geht's:

1. Suchen Sie noch immer nach der Freiheit?

Das tue ich tatsächlich. Ich suche nach der Freiheit, mit dem erfolgreich zu sein, was ich wirklich machen möchte. Ich glaube, ich habe die Freiheit mit meiner neuen Verlobten Hayley Roberts gefunden, und das erdet mich. Aber ich glaube, ich werde die wahre Freiheit niemals finden, bevor ich nicht "Knight Rider" zurück gebracht habe, so, wie er sein sollte. Dann werde ich sagen können, dass alles abgeschlossen ist. Ich bin sehr nah dran. Wir werden sehen, was passiert.

2. Fühlen Sie sich in irgendeiner Weise missverstanden?

Jemand in Deutschland sagte mal zu mir: "Glauben Sie, die Deutschen würden Ihre Musik so sehr mögen, wenn sie Ihre Texte verstünden?" Und ich sagte: "Nein." Ich glaube, ich werde überhaupt nicht missverstanden. Jeden Tag bin ich so, wie ich eben bin. Was du siehst, ist das, was du bekommst. Du willst keinen Ärger mit mir, denn wenn du Ärger machst, kriegst du "The Hoff". Und wenn du mich respektierst, respektiere ich dich auch.

Okay!

Ich werde bald in Berlin sein, und ihr werdet von mir hören.

Das Gespräch führte David Levitz.

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