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Asien

Daumen drücken für friedliche Wahlen

In Indien hat am 16. April die Parlamentswahl begonnen. Über vier Wochen zieht sich die Stimmabgabe. Für die Sicherheitstruppen ist das eine riesige Herausforderung. Besonders in diesen Zeiten.

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Indische Politiker zeigen sich gerne auf der Straße

In den Tagen vor der Wahl geht in Indien die Angst vor einem neuen Terroranschlag um. Heimatminister Chidambaram ermahnte 40 Parteiführer und Minister, im Wahlkampf strenge Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten und gab eine lange Liste mit Anweisungen heraus. Detailliert steht darin, was sie tun oder lassen sollen.

Parlamentswahlen in Indien

Alarmbereitschaft bei den Sicheheitskräften

Der Leitfaden ermahnt die am meisten Gefährdeten, die Polizei stehts über ihre Wahlkampfrouten zu informieren. Sie sollen sich keine Girlanden umhängen lassen – in Indien ein Zeichen der Verehrung – und sie sollen stets einen Sicherheitsabstand zu den Menschenmassen einhalten. Jede Änderung bei Auftritten im Freien muss sofort den Sicherheitsbehörden gemeldet werden.

Karnevaleske Auftritte

Der Politikwissenschaftler Manesh Rangarajan, der die indischen Wahlkämpfe seit zwei Jahrzehnten beobachtet, hält eine indische Wahl ohne das hektische Treiben für unvorstellbar. "Aber man muss auch die Geschichte mit im Blick haben", sagt er. "Immerhin hat der Sebstmordattentäter, der 1991 Rajiv Gandhi ermordete, unter seinen Anhängern gewartet." Die neuen Spannungen mit Pakistan und die Anschläge vom vergangenen November in Mumbai hätten den Druck auf die Sicherheitsbehörden noch erhöht. Dennoch seien die neuen Bestimmungen ungewohnt für die Inder. "Die indischen Wahlkämpfe leben von den karnevalesken Auftritten der Politiker in der Menschenmenge, vom Umhängen der Girlanden, von Politikern, die sich ihren Weg durch die Massen bahnen, und von Bittstellern, die sich direkt an die Politiker wenden. Wir müssen erst sehen, ob die Spannung der Wahl, der Kontakt zwischen Politikern und Wählern jetzt darunter leidet.“

"Niemand behindert den Wahlkampf"

Generalsekretär der Kongress Partei Rahul Gandhi Indien

Girlanden sind ein Zeichen der Verehrung

Ajay Sahni, Terrorismusexperte und Leiter des Instituts für Konfliktmanagement in Neu-Delhi glaubt nicht, dass die Warnungen der Regierung größere Auswirkungen haben. Die Menschen seien sich bewusst, dass Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssten. Die meisten Zwischenfälle würden passieren, wenn sich Politiker nicht an das Protokoll halten, die Sicherheitsbestimmungen nicht einhalten. "Es werden gewisse Vorkehrungen verlangt. Aber niemand hindert die Politiker am Wahlkampf. Sie müssen keine Auftritte absagen."

Die landesweiten Wahlen werden deshalb in Etappen abgehalten – gestaffelt nach Regionen. So soll jeweils das maximale Sicherheitsaufgebot mobilisiert werden können, wenn in unruhigen Regionen gewählt wird - wie beispielsweise in Kaschmir oder in Gegenden, in denen es Aufstände von Maoisten gibt. Experten warnen bereits, dass die schlechtere Sicherheitslage in Afghanistan und Pakistan auch Auswirkungen auf Indien haben könnte. Bei zwei Millionen Polizisten und paramilitärischen Einheiten, die zum Schutz der Kandidaten, Wahlhelfer und Wähler abgestellt wurden, drücken die Inder die Daumen für friedliche Wahlen.

Autor: Maurali Krishnan

Redaktion: Mathias Bölinger

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