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Wissen & Umwelt

Das Zika-Virus ist kein Grund zur Panik

Das Virus, das sich in Nord- und Südamerika ausbreitet, ist für Schwangere und Babys nicht ungefährlich. Aber eine Killerepidemie ist es auch nicht.

Wer die Berichterstattung nur oberflächlich verfolgt, könnte den Eindruck bekommen, Zika liege auf der Skala

gefährlicher Viren

ungefähr gleichauf mit Ebola und nur knapp hinter HIV.

Ein Grund für diese leicht panische Sorge ist der Mangel an Informationen. Das Virus tauchte das erste Mal 1947 in Uganda auf, erforscht wurde es aber fast gar nicht. Es gibt keinen Impfstoff und der aktuelle Ausbruch begann erst im vergangenen Jahr, als das Zika-Virus in Brasilien auftrat.

Experten warnen jedoch davor, nun in Hysterie zu verfallen.

"Man sollte Zika in keinster Weise mit HIV oder Ebola vergleichen", sagte Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin im

DW-Gespräch

. "Sonst kommen die Leute sofort auf ganz andere Gedanken und es gibt ganz wilde Thesen - irgendjemand sagt, es sei das neue HIV."

Ein "mildes" Virus

Für gesunde Erwachsene, die nicht schwanger sind, stellt das Virus keine große Bedrohung dar. Häufige Symptome sind Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlag. Das amerikanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) beschreibt die Situation klar und deutlich auf seiner Website: "Die Krankheit verläuft für gewöhnlich mild… Eine schwere Erkrankung, die einen Krankenhausaufenthalt erfordert, ist ungewöhnlich. Todesfälle sind selten."

Verglichen mit Ebola - einer Krankheit mit Symptomen wie Übergeben und unerklärlichen Blutungen, die in Westafrika erst kürzlich mehr als 11.000 Menschen tötete - erscheint Zika keinesfalls beängstigend.

Einige Touristen haben das Virus bereits als Reisesouvenir mit

nach Europa

gebracht, ohne dass es größere Wellen schlug. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) wurden in Deutschland seit 2013 zehn Zika-Fälle gemeldet. In Italien soll es vier, in Großbritannien drei und in Spanien zwei Fälle gegeben haben. Diese Zahlen sind nicht zuverlässig, da es keine internationalen Richtlinien gibt, wie das Virus gemeldet werden muss.

Es kann sein, dass es mehr Infizierte in Europa gab, ohne dass die Betroffenen selbst davon wussten. Das CDC schreibt, nur einer von fünf Menschen, die sich mit dem Virus infizierten, würden tatsächlich krank.

Ärztin hält Baby mit Mikrozephalie. (Foto: Mario Tama/Getty Images)

Babys mit Mikrozephalie, so wie die kleine Ludmilla in Recife, werden in Brasilien seit letztem Jahr überdurchschnittlich häufig geboren

Gefährlicher Geburtsfehler

Das heißt aber nicht, dass Zika vollkommen harmlos ist. Das Virus wird mit der gefährlichen Mikrozephalie-Fehlbildung in Verbindung gebracht. In Brasilien, wo das Zika-Virus besonders verbreitet ist, wurden seit dem aktuellen Ausbruch etwa 4000 Babys mit Mikrozephalie geboren. Ihre Köpfe sind kleiner als die von normalen Babys. Das geht mit Hirnschäden einher.

"Der Zusammenhang ist noch nicht zu hundert Prozent bewiesen, aber sehr wahrscheinlich", sagt Schmidt-Chanasit. "Die Beweise verdichten sich stündlich."

Wie genau die Übertragung von der Mutter auf den Fötus funktioniert, ist noch unklar. Ist das Baby geboren, kann es das Virus auch mit der Muttermilch aufnehmen. Einige Länder in Südamerika haben Frauen geraten, bis 2018 nicht schwanger zu werden.

Das Risiko besteht, wenn sich eine Frau während der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infiziert. Jemand, der vor einigen Monaten in Brasilien war und jetzt feststellt, dass sie schwanger ist, muss sich keine Sorgen machen, sagt Schmidt-Chanasit. Das Virus könne im menschlichen Körper nicht lange überleben.

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