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Fußball

Das Wunder bleibt aus

Obwohl Leverkusen gegen Barcelona ein tolles Spiel abliefert, scheidet Bayer aus der Champions League aus. Gruppensieger FC Bayern müht sich in seinem letzten Vorrundenspiel zu einem Auswärtssieg.

Kein Champions-League-Geschenk unter dem Tannenbaum: Bayer Leverkusen muss nach der Winterpause in der Europa League weiterspielen. Gegen den FC Barcelona reichte es am letzten Gruppenspieltag der Königsklasse nur zu einem 1:1 (1:1). Der FC Bayern erspielte sich bei Dinamo Zagreb ein 2:0 (0:0) – die Bayern waren bereits vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert.

Bereits am Dienstag hatte sich auch der

VfL Wolfsburg als Gruppenerster

in das Achtelfinale der Champions League gespielt. Borussia Mönchengladbach hatte nach der Niederlage gegen Manchester City dagegen sogar den Trostpreis Europa League verpasst.

Ausgeglichenes Spiel in Leverkusen

Rudi Völler hatte es geahnt. Der Bayer-Sportchef, der in seinem Fußballleben so einiges erlebt hat, sprach er vor dem entscheidenden Champions-League-Duell von einem Wunder, das passieren müsste, um den scheinbar allmächtigen FC Barcelona zu besiegen. Sein Team sei unberechenbar und bei einem tollen Tag wäre auch ein solches Wunder möglich. Und tatsächlich war Bayer 04 Leverkusen drauf und dran, die Katalanen zu bezwingen. Das Spiel war lange offen, die Fans auf der Tribüne zitterten bis zum Schluss.

Schon die Aufstellung der Katalanen machte Mut: Barcelona trat zwar mit Superstar Lionel Messi an, verzichtete aber auf zahlreiche Stammspieler. Andrés Iniesta und Gerard Piqué waren erst gar nicht im Kader, Luis Suárez saß zunächst auf der Bank, Neymar hatte sich zudem kurzfristig verletzt. Und diese Rotation machte sich in den ersten Minuten tatsächlich bemerkbar: Vor allem in der Abwehr, die Mühe mit der Abstimmung hatte. So kam Leverkusen in der 12. Minute zu der ersten großen Chance, als Freistoßspezialist Hakan Calhanoglu einen Freistoß auf das Tor zirkelte, der jedoch vom deutschen Torwart Marc-André ter Stegen entschärft werden konnte.

Messi eiskalt

Messi macht das 1:0 (Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Der unhaltbare Messi machte die Leverkusener Hoffnungen zunichte

Die Leverkusener hatten die Partie zu diesem Zeitpunkt eigentlich im Griff, doch mal wieder machte Messi den Unterschied: Ballverlust im Mittelfeld, Spitzenpass des Ex-Schalkers Ivan Rakitic in den Lauf des kleinen Argentiniers – der Rest war Formsache: 1:0 Barça in der 20. Minute. Bayer blieb jedoch cool, spielte weiter offensiv nach vorn und kam nur vier Minuten später durch Javier Hernandéz zum 1:1-Ausgleich. Es entwickelte sich ein temporeiches Spiel, bei dem sich Bayer Leverkusen allerdings ein wenig selbst im Weg stand: So vergab Karim Bellarabi in der 50. Minute eine Großchance und schoss im gegnerischen Strafraum seinen mexikanischen Kollegen "Chicharito" an.

Und auch im weiteren Verlauf wackelte die spanische Abwehr weiter bedenklich – doch die Werkself konnte kein Kapital daraus schlagen. Calhanoglu und erneut Bellarabi vergaben aussichtsreiche Tormöglichkeiten. Bis zum Schluss hielten waghalsige Abwehraktionen der Spanier die Leverkusener Fans in Atem, doch die Gastgeber nutzten die Chancen nicht. Weil sich im Parallelspiel der AS Rom und Bate Borisov beim 0:0 die Punkte teilten, beendete Leverkusen die Gruppenphase auf Rang drei – punktgleich mit Rom (6) – das aber den besseren direkten Vergleich hat. Barcelona (14) zieht als Gruppenerster in die K.o.-Runde ein, Borisov (5) ist ausgeschieden. "Das muss man akzeptieren. Wir haben leider nicht das zweite Tor erzielt", resümierte Völler nach dem Spiel im Interview mit dem Fernsehsender ZDF. "Es herrscht erstmal eine große Enttäuschung bei uns allen. Aber wir wollen in der Europa League alles tun, damit wir sehr weit kommen. Das ist unsere Pflicht."

FC Bayern mit angezogener Handbremse weiter

Auch beim bereits vorzeitig als Gruppensieger feststehenden FC Bayern München stand eine auf fünf Positionen veränderte Startelf auf dem Platz. Unter anderem bekam Ersatztorwart Sven Ulreich die Chance, sich auf internationalem Parkett zu zeigen und dazu bekam er auffallend oft Gelegenheit. Der kroatische Dauermeister Dinamo Zagreb kam gut in die Partie und tauchte zu Beginn ein ums andere Mal vor Ulreich auf, Bayern war nicht zwingend genug. Und so blieben Tore im ersten Durchgang Mangelware. Die letzten Minuten der ersten Halbzeit beendete der deutsche Rekordmeister übrigens in Unterzahl: Mehdi Benatia hatte sich verletzt, konnte aber nicht ersetzt werden, da sich offensichtlich kein Ersatzspieler warmgelaufen hatte.

FCB-Trainer Pep Guardiola guckt auf der Trainerbank ernüchternd (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

FCB-Coach Guardiola (l.) hat sich schon besser amüsiert

Die zweite Hälfte begann etwas schwungvoller und mit einigen Eckbällen für den FC Bayern, bei dem unter anderem der eingewechselte Thomas Müller für Tore sorgen sollte. Der Wechsel sollte sich lohnen: Der formstarke Nationalspieler brachte mehr Schwung in die Partie, bediente in der 61. Minute den polnischen Stürmer Robert Lewandowski per Flanke und bereitete so das 1:0 für den Favoriten vor. Bei Lewandowski schien daraufhin der Knoten geplatzt zu sein, nur drei Minuten später erhöhte er auf 2:0 (64.). Kurz vor dem Abpfiff verschoss Müller dann noch etwas zu lässig einen Foulelfmeter. Danach geschah nicht mehr viel – ein Spiel der Marke "Arbeitssieg". Für den FC Arsenal geht es ebenfalls in der Champions League weiter: Dank dreier Tore von Olivier Giroud gewann Arsenal bei Olympiakos Piräus mit 3:0 (1:0) und qualifizierte sich auf den letzten Drücker für das Achtelfinale. Piräus ist in der Europa League, Zagreb ausgeschieden.

Auslosung am Montag

Welche Gegner den FC Bayern München und den VfL Wolfsburg im Achtelfinale erwarten, ergibt die Auslosung am Montag (14.12.2015). Beide Bundesligisten, die zunächst auswärts antreten, können weder aufeinander treffen noch gegen andere Gegner aus der der Gruppe gelost werden. Die Hinspiele finden im Februar, die Rückspiele im März 2016 statt.

Hier noch einmal der Liveticker der beiden Spiele:

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