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Kultur

Das Wetter in Europa spielt verrückt

Südosteuropa erlebt eine der schlimmsten Hitzeperioden der letzten Jahrzehnte, gleichzeitig versinken in England ganze Landstriche in den Fluten.

Kinder planschen in Springbrunnen

Verrücktes Wetter: In Südosteuropa - hier in Griechenland - leiden die Menschen unter einer Hitzewelle

Griechenland erlebt in diesen Tagen einen meteorologischen Ausnahmezustand. Noch ist der klassische Hochsommer-Monat August fern, da schnellen die Thermometer in Rekordhöhe. 46 Grad wurden auf dem Festland gemessen, auf den Inseln sogar 48 Grad. So sehr brannte die Sonne zuletzt 1987. Griechenlands Wetter-Experten sprechen von einer Hitzewelle. Die verdient ihren Namen dann, wenn drei Tage hintereinander die Temperaturen nicht unter 37 Grad und nachts nicht unter 30 Grad fallen.

Gluthitze in Griechenland

Bislang sind in der Gluthitze fünf Menschen gestorben. "Das wichtigste ist die Zusammenarbeit aller Behörden - des Gesundheitsministeriums, der Elektrizitätsgesellschaft, der Polizei, der Küstenwache und wo es nötig ist auch der Armee", sagte Innenminister Prokopis Pavlopoulos.

Schon um zehn Uhr vormittags klettert die Quecksilber-Skala auf 35 bis 41 Grad Celsius. So heiß war es in Griechenland im Monat Juni noch nie seit Beginn der Temperaturmessungen, sagen die Meteorologen. Und ein Ende der Hitzewelle ist noch nicht in Sicht. 1987 kamen bei ähnlich hohen Temperaturen in der Hauptstadt Athen rund 1500 Menschen ums Leben.

Klimaanlagen verbrauchen viel Strom

Seitdem haben die Griechen ihre Konsequenz gezogen und sich massenhaft mit Klimaanlagen eingedeckt. Kein Mittelmeer-Anrainer hat mehr Klima-Geräte am Netz als Griechenland. Und das hat Folgen: Schon wird Strom stundenweise abgeschaltet. Energie muss sogar aus Italien und anderen Ländern zugekauft werden. Agenturberichten zufolge übersprang der Stromverbrauch landesweit die kritische Marke von 10.000 Megawatt.

Aber auch andere Länder stöhnen unter den unglaublichen Temperaturen. Das südliche Italien, vor allem Sizilien liegt ebenfalls unter dem Hitzeschirm. Und auch aus Rumänien werden Rekordtemperaturen gemessen. Hier sollen inzwischen Agenturmeldungen zufolge mindestens 29 Menschen an Hitzeschlag gestorben sein. Unterdessen haben die Rekordtemperaturen auch die Türkei erreicht.

Flutwellen in England

Überschwemmtes Hillsborough Stadium

Großbritannien hingegen wird von Flutwellen heimgesucht - hier das überschwemmte Hillsborough Stadium

Ganz anders die Wetterkapriolen im Norden Europas. Während auf dem Frankfurter Flughafen seit Montag (25.6.) dutzende Flüge wegen Sturm und heftigen Regenschauern abgesagt werden mussten, werden Teile Englands sogar von Flutwellen heimgesucht. Zahlreiche Flüsse traten über ihre Ufer. Mindestens drei Menschen kamen bis jetzt zu Tode. In South Yorkshire im Nordosten der Insel mussten mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht werden, weil ein Damm zu brechen droht.

"Es gab schon einige Niederschläge in diesem Monat, der Boden war schon vollgesogen und die Pegelstände der Flüsse waren überall hoch. Die Regenmassen waren wirklich außergewöhnlich", erklärte Steve Randall von der Wetter-Zentrale in London. "Die Wassersysteme konnten das nicht mehr alles aufnehmen. Es war nicht normal - für einen Juni außergewöhnlich. Wahrscheinlich war das der feuchteste Monat den es jemals gegeben hat, zumindest für manche Regionen."

Allein in Sheffield haben mehr als 1000 Menschen die Nacht in Notquartieren verbracht. Hunderte Büroangestellte und Arbeiter mußten gestern notgedrungen in ihren Bürohäusern und Fabriken bleiben. In zwei Landkreisen wurde der Schulunterricht bis auf weiteres eingestellt. Die britische Luftwaffe evakuiert die vom Wasser Eingeschlossenen per Hubschrauber. Für Teile Englands und Wales wurde die höchste Hochwasserwarnung ausgerufen.