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Filme

"Das weiße Band" für Oscar nominiert

Die Goldene Palme in Cannes und einen Golden Globe hat der Film schon bekommen - jetzt könnte es für "Das Weiße Band" auch den wichtigsten Filmpreis geben. Michael Hanekes Film wurde gleich für zwei Oscars nominiert.

Szene aus 'Das weiße Band' (Foto: dpa)

Wohin führt diese Erziehung?

Bis auf den Oscar hat "Das weiße Band" eigentlich schon alle wichtigen Filmpreise abgeräumt: Mitte Januar hat der Film den Golden Globe als bester ausländischer Film gewonnen. Im vorigen Jahr wurde er mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Europäischen Filmpreis gekürt. Und auch beim Publikum kam er hervorragend an: Allein in Deutschland haben ihn seit Oktober bereits eine halbe Million Menschen gesehen.

Michael Haneke bei der Golden Globe-Verleihung (Foto: AP)

Den Golden Globe hat Haneke für seinen Film schon bekommen

Nominiert wurde der Film des österreichischen Regisseurs Michael Haneke am Dienstag (02.02.2010) in der Kategorie bester nicht englischsprachiger Film. Außerdem gab es eine Nominierung für Christian Berger für seine Kameraarbeit bei dem Schwarzweiß-Drama.

Nominierung für Christoph Waltz

Auch der Österreicher Christoph Waltz bekommt eine Oscar-Chance für seine Rolle eines charmant-zynischen SS-Mannes in dem Drama "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino. "Inglourious Basterds" wurde zu weiten Teilen im Studio Babelsberg gedreht.

"Das Weiße Band" erzählt die Geschichte seltsamer Unfälle und Gewalttaten in einem norddeutschen Dorf in den Jahren 1913/1914. Haneke verbindet menschliche Grausamkeiten mit den überkommenen gesellschaftlichen religiösen Werten der deutschen Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg. Erwachsene werden Opfer schwerer, absichtlich herbeigeführter Unfälle. Zwei Kinder - Außenseiter alle beide - werden von Unbekannten brutal geschlagen und schwer verletzt. Menschen verschwinden. Wer tut so etwas? Warum?

Szene aus 'Das weiße Band' (Foto: dpa)

Hanekes Film ist eine Arbeit über die Folgen Schwarzer Pädagogik

Thriller ohne Auflösung

Diese Fragen verfolgt Haneke wie in einem Thriller, doch er verweigert ganz bewusst die Auflösung. "Das ist mein Prinzip", erklärt er. Es sei nicht die Aufgabe von Kunst, Antworten zu geben, sondern Fragen zu stellen. Wie unter der Lupe inszeniert Haneke das Werte- und Sozialgefüge des Dorfes: Den feudalen und rigorosen Absolutheitsanspruch des Barons (Ulrich Tukur). Die Bigotterie des Dorfarztes (Rainer Bock). Die wahnhafte Strenge des evangelischen Pfarrers (Burkhart Klaussner), der seine Kinder zu äußerlich angepassten, innerlich verkrüppelten Menschen macht.

Hanekes Film ist eine Arbeit über die Folgen Schwarzer Pädagogik. Der historische Zusammenhang verweist in die Zukunft: Erster Weltkrieg, Nationalsozialismus, Holocaust. Bis zur Perversion übersteigerte Ideale sieht der Autor und Regisseur überall als die wichtigste Ursache für Gewalt und Terrorismus.

Beste Chancen für Avatar

Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz als Nazi-Oberst Hans Landa in einer Szene des Films 'Inglourious Basterds' (Foto: dpa)

Christoph Waltz ist für seine Rolle als Nazi-Oberst nominiert

Die am Dienstag veröffentlichte Oscar-Liste führen der 3-D-Film "Avatar" und "The Hurt Locker" mit jeweils neun Nominierungen an. Die Oscars werden am 7. März in Hollywood vergeben. "Avatar" kann sich Hoffnungen auf eine Auszeichnung unter anderem in den Kategorien bester Film, bester Regisseur und beste visuelle Effekte machen. Aussichten auf die Auszeichnung als bester Schauspieler haben George Clooney ("Up in the Air") und Morgan Freeman ("Invictus"), als beste Schauspielerin sind unter anderen Sandra Bullock ("The Blind Side"), Helen Mirren ("The Last Station") und Meryl Streep ("Julie & Julia") nominiert. Die Konkurrenten für Hanekes Film kommen aus Israel, Argentinien, Peru und Frankreich.

2007 hatte Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Stasi-Film "Das Leben der Anderen" Oscar-Gold geholt. 2008 ging der Preis an den von Österreich eingereichten und mit Deutschland koproduzierten Film "Die Fälscher" von Stefan Ruzowitzky.

Autor: Manfred Götzke (dpa, apn)

Redaktion: Conny Paul

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