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Bienensterben

Das Verstummen des Summens

Imkern sterben die Bienenvölker weg, die Zahl der Wildbienen schwindet. Dabei sind sie die "Grundlage unserer Ernährung", sagen Umweltschützer - und kämpfen gegen das Bienensterben.

Schuld am Bienensterben sei vor allem die industrielle Landwirtschaft, heißt es im "Bienenaktionsplan" vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Aurelia-Stiftung, den sie gemeinsam veröffentlichten. Kahle Landschaften, einseitige Bepflanzung und der Einsatz von Pestiziden setze den Insekten zu. Deutsche Imker vermeldeten, dass sie im Frühjahr bis zu 50 Prozent ihres Bestandes verloren hätten. Zudem ist in Europa nach Angaben der Europäischen Kommission jede zehnte Wildbienenart vom Aussterben bedroht.

Die Umweltschützer fordern deshalb das Verbot bestimmter Pestizide, die für Bienen besonders schädlich sind. Außerdem gehe es darum, ihre natürlichen Lebensräume - etwa Hecken, Wiesen und Blühflächen - zu erhalten und wiederherzustellen. Darüber hinaus solle die bäuerliche und ökologische Landwirtschaft vorangetrieben werden.

Bedeutende Brummer

Diese Forderungen müssten möglichst schnell umgesetzt werden, denn Bienen und andere bestäubende Insekten seien die "Grundlage unserer Ernährung", heißt es im Positionspapier. So seien zwei Drittel der Nahrungspflanzen auf die Insekten angewiesen. "Wird der Artenverlust bei den Insekten nicht gestoppt, gefährdet dies nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch die Nahrungsmittelproduktion", warnte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Wildbiene des Jahres, die Knautien-Sandbiene (Foto: picture alliance/dpa/blickwinkel)

Wildbiene des Jahres: Die Knautien-Sandbiene steht auf der Liste der bedrohten Tierarten

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES unternahm derweil den Versuch, dem Treiben der Wild- und Honigbienen einen wirtschaftlichen Wert beizumessen. Das Ergebnis: Ihre weltweite Bestäubungsleistung wäre pro Jahr 200 bis 500 Milliarden Euro wert.

Bienenpolitik

Unterstützung fanden die Forderungen von BUND und Aurelia bei dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Harald Ebner. Dieser nutzte die Gelegenheit, um Agrarminister Christian Schmidt zum Handeln zu drängen. "Möchtegern-Bienenminister Schmidt muss jetzt jenseits von PR-Aktionen wie Bienchen-Apps und Wohlfühl-Bienenkonferenzen endlich handeln", sagte er.

Schmidt hatte sich Ende März im Rahmen der internationalen Bienenkonferenz für den Bienenschutz stark gemacht. "Wir brauchen die Bienen, ihr Schutz ist eine schlichte Lebensnotwendigkeit", hatte er dort gesagt.

mrk/kle (afp, BUND, epd)

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