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Kultur

Das Theaterjahr 2001: Phantomdebatte und viele Neuanfänge

Um den Muff aus den Theatersälen zu vertreiben, zogen 2001 an vielen Häusern neue Intendanten ein. Manchmal wurde dabei nur Staub aufgewirbelt, manchmal aber auch eine ganz neue künstlerische Perspektive eröffnet.

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Gelungener Neustart für Bernd Wilms und das Deutsche Theater in Berlin

Eines der am stärksten diskutierten Themen des Jahres war der angebliche Widerspruch zwischen "altem und jungem Theater". Der vermeintliche Generationenkonflikt führte dazu, dass das altehrwürdige Theatertreffen in Berlin erstmals wieder Konkurrenz durch die wiederbelebte "Experimenta" in Frankfurt am Main erhielt, wo sich junge Regisseure versammelten. Am Ende der Phantomdiskussion rauften sich die Jungen und die Alten aber wieder zusammen und waren sich einig: Es gibt kein junges und altes Theater, sondern nur gutes und schlechtes. Danach rückte wieder die Kunst selbst in den Mittelpunkt. Zahlreiche Neustarts galt es zu verfolgen.

Neue Besen kehren gut?

In München zog Dieter Dorn mit fast komplettem Ensemble von den Kammerspielen ins Residenztheater um, wo er sein solid-verlässliches Schauspielertheater fortsetzte. Er brachte eine ebenso traditionelle wie feinfühlige Inszenierung von Shakespeares "Kaufmann von Venedig" auf die Bühne, und das Publikum jubelte.

Ebenso gelungen war Frank Baumbauers Einstand an den Kammerspielen. Er setzte auf Zeitgenössisches und eröffnete mit Herbert Achternbuschs "Daphne von Andechs", einer Liebeserklärung an München mit Josef Bierbichler. Weniger Zuschauerlob erhielt die deutschsprachige Erstaufführung von
Sarah Kanes letztem Stück "4.48 Psychose" in der Regie von Thirza Bruncken.

Neustart auch an zwei großen Berliner Bühnen. Viele neue Gesichter und Premieren fast im Wochenrhythmus gab es am Deutschen Theater unter der neuen Intendanz von Bernd Wilms zu bestaunen. Als Hausregisseure verpflichtete er Konstanze Lauterbach und Hans Neuenfels. Weder Lauterbachs Lorca-Inszenierung "Bluthochzeit" noch Neuenfels' Shakespeare-Arbeit "Titus Andronicus" riss die Kritiker zu Beifallsstürmen hin. Großen Erfolg hatte jedoch Michael Thalheimer mit seiner radikal verkürzten und verfremdeten Inszenierung von Lessings Drama "Emilia Galotti".

Schwieriger war der Neuanfang am Berliner Maxim-Gorki-Theater. Dort gelang dem neuen Theaterleiter Volker Hesse mit der Uraufführung von Theresia Walsers "Die Heldin von Potsdam" nur ein schwacher Auftakt. Begeisterten Beifall fand aber dann die Uraufführung der Polit-Revue "Merkels Brüder" in der Regie von Hajo Kurzenberger und Stephan Müller.

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