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Sport

Das Team Mercedes – die deutsche Formel-1-Nationalmannschaft

Mit drei deutschen Fahrern geht das Mercedes-Team in die Formel-1-Saison 2010: Rekord-Weltmeister Michael Schumacher, Nico Rosberg und Testfahrer Nick Heidfeld. Es ist das erste eigene Werksteam seit 55 Jahren.

Nico Rosberg (li) und Michael Schumacher posieren vor dem Silberpfeil bei der Präsentation des neuen Mercedes GP Petronas-Formel1-Teams. (Foto: apn)

Alles deutsch!

Mercedes geht also nach einem halben Jahrhundert wieder eigene Wege in der höchsten Rennserie des Motorsports – und das mit der "Formel deutsch". Mit drei deutschen Fahrern startet das Mercedes Grand-Prix-Team in die neue Saison. Die spektakuläre Rückkehr von Michael Schumacher überstrahlt die gesamte Formel 1, aber für Mercedes ist es mehr als nur ein Glücksfall. Man erwartet einiges vom deutschen Superstar: Nichts anderes als den WM-Titel. Dazu übernahmen die Stuttgarter im November das Brawn-GP-Weltmeisterteam, das es in der letzten Saison sowohl in der Teamwertung als auch in der Fahrerwertung mit Jenson Button bis ganz nach oben geschafft hatte. Der als "Superhirn" bekannte Engländer Ross Brawn wurde zum Mercedes-Teamchef ernannt – und das mit gutem Grund: Er hatte Michael Schumacher schon damals bei Benetton und später bei Ferrari zu allen sieben WM-Titeln geführt und war maßgeblich an der Entscheidung Schumachers, in die Formel 1 zurück zu kehren, beteiligt. Bei den Gesprächen sei er "ganz einfach ganz heiß geworden", gesteht Schumacher und träumt ebenfalls vom Titel. "Ja, keine Frage. Deshalb haben wir uns gegenseitig auf drei Jahre verpflichtet."

Deutsches Cockpit

Michael Schumacher (re) und Nico Rosberg (Foto: apn)

Das Talent und der Altmeister

Doch nicht nur der Routinier Schumacher ist für den Titel gut, auch Teamkollege Nico Rosberg will vorne mitfahren. Noch im November wurde der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg als erster Mercedes-Werksfahrer seit 55 Jahren gefeiert, geriet nach dem Comeback von Rekordweltmeister Schumacher aber wieder in den Hintergrund. "Ich habe das Ziel, mit Michael auf Augenhöhe zu fahren", sagt Rosberg. "Er hat drei Jahre lang keine Formel-1-Rennen mehr bestritten, so können wir sicherlich unsere Erfahrungen austauschen." Mit großem Stolz steigt er in den Silberpfeil. "Ich habe das Mercedes-Museum in Stuttgart besucht. Da merkt man schon, welch einzigartige Geschichte Mercedes hat."

Dieter Zetsche, Daimler-Chef und Ross Brawn unterhalten sich. (Foto: AP)

Ein gutes Team? Zetsche (li)und Brawn

Mercedes-Sportchef Norbert Haug freut sich über soviel Verbundenheit und Ehrgeiz. Er sieht in der bevorstehenden Saison eine ganz neue Herausforderung. "Wir machen uns den nötigen positiven Druck im Team. Wir wollen alle das eine: Titel gewinnen. Michael wird gewinnen, wenn wir ihm das richtige Auto geben. Gleiches traue ich auch Nico Rosberg zu." Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche hat Großes vor mit dem deutschen Team, das er "die deutsche Nationalmannschaft in der Formel 1" getauft hat. "Das zeigt, wie groß die Klasse der deutschen Fahrer mittlerweile ist", erklärt Haug. "Wir wählten die für uns besten verfügbaren Fahrer. Der Pass war kein Kriterium, aber es ist erfreulich, dass beide deutsch sind."

Silberpfeil ganz in der Hand von Mercedes

Nach der langjährigen gemeinsamen Ära mit Partner McLaren (viermal Weltmeister, zehnmal Vize-Meister) geht Mercedes nun eigene Wege. Der McLaren-Bolide ist weiter mit einem Mercedes-Motor ausgestattet, doch matt silber glänzen nur die Rennautos von Schumacher und Rosberg.

Michael Schumacher und der neue Silberpfeil (Foto: AP)

Rekordweltmeister Schumacher und sein neues Rennauto

"Wir haben wahrscheinlich das beste Führungsteam in der Formel 1, wir haben den besten Fahrer (Michael Schumacher), eines der größten Talente (Nico Rosberg), und wir haben die besten Motoren", schwärmt Zetsche. Und all das angeblich mit einem viel kleineren Budget als früher: Er werde in den kommenden beiden Jahren auf "nicht einmal ein Viertel des Niveaus von vor wenigen Jahren reduziert", kündigte Zetsche an. Er bezifferte die Kosten des Fomel-1-Teams auf 1,4 Prozent des gesamten Etats für Forschung und Entwicklung. "Wir haben alle Ingredienzien für eine hervorragende Rezeptur. Jetzt muss nur noch anständig gekocht werden."

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Calle Kops

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