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Deutschland

Das Stadion singt - auch ohne Fußball

Beim "Day of Song" haben rund 60.000 begeisterte Sänger in der Arena auf Schalke in Gelsenkirchen gefeiert. Zu hören waren Bergmannslieder, Opernchöre und Rockballaden.

Day of Song (Foto: Klaus Gehrke)

Sängerische Hochstimmung: Chorsänger mit La Ola

Die Arena auf Schalke in Gelsenkirchen ist eine der ersten Adressen im deutschen Fußball – und gesungen wird hier auch immer lauthals. Doch was am Samstagabend (05.06.2010) aus dem Stadion weit hörbar in die Umgebung schallte, war alles andere als die sonst üblichen Fangesänge: über 750 Chöre und Tausende Sangesbegeisterte aus dem gesamten Ruhrgebiet feierten sich selbst, ihren Gesang und den Abschluss des Projektes "Sing! – Day of Song".

Sangesfreudiges Spielfeld

Day of Song (Foto: Klaus Gehrke)

Bis auf den letzten Platz mit Sängern gefüllt: die Ränge der Schalke-Arena

In der Mitte der Arena hatten über 8000 professionelle Chormitglieder, etwa der Chor des Essener Aalto Theaters, sowie die Bochumer Sinfoniker Platz genommen und bildeten mit farbenfroher Kleidung einen bunten Mittelpunkt. Die Idee für dieses Projekt, das die europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010 an dem Wochenende zu einer einzigartigen Chorhauptstadt verwandelte, hatte der Dirigent des Bochumer Orchesters, Steven Sloane. Er wollte, dass das Ruhrgebiet sich wieder an seine Gesangstradition aus vergangenen Bergarbeitertagen erinnert und daraus eine neue Kultur des Singens erwachsen lässt. Wie alle Beteiligten war auch er sehr gespannt auf das Ergebnis des Abends: "Wir wissen nicht, wie das wird. Ich habe in meinem Leben noch nie einen Chor von 65.000 Leuten dirigiert."

Keine Angst vorm Singvirus

Day of Song (Foto: Klaus Gehrke)

Gedränge der Chorsänger am Eingang der Arena auf Schalke

Auch Benedikte Baumann, die Leiterin des Projektes "Sing!" war sehr gespannt auf das Ergebnis des Projektes, das rund zwei Jahre Vorbereitung in Anspruch genommen hat. Für sie ist das aber kein Wunder: "Dieses Projekt ist langsam gewachsen, so dass ein 'Day of Song' gar nicht mehr reichte, sondern dass vier Tage daraus geworden sind. Es ist deswegen immer größer geworden, weil unser Singvirus sich so weit fortgesetzt hat." Der hatte sich vor allem am Samstagmittag im gesamten Ruhrgebiet ausgebreitet: schätzungsweise eine Million Menschen, so Baumann, hätten beim Anstimmen des "Steigerliedes" mitgesungen.

Neue Singgemeinschaft?

Auch von der Nachhaltigkeit des Projektes sind Benedikte Baumann und Steven Sloane fest überzeugt: "Im Laufe der zwei Jahre Vorbereitung sind bereits so viele Netzwerke gegründet worden, und es haben sich so viele Gruppen zusammen gefunden, die sich vorher überhaupt nicht kannten, da sind wir sicher, dass das weiter gehen wird." Man darf gespannt sein, ob es weiter geht. Die 65.000 Singfans jedenfalls verlebten einen fulminanten Abend: Sie sangen Kanons, Popsongs, Schlager oder Klassik, wie etwa den "Zigeunerchor" aus Verdis Oper "Troubadour" oder Beethovens "Freude schöner Götterfunken". Und sie sangen zusammen mit Stars wie Bobby McFerrin, Operndiva Vesselina Kasarova oder den Wise Guys. Wer da nicht vom Gesangsvirus infiziert wurde, war es selbst schuld.

Autor: Klaus Gehrke

Redaktion: Annamaria Sigrist

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