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Sport

Das spricht für Argentinien…

Eine neu entdeckte Liebe zur Abwehrdisziplin, ein überragender Javier Mascherano und das einmalige Potential eines Lionel Messi sollen Argentinien den WM-Sieg bescheren. Und dann ist da noch die Underdog-Rolle.

Defensive Disziplin

Keine Schönspielerei, sondern vor allem zu null - die defensive Grundausrichtung der Argentinier überraschte viele, ist aber effizient. In der K.o.-Phase hat die argentinische Elf bisher kein Gegentor kassiert und konzentriert sich weitgehend auf schnelles Verschieben und konsequentes Verteidigen. "Diese Mannschaft ist sehr gut organisiert", lobt Deutschlands Trainer Joachim Löw, der sich beeindruckt zeigt, wie gut selbst die Stürmer mit verteidigen und auf schnellen Ballgewinn aus sind. Das sei auch der Unterschied zu den vergangenen, meist enttäuschend verlaufenen Turnieren. "Wir sind konservativer aufgestellt als vor vier Jahren. Wir werden den Sieg jetzt auf einem anderen Weg suchen", deutet Argentiniens Coach Alejandro Sabella eine defensivere Taktik an. Wenn selbst die spielstarken und torgefährlichen Niederländer gegen Argentinien nicht treffen, hat das wohl einiges zu bedeuten.

Mascheranos Wille

Von ihm ist sogar Bastian Schweinsteiger tief beeindruckt: "Mascherano führt die Mannschaft wie ein Leitwolf an", sagt Schweinsteiger und muss es wissen, schließlich ist er selbst einer. Mit welchem Einsatz Javier Mascherano auch in der Defensive zur Sache geht und sich in Schussversuche des Gegners wirft, zeige dessen Einstellung, so Schweinsteiger. "El Jefecito", den kleinen Chef, nennen sie Mascherano wegen seiner zierlichen Statur. Fußball-Idol Maradona hat noch einen anderen Spitznamen für den 30-Jährigen geprägt: "Pitbull". Dahinter stecken natürlich die Attribute bissig, zweikampfstark, unangenehm zu spielen. All das trifft zu. Am beeindruckendsten ist jedoch, wie Mascherano ein Spiel, das auf der Kippe steht, an sich reißen kann. Ein echter Leader eben.

Messis Genie

Er ist wie keiner vor ihm: Lionel Messi, der wohl meistbesungene und gefeierte Fußballer der Gegenwart. Niemand, nicht einmal Christiano Ronaldo, kann so mit dem Ball umgehen wie der kleine Spielmacher und Stürmer in Personalunion. Messi vermag atemberaubende Dinge auf dem Platz zu vollbringen, kann es auch mal mit fünf Gegenspielern aufnehmen, wenn es denn sein muss. Damit zieht er viel Aufmerksamkeit der gegnerischen Abwehr auf sich und schafft so Freiräume für Mitspieler. Auch wenn der vierfache Weltfußballer des Jahres in der Summe eher wenig läuft, sind seine Antritte mit Ball sensationell schnell. Ihn zu stoppen, ist eine Mannschaftsaufgbe, wie Thomas Müller klar gemacht hat. Doch egal, wie eng man ihm jemanden auf die Füße stellt, Messi kann immer ein Spiel entscheiden.

Die vermeintliche Underdog-Rolle

Nach dem 7:1 der DFB-Elf gegen Brasilien und dem eher glücklichen Sieg der Argentinier gegen die Niederländer im Halbfinale rieben sie sich in Argentinien die Hände: Favoriten sind zum Glück die Deutschen. "Die Deutschen sind jetzt zuversichtlich. Besser so, denn je mehr Selbstvertrauen sie haben, desto größer wird die Überraschung gegen uns sein", tönte wie gewohnt selbstbewusst der Grandseigneur des argentinischen Fußballs, Diego Maradona. Auch Trainer Alejandro Sabella setzt auf diese Konstellation, denn so muss die deutsche Mannschaft das Spiel machen, während sich die Argentinier auf das Verteidigen konzentrieren können - was sie in Brasilien ohnehin am liebsten tun.

Die Statistik

Es gibt nicht allzu viele Länder auf der Welt, gegen die Deutschland eine negative Bilanz aufweist. Angstgegner Italien zählt dazu, Rekordweltmeister Brasilien auch - und die Argentinier. In bisher 20 Spielen gewann die Albiceleste neun Mal, die deutsche Elf erst sechs Mal. Fünf Partien endeten Remis. Allerdings wendet sich bei Weltmeisterschaften das Blatt: Vier Mal gewann Deutschland, nur einmal Argentinien, einmal endete die Partie unentschieden.

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