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Stadtbilder

Das solltet ihr in Leipzig gesehen haben

Leipzig ist eine geschichtsträchtige Stadt mit vielen bedeutenden Bauwerken – zu vielen für einen kurzen Städtetrip am Wochenende. Diese drei Sehenswürdigkeiten solltet ihr aber auf keinen Fall verpassen.

Völkerschlachtdenkmal

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig


Thomaskirche

Die Thomaskirche in Leipzig. Hier wirkte Johann Sebastian Bach von 1723 bis zu seinem Tod 1750 als Thomas-Kantor.

Untrennbar verbunden mit Johann Sebastian Bach: die Thomaskirche

Die Thomaskirche ist vor allem bekannt geworden durch einen ihrer Kantoren: Johann Sebastian Bach. In seiner Zeit als Thomaskantor hat er Musik für die Gottesdienste geschrieben. Seit 1950 befindet sich sein Grab in der Thomaskirche. Als Thomaskantor war er auch für den Thomanerchor zuständig, den es heute immer noch gibt. Dieser Chor wurde 1212 gegründet und ist damit einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands.

Die Thomaskirche selbst ist nach der Nikolaikirche die zweitgrößte in Leipzig. Der heutige Bau stammt aus der Spätgotik und wurde Ende des 15 Jahrhunderts errichtet. Der charakteristische Renaissance-Turm kam im 16. Jahrhundert hinzu und erhielt erst 1702 sein jetziges Aussehen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Fassade und Innenraum umgestaltet. Das Dach der Kirche ist eines der steilsten Giebeldächer in Deutschland.

In der Thomaskirche befinden sich zwei Orgeln. Die ältere wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Wilhelm Sauer gebaut. Da sich die Werke von Johann Sebastian Bach auf dieser Orgel nicht so gut spielen lassen, wurde im Bach-Jahr 2000 eine weitere Orgel fertiggestellt. Die neue Orgel aus der Werkstatt von Gerald Woehl wurde in traditioneller Bauweise konstruiert, sodass barocke Orgelmusik besser wiedergegeben werden kann.


Völkerschlachtdenkmal

Am 18. Oktober 1913 wurde das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht, das heute zu den Wahrzeichen von Leipzig gehört. Der Koloß aus 26.500 Granitblöcken erinnert an die Völkerschlacht bei Leipzig, die vom 16. bis 19. Oktober 1813 tobte und die Herrschaft Napoleons über Deutschland beendete. An der bis dahin gewaltigsten Schlacht der Weltgeschichte nahmen mehr als eine halbe Million Soldaten teil. Foto: Wolfgang Kluge +++(c) dpa - Report+++

Das Völkerschlachtdenkmal erinnert an eine blutige Schlacht.

Wenn man nach Leipzig reist, sieht man das bekannteste Wahrzeichen der Stadt schon von Weitem: das Völkerschlachtdenkmal. Es ist 91 Meter hoch und bis zu 126 Meter breit. Damit gehört es zu den größten Denkmälern in Europa. Das Völkerschlachtdenkmal erinnert an die bis dahin größte Massenschlacht der Geschichte: Vom 16. bis 19. Oktober 1813 kämpften über eine halbe Million Soldaten aus ganz Europa in der sogenannten Völkerschlacht gegeneinander. Diese wichtigste Schlacht der Befreiungskriege gegen die napoleonische Herrschaft in Deutschland endete mit einer Niederlage Napoleons gegen die verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden. In der Folge zog sich Napoleon aus Deutschland zurück. Die Zahl der Menschen, die bei den Kämpfen getötet wurden, wird auf 90.000 bis 120.000 Menschen geschätzt.

Das Denkmal wurde nach 15-jähriger Bauzeit am 18. Oktober 1913 – also genau 100 Jahre nach der Völkerschlacht – eingeweiht. Insgesamt wurden 26.500 Steinblöcke verbaut. Besucher können zu Fuß oder mit dem Fahrstuhl auf eine Aussichtsplattform gelangen, die einen wunderbaren Blick über Leipzig und das Leipziger Umland bietet.


Gewandhaus

Das Leipziger Gewandhaus Augustusplatz in Leipzig,

Der heutige Bau ist bereits das dritte Gewandhaus.

Weltberühmt sind das Gewandhaus und das Gewandhausorchester. 175 Musikern spielen in dem Sinfonieorchester, das damit das größte Berufsorchester weltweit ist. Zugleich gilt es als ältestes bürgerliches Konzertorchester Deutschlands, denn es wurde Mitte des 18. Jahrhundert von Leipziger Kaufleuten gegründet.

Seit seiner Gründung hatte das Gewandhausorchester mehrere Häuser. Zunächst diente ein bereits im 15. Jahrhundert erbautes Gebäude in der Leipziger Altstadt als Spielstätte. Ursprünglich handelten dort Kaufleute mit Tuch- und Wollwaren, weswegen das Gebäude bald "Gewandhaus" genannt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde für das mittlerweile städtische Orchester ein neues, größeres Gewandhaus gebaut, das allerdings im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Das dritte Konzertgebäude, das heutige Gewandhaus, wurde 1981 fertiggestellt und befindet sich auf dem Augustusplatz. Von außen hat man durch die Glasfront einen direkten Blick auf ein beeindruckendes, 714 Quadratmeter großes Deckengemälde des Leipziger Künstlers Sighard Gille.

Im Inneren des Gewandhauses befinden sich zwei Säle. Der „Große Saal“ besitzt eine hervorragende Akustik und bietet Platz für 1.900 Konzertbesucher. Das Gewandhaus ist vor allem auch durch seine Kapellmeister zu dem geworden, was es heute ist. Berühmte Gewandhauskapellmeister waren unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdy, Kurt Masur und Herbert Blomstedt.


Glossar

geschichtsträchtig – so, dass etwas eine besondere Geschichte hat

Kantor, der – der Leiter eines Kirchenchors, der auch für die Kirchenmusik verantwortlich ist

Thomanerchor – der Chor der Thomaskirche

Knabenchor, der – ein Chor, in dem nur Jungen singen

Spätgotik, die – ein europäischer Kunst- und Architekturstil von etwa 1350 bis 1520

charakteristisch – typisch; sehr auffällig

Renaissance, die (aus dem Französischen) – ein europäischer Kunst- und Architekturstil, in Deutschland vor allem im 16. und frühen 17. Jahrhundert

Fassade, die – der äußere, vordere Teil eines Gebäudes

etwas umgestalten – etwas ein neues Aussehen geben

Giebeldach, das – ein Dach, dessen zwei Flächen schräg gegeneinander stehen

Orgel, die – ein Musikinstrument mit Tasten wie bei einem Klavier und vielen unterschiedlichen Pfeifen

etwas konstruieren – hier: etwas planen und bauen

barock – in einem Stil aus der Zeit von etwa 1600 bis 1750

***

Wahrzeichen, das – eine Sehenswürdigkeit (z. B. ein Bauwerk), die charakteristisch für einen Ort oder ein Land ist

Massenschlacht, die – ein Kampf zwischen zwei sehr großen Gruppen von Soldaten in einem Krieg

Heer, das – der Teil der Armee, der auf dem Land kämpft

Denkmal, das – eine Figur, ein Bauwerk oder ein Ort, das an ein Ereignis oder an eine Person erinnert

sich verbünden – sich mit jemandem zusammentun (z. B. um gegen jemand anderen zu kämpfen)

Preußen, das – Staat innerhalb des Deutschen Reiches; nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst

sich zurückziehen hier: etwas verlassen; von etwas weggehen

etwas schätzen – hier: die Größe einer Menge nur ungefähr bestimmen

etwas einweihen – etwas Neues (z. B. ein Bauwerk) feierlich eröffnen

Aussichtsplattform – eine Art Terrasse auf einem Gebäude, von der man einen weiten Blick auf die Gegend hat

***

Umland, das – die Region oder das Gebiet um eine Stadt

Gewand, das – ein Kleidungsstück; auch: die Kleidung

Sinfonie, die – ein Musikstück, das für ein Orchester geschrieben wurde und aus mehreren Teilen besteht

bürgerlich – hier: nicht aus dem Adel, nicht kirchlich, nicht bäuerlich

Haus, das – hier: das Gebäude, in demAufführungen und Konzerte stattfinden (→Spielstätte)

Spielstätte, die – ein Ort oder das Gebäude, in dem Aufführungen oder Konzerte stattfinden

Glasfront, die – eine Vorderseite eines Gebäudes, die zum größten Teil aus Glas besteht'

Akustik, die – hier: die Wirkung von Klängen und Musik in einem Raum

Kapellmeister, der – der musikalische Leiter eines Orchesters


Autor: Felix Forberg
Redaktion: Ingo Pickel



Und hier zeigt euch eine Leipzigerin, welche drei Sehenswürdigkeiten sonst noch einen Besuch wert sind:

Video ansehen 04:18

Drei Reisetipps für Leipzig (Flash)

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