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Köln

Das solltet ihr in Köln gesehen haben

Köln ist eine Millionenstadt, und doch befinden sich viele Sehenswürdigkeiten nur wenige Schritte voneinander entfernt. In der „Fünften Jahreszeit" kann man eine der bekanntesten Attraktionen gar nicht übersehen.


Der Kölner Dom

Der Kölner Dom wirkt nur von außen sehr düster.

Kölner Dom und Domplatz

„Mer losse d‘r Dom en Kölle, denn do jehöt hä hin“, singt die Kölner Band Bläck Fööss (die „Nackten Füße“) in einem ihrer berühmten Karnevalslieder. Auf Hochdeutsch heißt das: „Wir lassen den Dom in Köln, denn da gehört er hin“. Die Kölner und ihr Dom – das ist eine ganz besondere Beziehung. Mit seinen 157 Metern Höhe ist er aus allen Teilen der Stadt zu sehen.

Der Kölner Dom ist die dritthöchste Kirche der Welt (von 1880 bis 1884 war er sogar das höchste Gebäude weltweit) und zugleich die touristische Hauptattraktion der Stadt: Etwa sechs Millionen Besucher wollen das gotische Bauwerk jedes Jahr sehen. Damit ist das Unesco-Weltkulturerbe die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands.

Die Geschichte des Doms reicht weit zurück: Im Jahre 1164 raubte der Erzbischof Rainald von Dassel in Italien die angeblichen Gebeine der Heiligen Drei Könige und brachte sie nach Köln in den Vorgängerbau des heutigen Doms. Doch weil zu viele Pilger diese wertvolle Reliquie sehen wollten, wurde der alte Dom abgerissen. An seiner Stelle wurde 1248 der Grundstein für den neuen Kirchenbau gelegt. Es dauerte fast 650 Jahre, bis der Dom nach einem jahrhundertelangen Baustopp in seiner heutigen Form fertiggestellt wurde: Seit 1880 stehen seine charakteristischen Türme, Kaiser Wilhelm I. feierte ihre Vollendung.

Eine Attraktion für Besucher ist der Aufstieg auf die Domspitze. Wer schwindelfrei ist, genießt hier einen wunderschönen Blick über die „Domstadt“. Die weniger Mutigen können die Schatzkammer besuchen oder den Dreikönigsschrein. Wer lieber die moderne Kunst mag, sollte sich das „Richter-Fenster“, ein Werk des Kölner Künstlers Gerhard Richter, anschauen. Seit 2007 schmückt es den Dom und hat für viele Kontroversen gesorgt.


Altstadt/Martinsviertel

Durch die kleinen Gassen der Kölner Altstadt kann man Groß St. Martin sehen.

Kölner Altstadt mit Groß St. Martin

Wer Köln besucht, muss sich die Altstadt anschauen. Der Kern des Martinsviertels – von den Kölnern „Altstadt“ genannt – liegt an der Stelle einer ehemaligen Rheininsel. Die wurde im 10. Jahrhundert zugeschüttet, und im 12. Jahrhundert wurde die romanische Kirche „Groß St. Martin“ gebaut, die bis heute neben dem Dom das Stadtbild prägt und auf fast jeder typischen Köln-Postkarte zu sehen ist.

Besonders schön sind die kleinen, mittelalterlich anmutenden Gassen mit ihren Geschäften, Cafés und Kneipen. Wer sich für die römische Geschichte der Stadt interessiert, sollte das „Römisch-Germanische Museum“ besuchen, unmittelbar neben dem Dom. Das „Museum Ludwig“ zeigt Kunstinteressierten Werke aus neuerer Zeit, und die Kölner Philharmoniebietet Kultur fürs Ohr.

Schön ist auch die Rheinpromenade, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Inline-Skates. Das „Hänneschen-Theater“ zeigt Puppentheater auf Kölsch, und wer sich lieber in ein Restaurant setzt, findet in der Altstadt reichlich Auswahl. Ihre südliche Grenze ist die Deutzer Brücke und der Heumarkt.

Direkt um die Ecke befinden sich zwei Bauwerke, die von den einst stolzen und wohlhabenden Kölner Bürgern erbaut wurden: der Gürzenich – die alte städtische Festhalle aus dem 15. Jahrhundert – und das Kölner Rathaus, das zu den ältesten Deutschlands zählt. Sehenswert sind hier der Hansesaal aus dem 14. Jahrhundert, der gotische Turm und das Renaissance-Portal. Auf dem Rathausvorplatz schließlich stößt man auf die Überreste einer der größten mittelalterlichen Judenviertel nördlich der Alpen: Hier kann man eine Mikwe – ein rituelles jüdisches Bad –aus dem 12. Jahrhundert besichtigen.


Kölner Karneval

Kölner Karneval

Der Kölner Karneval ist sehr farbenfroh.

Karneval gibt es an vielen Orten in Deutschland. Aber im Rheinland ist er besonders wichtig und in Köln natürlich am schönsten. So sehen es jedenfalls die Kölner. Die „Fünfte Jahreszeit“ beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr, und sie dauert bis zum Aschermittwoch des folgenden Jahres. Gefeiert wird das erste Mal im November, danach geht es erst mal ruhiger weiter.

Im Januar wird der Karnevalsprinz ernannt, und es beginnt die Zeit der Sitzungen und Karnevalsbälle. Der „richtige“ Straßenkarneval wird dann an Weiberfastnacht (auf Kölsch heißt das „Wieverfastelovend“) meist im Februar eröffnet. Von Donnerstag bis Dienstagabend steht Köln dann Kopf. Es wird gefeiert, getrunken, geschunkelt, gesungen, getanzt und getrommelt. Wer den Karneval nicht mag, kann jetzt nur noch die Stadt verlassen. In den Straßen, in Straßenbahnen, in Kneipen und Cafés sind fast alle Menschen verkleidet. Viele Traditionen gibt es im Karneval, aber das Wichtigste ist: Man muss dabei sein.

Ob am Sonntag bei den „Schull- und Veedelszöch“ (den „Schul- und Viertelszügen“), abends in den Kneipen oder beim Höhepunkt, dem Rosenmontagszug: Es hilft nur Feiern oder Flucht. Nur ganz selten findet der Rosenmontagszug nicht statt: So wurde er 1991 als Reaktion auf den zweiten Golfkrieg abgesagt. Den ersten offiziellen Rosenmontagszug gab es schon 1823. Seitdem gibt es auch das sogenannte Kölner Dreigestirn: den Prinzen, die Jungfrau – die von einem Mann dargestellt wird – und den Bauern.

Jedes Stadtviertel feiert seinen eigenen Karneval, und es gibt viele Karnevalsgesellschaften. Berühmt sind z. B. die „Roten Funken“ und die „Blauen Funken“, deren Uniform eine Parodie auf die ehemaligen preußischen Herrscher ist.

Der Karneval endet mit der Verbrennung des „Nubbels“. Der nimmt alle Sünden auf sich, die von den Karnevalisten während der närrischen Tage begangen worden sind. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei ...“ wird dann gesungen – und man muss über acht Monate warten, bis der Kölner Karnevalsgruß wieder ertönt: „Kölle Alaaf!“


Glossar

Attraktion, die – eine besondere Sehenswürdigkeit; ein besonderes Ereignis, das viele Menschen anzieht

gotisch – so, dass etwas im Kunst- und Architekturstil der Gotik, in Deutschland von etwa 1220 bis 1520, erschaffen wurde

Weltkulturerbe – Bauwerke oder Kunstwerke, die von der Unesco als ganz besonders bedeutend angesehen werden

etwas reicht weit zurück – etwas ist alt; etwas hat eine lange Geschichte

angeblich – so, dass etwas nur behauptet wird, aber vielleicht nicht wahr ist

Erzbischof, der – ein hohes kirchliches Amt

Gebeine, die – veraltet für: die Knochen eines Menschen

Heiligen Drei Könige, die – Figuren aus der christlichen Religion, die Jesus kurz nach seiner Geburt besucht und beschenkt haben sollen

Pilger, der – jemand, der aus religiösen Gründen zu einem Ort reist

Reliquie, die – ein Gegenstand, der eine große religiöse Bedeutung hat, weil er von einem Heiligen stammen soll

den Grundstein legen – den ersten Stein eines Bauwerks legen; mit einem Bau beginnen

schwindelfrei – ein Mensch, der kein Problem in der Höhe hat

Schatzkammer, die – ein Raum, in dem Schätze aufbewahrt werden

Dreikönigsschrein, der – der Behälter, in dem die →Gebeine der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden

Kontroverse, die – eine heftige Diskussion

***

etwas zuschütten – etwas mit etwas füllen, ein Loch schließen

romanisch – so, dass etwas im Kunst- und Architekturstil der Romanik, in Deutschland von etwa 1000 bis 1230, erschaffen wurde

etwas prägt das Stadtbild – etwas ist wichtig für den ersten Eindruck von einer Stadt

etwas mutet an – hier: etwas sieht so aus wie

Gasse, die – eine kleine Straße

Philharmonie, die – ein Gebäude mit einem Konzertsaal für ein Orchester

Promenade, die – hier: eine breite Fußgängerzone

Kölsch, das – hier: der Dialekt, der in Köln gesprochen wird

wohlhabend – mit viel Geldund Besitz; reich

Renaissance, die (aus dem Französischen)– ein europäischer Kunst- und Architekturstil, in Deutschland vor allem im 16. und frühen 17. Jahrhundert

Portal, das– hier: der große Eingangsbereich bei einem Gebäude

auf etwas stoßen– hier: etwas sehen; etwas erblicken

rituell– hier: einem religiösen Brauch entsprechend

***

Aschermittwoch – der Mittwoch (meist im Februar, selten im März), an dem Karneval endet

Karnevalsprinz, der – eine traditionelle und wichtige Figur im Kölner Karneval

Sitzung, die – eine Veranstaltung im Karneval mit Musikaufführungen und (lustigen) Reden

Karnevalsball, der – eine Tanzveranstaltung im Karneval

jemand/etwas steht Kopf – jemand/etwas ist verrückt und fröhlich; jemand/etwas ist anders als normalerweise

schunkeln – sich in einer Art Tanz langsam hin und her bewegen und dabei die Arme um den Nebenmann legen

sich verkleiden – ein Kostüm anziehen und eine andere Rolle spielen

Viertel, das – hier: das Stadtviertel; ein Teil der Stadt

Zug, der – hier: der Karnevalszug; eine lange Reihe von Menschen und Wagen, die durch die Straßen laufen

Rosenmontag, der – der wichtigste Tag im Karneval, meist im Februar

etwas absagen – etwas Geplantes nicht stattfinden lassen

Parodie, die – eine lustige Imitation von etwas

Verbrennung, die – die Zerstörung durch Feuer

Nubbel, der – eine Puppe aus Stroh

etwas auf sich nehmen – hier: für etwas Verantwortung übernehmen; sagen, dass man an etwas schuld ist

närrisch – verrückt in der Karnevalszeit


Autor: Florian Görner
Redaktion: Ingo Pickel



Und hier zeigt euch ein Kölner, welche drei Sehenswürdigkeiten sonst noch einen Besuch wert sind:

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Drei Reisetipps für Köln (Flash)

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