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Kultur

Das sind die Grimme-Preisträger 2017

Flucht, Krieg, NSU: Die Jury würdigte vor allem politische und gesellschaftliche Produktionen aus dem Fernsehjahr 2016. Ein alter Bekannter unter den Preisträgern: der Satiriker Jan Böhmermann.

Deutschland ARD-Themenreihe Die Täter Heute ist nicht alle Tage (picture alliance/dpa/S. Rabold)

Zweimal Grimme-Preis für die ARD-Triologie "Mitten in Deutschland: NSU"

Mit dem Grimme-Preis werden herausragende deutsche Fernsehproduktionen des vergangenen Jahres ausgezeichnet. Die Preisträger der 53. Auszeichnungsrunde spiegelt ein Fernsehjahr 2016, das geprägt ist von den aktuellen gesellschaftlichen Themen: Flucht, Krieg, NSU. "Die Preisträger zeigen, in welcher Bandbreite es dem Medium Fernsehen gelingen kann, komplexe Sachverhalte, politische Verstrickungen, die Logik von Krieg und Terror oder auch die Manipulationen in gesellschaftlichen oder privaten Zusammenhängen auf ganz unterschiedliche Art und Weise in bewegte Bilder, packende Dramaturgien und anrührende Geschichten zu übersetzen", so Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach. 

Insgesamt werden 15 Preise vergeben, darunter zwei Spezialpreise sowie eine Auszeichnung für eine besondere journalistische Leistung. Im fiktionalen Bereich gibt es gleich zwei Auszeichnungen für die Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" (ARD) über die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe. Einmal für den ersten Teil und einmal für sein innovatives Gesamt-Konzept. Mit "Wishlist" (RB/MDR/funk) wurde ein Format des erst im Oktober vergangenen Jahres gestarteten Jugend-NetContent-Netzwerks von ARD und ZDF (funk) ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass eine fiktionale Webserie den Preis bekommt.

Im Schatten des Syrien-Kriegs

Der Preis für die "besondere journalistische Leistung" in der Kategorie Information und Kultur geht an den Journalisten und Dokumentarfilmer Ashwin Raman für seine Produktionen "Im Nebel des Krieges - An den Frontlinien zum Islamischen Staat" (ARD/SWR) und "An vorderster Front" (ZDF).

Zwei preisgekrönte Produktionen drehen sich um die Themen Flucht und Migration. Der NDR-Film "45 Min: Protokoll einer Abschiebung", der eine Abschiebeaktion in Norddeutschland dokumentiert, wird in der Kategorie Information und Kultur ausgezeichnet. Einen Preis im Wettbewerb Kinder und Jugend erhält "Nordstadtkinder: Lutwi" (WDR) über einen zwölfjährigen Roma, der mit seiner Familie in Dortmund lebt und von Abschiebung bedroht ist.

Noch ein Grimme-Preis für Jan Böhmermann

Jan Böhmermann - «Verafake» (picture alliance/dpa/ZDF NEO)

Mit dem Clip "verafake" stellte das Team um Böhmermann die Praktiken des Privatsenders RTL bloß

Der ZDF-Satiriker und sein Team werden für die Beiträge "verafake" und die "Einspielerschleife" im "Neo Magazin Royale" mit einem Spezialpreis in der Kategorie Unterhaltung geehrt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Böhmermann beim wichtigsten deutschen Fernsehpreis zwei Auszeichnungen erhalten. Wegen des Wirbels um sein Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan war er aber nicht zur Preisverleihung erschienen.

Der undotierte Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis, die Verleihung findet am 31. März im Theater der Stadt Marl statt.

jhi/suc (epd/grimme-preis.de)

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