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Top-Thema – Podcast

Das Schicksal der iranischen Bahá'i

Die Bahá'i sind die größte religiöse Minderheit im Iran. Seit Langem werden sie dort verfolgt und unterdrückt. Viele Bahá'i sind deswegen ausgewandert. Einer von ihnen ist der 35-jährige Berus.

Ausschnitt aus dem bunten Garten

Bahá'i Garten in Haifa, Israel

Berus lebt schon seit vielen Jahren in Deutschland, weit weg von seiner Heimat dem Iran. Er will nicht sagen, wo genau er wohnt und wie er wirklich heißt. Er hat Angst, dass der iranische Geheimdienst von seinen kritischen Äußerungen erfährt und seine Familie im Iran dafür bestraft. Denn Berus und seine Familie sind Anhänger der Bahá'i-Religion.

Weltweit gibt es etwa sieben Millionen Bahá'i. Sie glauben, dass Gott immer wieder Propheten auf die Erde gesandt hat, zum Beispiel Jesus, Moses und Mohammed. Für streng gläubige Muslime ist das eine schwere Sünde. Denn sie sind sich sicher, dass es nach Mohammed keine weiteren Propheten gab.

"Den Bahá'i geht es im Iran wegen ihres Glaubens sehr schlecht", sagt Hans Bielefeld, Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Sie dürfen nicht zur Universität gehen, als Beamte arbeiten oder nach islamischem Recht heiraten. Hunderte von ihnen wurden unter der islamischen Regierung hingerichtet, viele sitzen in Gefängnissen – ohne Kontakt nach Außen.

Wie Berus haben viele der Bahá'i den Iran verlassen. Aber Berus glaubt fest daran, dass die Unterdrückung eines Tages aufhören wird. Denn eine wichtige Prophezeiung der Bahá'i-Religion ist, dass alle Menschen auf der Welt eines Tages in Frieden miteinander leben werden.


Glossar

Schicksal, das – hier: die Ereignisse, die das Leben eines Menschen bestimmen

Minderheit, die – hier: eine kleine Gruppe von Menschen in einem Staat, die sich von den anderen unterscheiden

jemanden verfolgen – hier: jemanden schlecht behandeln, weil er eine andere Religion hat

jemanden unterdrücken – jemandem nicht die gleichen Rechte geben wie allen anderen

auswandern – für immer in ein anderes Land gehen

Geheimdienst, der – eine staatliche Organisation, die geheime Informationen aus anderen Ländern beschafft und geheime Geschäfte des eigenen Landes vor Spionen schützt

Äußerung, die – das, was jemand sagt

Anhänger, der – jemand, der zu einer bestimmten Gruppe gehört und an etwas Bestimmtes glaubt

Prophet, der – jemand, von dem man sagt, dass er eine Botschaft von Gott überbringt

Muslime/in, der/die – Anhänger/in des Islams

Sünde, die – eine Tat, die gegen die Gesetze einer Religion ist

Menschenrecht, das – die grundsätzlichen Rechte eines Menschen, zum Beispiel: das Recht auf eine eigene Meinung

jemanden hinrichten – jemanden zur Bestrafung töten

aufhören – ein Ende haben, enden

Prophezeiung, die – das, was ein Prophet über die Zukunft vorhergesagt hat

eines Tages – irgendwann

Fragen zum Text

Im Iran werden die Bahá'i …

1. verfolgt und unterdrückt.

2. unterrichtet.

3. geduldet.

Warum möchte Berus seinen richtigen Namen nicht sagen?

1. weil er nicht will, dass der iranische Geheimdienst ihn kritisiert.

2. weil er Angst hat, seine Arbeit zu verlieren.

3. weil er Angst um seine Familie im Iran hat.

Woran glauben die Bahá'i?

1. Daran, dass irgendwann alle Menschen in Frieden leben.

2. Daran, dass es bald einen großen Krieg gibt.

3. Daran, dass sie bald im Iran herrschen.

Arbeitsauftrag

Religion ist für viele Menschen sehr wichtig. Viele religiöse Minderheiten werden in ihrem eigenen Land verfolgt, weil sie etwas anderes glauben als die Mehrheit. Kennen Sie andere Beispiele für religiöse Minderheiten, die unterdrückt werden? Diskutieren Sie, ob es richtig ist, andere Menschen wegen ihrer Religion zu verfolgen.

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