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Top-Thema – Podcast

Das Recht, im Internet vergessen zu werden

Google muss unter bestimmten Umständen Daten von Personen aus den Suchergebnissen löschen. Das hat der Europäische Gerichtshof im Mai 2014 entschieden. Das Urteil wird von vielen begrüßt, aber es gibt auch Kritik.‎

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Das Recht, im Internet vergessen zu werden – das Top-Thema als MP3

Mit Hilfe von Suchmaschinen wie Google kann man im Internet alles finden – auch private Informationen über Freunde, Nachbarn und Kollegen. Das ist den betroffenen Personen aber nicht immer recht – zum Beispiel wenn es sich um peinliche Fotos oder Einträge handelt. Bisher konnte man sich jedoch nur schwer gegen solche ungewollten Informationen im Internet wehren.

Im Mai 2014 entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg, dass Google bestimmte Suchergebnisse löschen muss, wenn die Persönlichkeitsrechte von Menschen dadurch verletzt werden. Geklagt hatte ein Spanier, der nicht wollte, dass man mit Google Informationen über die Zwangsversteigerung seines Hauses vor 15 Jahren findet. Denn er befürchtete, dass er dadurch von anderen Menschen negativ beurteilt wird.

Für Christian Solmecke, Anwalt für Datenschutz und Internetrecht, ist das Urteil aus Luxemburg ein Wendepunkt in Sachen Datenschutz. Einziger Nachteil ist: Google kann Beschwerden von Verbrauchern auch ablehnen. Solmecke sagt: „Und Google prüft tatsächlich jeden einzelnen Fall.“ Der EuGH unterscheidet außerdem in seinem Urteil zwischen normalen Bürgern und berühmten Menschen. Für Prominente wird es auch in Zukunft schwierig sein, Suchergebnisse löschen zu lassen.

Thorsten Strufe, Informatik-Professor an der Technischen Universität Dresden, sieht das Urteil auch kritisch. Er meint, dass es in einem freien Internet kein „Recht auf Vergessenwerden“ geben kann. Auch wenn Google bestimmte Suchergebnisse löscht, sind die Daten immer noch im Internet vorhanden, so Strufe. Er sagt: „Wenn ich jemanden suchen lasse, der sich damit auskennt, dann werde ich die Informationen trotzdem weiterhin im Netz finden.“


Glossar

unter bestimmten Umständen
– in bestimmten Situationen/Fällen

Suchergebnis, -se (n.) – eine Information, die man z. B. mit Google im Internet findet

etwas begrüßen – etwas gut finden

jemandem recht sein, etwas ist jemandem recht – jemand findet etwas gut

peinlich – so, dass etwas für jemanden sehr unangenehm ist

sich gegen etwas wehren – etwas nicht gut finden und bekämpfen

Rechte von jemandem verletzen – die Rechte, die jemand hat, nicht beachten

Persönlichkeitsrecht, -e (n.) – das Grundrecht auf Schutz der eigenen Person

gegen jemanden/etwas klagen – vor Gericht gegen jemanden/etwas kämpfen

Zwangsversteigerung, -en (f.) – die Tatsache, dass ein Haus an denjenigen verkauft wird, der am meisten dafür bietet, weil der Hausbesitzer kein Geld mehr hat

etwas befürchten – Angst davor haben, dass etwas passiert

jemanden/etwas beurteilen – eine Meinung über jemanden/etwas haben

Datenschutz (m., nur Singular) – die Tatsache, dass persönliche Informationen von Bürgern geheim bleiben

Wendepunkt, -e (m.) – das Ereignis, das sich eine Situation komplett verändert

in Sachen … – im Bereich; zum Thema

etwas prüfen – hier: etwas untersuchen

Prominente, -n (m./f.) – jemand, der berühmt ist

Informatik (f., nur Singular) – die Wissenschaft der → Verarbeitung von Daten

sich mit etwas aus|kennen – etwas gut können; viel wissen über etwas


Fragen zum Text

1. Google wurde verklagt, weil …
a) Informationen über die finanzielle Situation eines Menschen nicht im Internet stehen dürfen.
b) manche Suchergebnisse negative Folgen für die Menschen haben können.
c) manche Suchergebnisse nicht wahr waren.

2. Christian Solmecke glaubt, dass das Urteil …
a) ein Erfolg ist, weil die Daten der Verbrauchern jetzt besser geschützt sind.
b) ungerecht ist, weil prominente Personen nicht geschützt werden.
c) keinen Erfolg haben wird, weil Google die Suchergebnisse nicht löschen wird.

3. Thorsten Strufe findet, dass …
a) Experten auch in Zukunft peinliche Informationen finden werden, obwohl Google die Suchergebnisse gelöscht hat.
b) nicht nur die Suchergebnisse, sondern auch die Webseiten gelöscht werden müssen.
c) das Urteil die Freiheit von Google einschränkt.

4. Auch wenn die Suchergebnisse … werden, wird es negative Informationen über Menschen im Internet …
a) löschen/gegeben.
b) gelöscht/geben.
c) löschen/geben.

5. Wie kann man den Satz ändern, ohne dass er grammatikalisch falsch wird oder sich der Sinn ändert? „Google wird in Zukunft alle Fälle prüfen.“
a) Google prüft in Zukunft alle Fälle.
b) Google hat in Zukunft alle Fälle geprüft.
c) Google wird in Zukunft alle Fälle geprüft haben.


Arbeitsauftrag
Denkt euch in Kleingruppen einen Grund aus, warum jemand bestimmte Suchergebnisse gelöscht haben möchte. Schreibt einen fiktiven Brief an einen Suchmaschinenbetreiber, in dem ihr darum bittet, dass die Daten gelöscht werden.

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