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Kultur

Das Radio für unterwegs

Im Auto von Hamburg nach Rom fahren und dabei den selben Radiosender hören? - In den USA kann man jetzt von Küste zu Küste zu fahren und dabei stets den Lieblingssender hören.

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Alles Gute kommt von oben

Zwei Unternehmen, Sirius und XM Radio, bieten Radiofans und Vielfahrern den neuen Service an. Per Satellit übertragen sie jeweils über hundert verschiedene Radiosender von Klassik über Oldies bis Hiphop.

Qualität aus dem Kosmos

Armond Lione aus Washington ist von der neuen Technik begeistert. Er kaufte sich vor sechs Wochen eine XM Anlage und sagt, "seit ich das neue Radio habe, höre ich kaum noch normale Sender." Vor allem die riesige Auswahl an Sendern im Satellitenradio, und dass sie werbefrei sind, haben ihn überzeugt. Auch für die kristallklare digitale Qualität ist er gerne bereit, monatlich knapp zehn Dollar zu zahlen.

Sirius-Radio, das Anfang Juli seinen landesweiten Dienst aufnahm, verlangt drei Dollar mehr für sein sehr ähnliches Programm, das über drei Satelliten ausgestrahlt wird. XM kommt mit zwei geostationären Satelliten aus, die von dem Unternehmen "Rock" und "Roll" getauft wurden. Für die beiden Konkurrenten kommt es nun darauf an, möglichst schnell viele Kunden zu finden, die bereit sind, für die neue Programmvielfalt im Radio auch zu zahlen. Zumindest für XM Radio scheint die Rechnung aufzugehen.

Der Highway als Zielgruppe

Das Unternehmen hat nach jüngsten Angaben nach knapp einem Jahr über 130.000 zahlende Abonnenten und damit seine eigenen Erwartungen übertroffen. Um das Geschäft weiter anzukurbeln, haben beide Firmen Abkommen mit den großen Autoherstellern getroffen, dass die Wagen künftig direkt mit Satellitenradios angeboten werden. So verkündete Sirius stolz eine Vereinbarung mit DaimlerChrysler.

Auch viele Hersteller bieten inzwischen in den USA Satellitenradios an, die ab 180 Dollar im Handel erhältlich sind. Als eine der ersten Firmen brachte Sony für 450 Dollar auch ein Kombigerät auf den Markt, dass mit einem einfachen Handgriff aus dem Auto herausgezogen und mit einem Adapter im Haus aufgestellt werden kann.

Keine Werbung, kein Kurbeln

Die Zukunft liegt nach Einschätzung der beiden Unternehmen aber auf der Straße. Für das Satellitenradio spricht in den USA einiges. So haben die meisten örtlichen Radiosender nur einen äußerst geringen Empfangsradius. Bereits nach wenigen Kilometern sind viele UKW-Sender nicht mehr zu hören. So müssen Autofahrer selbst auf kürzesten Überlandfahrten ständig nach neuen Sendern suchen. Hinzu kommt, dass außerhalb der großen Städte kaum Programmvielfalt existiert und es fast keine Sender ohne Werbung gibt.

Diese Nische haben die beiden Satellitensender nun besetzt. Sie werben mit zahlreichen unterschiedlichen Programmen: So gibt es neben der allgegenwärtigen Top-10-Musik, jede Menge Oldies nach Jahrzehnten sortiert, Blues und Jazz sowie Klassik und eine buntes Angebot an Ethnoprogrammen wie traditioneller chinesischer oder afrikanischer Musik. Hinzu bieten Sirius und XM für die Informationshungrigen neben der Einspeisung des BBC-Weltdienstes auch Hörfunkprogramme der großen US-Nachrichtensender wie CNN und Fox News.

Empfangslücken

Kritiker bemängeln allerdings, dass sie auf ihre örtlichen Sender verzichten müssen. Sowohl XM als auch Sirius strahlen keine traditionellen Radiosender aus. Wer diese Sender hören will, muss auf die normale UKW-Frequenz wechseln. Ein weiteres Manko des Satellitenprogramms liegt in der Übertragungstechnik. So darf es zwischen Satellit und Autoantenne keine Hindernisse wie Bäume oder Hochhäuser geben. Selbst begeisterte Kunden beklagen, dass es dort im
Funkschatten immer wieder zu sekundenlangen Unterbrechungen kommen kann. Auch Tunnel stoppen die Übertragung.

Um diese kleinen Fehler auszubügeln, sind beide Unternehmen eifrig dabei, so genannte Repeater auf dem Boden zu installieren, die das Satellitensignal in Häuserschluchten und Tunnels auffangen, dann terrestrisch weiterleiten und damit die Funkstille verhindern. (dpa/kas)

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  • Datum 24.07.2002
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