1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Das Problem mit den guten Noten

Wegen der vielen Bewerber nehmen die Universitäten diejenigen mit den besten Abiturnoten. Doch noch nie gab es in Deutschland so viele Einser-Abiture wie heute. Daher verlangen die Universitäten immer bessere Noten.

Audio anhören 02:37

Das Problem mit den guten Noten – das Top-Thema als MP3

In Deutschland kann man studieren, wenn man das Abitur gemacht hat. Bei beliebten Studiengängen, wie z. B. Psychologie, gibt es aber mehr Bewerber als freie Plätze. Diese Fächer haben dann einen sogenannte Numerus clausus (NC), durch den z. B. ein bestimmter Notendurchschnitt vorgeschrieben wird. In den letzten Jahren sind die Abiturnoten der deutschen Schüler jedoch immer besser geworden. Darum steigen auch die NCs. Für jeden zweiten Studiengang gibt es inzwischen einen NC.

Um bestmögliche Chancen auf einen Studienplatz zu haben, bewerben sich die meisten Abiturienten an mehreren Universitäten. Dadurch gibt es bei den Fächern zunächst einen großen Andrang. Die tatsächlichen Einschreibungszahlen sind aber viel niedriger. Ein Extrembeispiel ist der Studiengang Psychologie an der Universität Bonn: Auf die 90 verfügbaren Studienplätze haben sich 6000 Studienanfänger beworben.

Für Volkmar Gieselmann, Prorektor für Studium, Lehre und Studienreform an der Universität Bonn, ist deshalb die Abiturnote weiterhin das wichtigste Kriterium zur Studienzulassung. Er erklärt: „Es ist völlig undenkbar, alle Bewerber zum Interview einzuladen. Da kann man nur mithilfe der Abiturnote selektionieren.“

Um in der Masse der sehr guten Abiturienten aufzufallen, muss man besondere Qualifikationen bei der Bewerbung vorzeigen, glaubt Bildungsforscher Axel Plünnecke. Er sagt: „Dann werden außeruniversitäres Engagement und Praktika im Ausland wichtiger.“ Laut Plünnecke haben manche Schüler dadurch jedoch einen Nachteil, weil sie sich zum Beispiel Auslandsaufenthalte finanziell nicht leisten können.


Glossar

Studiengang, Studiengänge
(m.) – ein Fach, das man an der Universität studieren kann

Numerus clausus (m., nur Singular, aus dem Lateinischen) – die zahlenmäßige Beschränkung von Studenten, die an einer Universität für ein bestimmtes Fach angenommen werden

Notendurchschnitt (m., nur Singular) – die Gesamtnote

jemandem etwas vor|schreiben – hier: etwas von jemandem verlangen

bestmöglich – so gut es geht; so gut wie möglich

Andrang (m., nur Singular) – die Tatsache, dass viele Menschen etwas haben wollen; der Ansturm

Einschreibung, -en (f.) – hier: die Anmeldung an einer Universität

Extrem, -e (n.) – das Äußerste; die Tatsache, dass etwas sehr hoch oder sehr niedrig ist

verfügbar – vorhanden; so, dass man etwas bekommen kann; hier auch: frei

Prorektor, -en/Prorektorin, -nen – stellvertretender Rektor/Rektorin einer Universität

Kriterium, Kriterien (n.) – die Voraussetzung; ein Merkmal, um etwas zu beurteilen

Zulassung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass man an einer Universität angenommen wurde

selektionieren – auswählen; hier: aus vielen Menschen diejenigen raussuchen, die geeignet sind

Masse, -n (f.) – hier: die große Anzahl

auf |fallen – bemerkt werden; auf sich aufmerksam machen

Qualifikation, -en (f.) – hier: die Fähigkeiten und Erfahrungen, die man hat

etwas vor|zeigen – hier: etwas zeigen, das von anderen geprüft wird

außeruniversitär – so, dass etwas nicht im Rahmen der Universität gemacht wurde

Engagement, -s (n., aus dem Französischen) – hier: der persönliche, starke Einsatz für etwas


Fragen zum Text

1. Was bedeutet es, wenn ein Studienfach einen NC hat?
a) Man wird nur angenommen, wenn man Praktika im Ausland gemacht hat.
b) Nicht jeder Bewerber wird zugelassen.
c) Das Studienfach ist besonders schwer.

2. Welches Problem sieht Axel Plünnecke in dem Anstieg der sehr guten Abiturnoten?
a) Zusätzliche Erfahrungen werden bei der Bewerbung an Universitäten immer wichtiger, die ärmere Leute wegen finanzieller Probleme nicht machen können.
b) Die Studenten müssen außerhalb der Universität Erfahrungen sammeln und können sich nicht mehr ganz auf ihr eigenes Studium konzentrieren.
c) Auch schlechte Schüler bekommen gute Noten.

3. Was steht im Text?
a) Gieselmann fordert, dass man alle Studienbewerber zu einem Interview einlädt.
b) Gieselmann möchte, dass die Bewerber anhand der Abiturnote ausgewählt werden.
c) Gieselmann möchte, dass die Noten auch im Studium besser werden.

4. Wie kann man die beiden Sätze miteinander verbinden? „Die Abiturnoten der deutschen Schüler werden immer besser. Der NC steigt.“
a) Weil die Abiturnoten der deutschen Schüler immer besser werden, steigt der NC.
b) Weil der NC steigt, werden die Abiturnoten der deutschen Schüler immer besser.
c) Die Abiturnoten der deutschen Schüler werden immer besser, denn der NC steigt.

5. Wie kann man die beiden Sätze nicht miteinander verbinden? „Es gibt erst einen großen Andrang. Die Einschreibungszahlen sind viel niedriger.“
a) Es gibt erst einen großen Andrang, doch die Einschreibungszahlen sind viel niedriger.
b) Es gibt erst einen großen Andrang, aber die Einschreibungszahlen sind viel niedriger.
c) Es gibt erst einen großen Andrang, dann die Einschreibungszahlen sind viel niedriger.


Arbeitsauftrag
Welche Kriterien bestimmen in eurem Land, ob man an einer Hochschule angenommen wird? Glaubt ihr, dass es in den letzten Jahren einfacher geworden ist, gute Schulnoten zu bekommen?

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads