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Musik

Das "Poesiealbum" der Olivia Trummer

Die 26-jährige Pianistin und Sängerin Olivia Trummer habe das Zeug dazu, ein richtiger Star zu werden, schwärmt die deutsche Presse. Auf ihrer neuen CD kombiniert die Stuttgarterin Jazz mit Poesie.

Olivia Trummer (copyright: Uwe Kerkau Promotion)

Poetin und Pianistin

"Es ist windig heut’ und die Bäume erzählen von ihrem Leben als Baum", singt Olivia Trummer auf ihrem "Poesiealbum". Wenn die schwäbische Musikerin beschreibt, wie der Wind durch die Bäume streicht, ist das für sie gleichzeitig eine Metapher für die Polarität von Leben und Tod.

Olivia Trummer liebt es, ihre Lieder mit symbolischen Begriffen zu spicken. Mit ihren Songs möchte die Pianistin und Sängerin darauf aufmerksam machen, dass man Teil des Universums ist und gleichzeitig die Sensibilität dafür stärken, was alles um einen herum geschieht.  Als "recht humorvoll und nie so ganz direkt" beschreibt sie selbst ihre Texte, bei ihr gebe es immer viel zu entdecken.

Innere Werte statt äußerer Glanz

Auf  ihrem mittlerweile vierten Album besingt Olivia Trummer keine Allerweltsthemen wie Liebe und Schmerz, sondern gibt ihre Beobachtungen in der Natur wieder. Sie  bezeichnet sich als spirituellen Menschen, und auch im Gespräch vermittelt sie, dass ihr innere Werte wichtiger sind als äußerer Glanz. Ihre Kleidung ist eher alternativ, und ihre langen braunen Haare steckt sie gerne mit einem bunten Tuch zu einem Turban hoch. "Ich horche lieber in mich hinein als ständig auf meinem Handy herum zu tippen oder mich über Kopfhörer beschallen zu lassen, wie es viele andere junge Leute tun", sagt sie. 

Olivia Trummer (copyright: Uwe Kerkau Promotion)

Olivia Trummer sind innere Werte wichtiger als Äußerlichkeiten

Olivia Trummer wirkt entspannt und natürlich, sie ist fröhlich und lacht viel. Ihre Lebensfreude steckt an: Es macht einfach Spaß, ihr aktuelles Album zu hören. Ein Grund dafür sind die ungewöhnlichen Texte. "Die Kombination aus Ernst und Humor ist mir das Wichtigste", betont sie. "Beides möchte ich zu gleichen Teilen in jedem Lied vertreten wissen." Dieses Rezept wendet Olivia Trummer auch beim Refrain ihres Songs "Meer ohne Wasser" an. Heraus kommt ein absurd klingendes Wortspiel, in dem sie die Menschen mahnt, nicht immer "mehr" haben zu wollen, weil dies zum Untergang führen könne. Wie wenig ihr selbst an Geld gelegen ist, lässt sie auch in dem Lied "500 Millionen" anklingen.

Jenseits der kommerziellen Konventionen

Entsprechend unkommerziell legt Olivia Trummer ihre Musik an. Alle ihre Songs dauern zwischen fünf und neun Minuten und überschreiten damit deutlich das Soll kommerzieller Formatradios. Dafür enthalten ihre Lieder aber wunderbare Spannungsbögen. "Das hat mit meinem Hintergrund als Pianistin zu tun; da ist man einfach an längere Bögen gewöhnt", lächelt sie. "Und diesen Aufbau möchte ich jetzt in das neue Format einbringen."

Olivia Trummer mit Piano auf der Straße (copyright: Uwe Kerkau Promotion)

Olivia als Straßenmusikantin

Olivia Trummer hat an der Stuttgarter Musikhochschule mit Auszeichnung ihr Diplom als klassische Konzertpianistin absolviert und an der Manhattan School of Music in New York Jazzklavier studiert. Ihre ersten beiden Alben waren rein instrumental; schon ihr zweites Album wurde mit dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

2010 wagte die junge Deutsche mit der Scheibe "Nobody knows" ihr englischsprachiges Debüt als Sängerin. Auf "Poesiealbum" veröffentlicht sie nun zum ersten Mal eigene Songs in ihrer Muttersprache. Das Singen lernte sie übrigens ausschließlich von ihren Eltern: Beide sind Schulmusiker und leiten Chöre, in denen auch Olivia Trummer früher manchmal mitsang.

Poesie für die Seele

Sie strebe mit der vierten CD höhere Ziele an als nur zu unterhalten, erklärt Olivia Trummer: "Mit meinem Album möchte ich die Poesie wieder mehr in den Vordergrund rücken und zeigen, dass sie uns wieder zu uns als Menschen zurückführt, zu unseren Wurzeln, Wünschen und Sehnsüchten", sagt sie. Wer Poesie in sein Leben lasse, werde wieder gesund und fröhlich. "Und das können wir dann weitergeben. Es ist im Prinzip der Versuch, zu sensibilisieren und Freude auszustrahlen."

Autorin: Antje Hollunder
Redaktion: Suzanne Cords

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