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Fußball

Das Personal-Karussell dreht sich weiter

Noch sind weder Meisterschaft noch Abstiegskampf entschieden, doch die Bundesliga-Clubs beschäftigen längst die Planungen für die kommende Saison. Weiteres Beispiel: Holger Stanislawski wird Trainer bei Hoffenheim.

Holger Stanislawski (Foto: AP)

Von St. Pauli zu Hoffenheim: Holger Stanislawski

Tränenreich war sein Abschied auf St. Pauli, dort wo er 18 Jahre lang seine fußballerische Heimat hatte. Holger Stanislawski schied mit mehr als einem weinenden Auge vom Hamburger Kult-Club, macht aber auch einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung als Bundesliga-Trainer: Der ehemalige Verteidiger wird zur kommenden Saison Trainer bei 1899 Hoffenheim. Bis zum Ende der laufenden Spielzeit betreut er noch den abstiegsbedrohten FC St. Pauli und beerbt dann in Hoffenheim den scheidenden Marco Pezzaiuoli. Stanislawski erhält im Kraichgau einen Vertrag bis 2014. "Holger Stanislawski gehört zweifelsfrei zu den außergewöhnlichen Trainerpersönlichkeiten der Bundesliga", sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner. "Seine Trainerqualitäten hat er mit den Aufstiegen des FC St. Pauli bis in die Bundesliga unter Beweis gestellt. Darüber hinaus versteht er es, junge Talente an den Profifußball heranzuführen." Vorgestellt wird Stanislawski aus Respekt vor seinem derzeitigen Arbeitgeber erst nach Saisonende.

Konflikt zwischen Glaube und Job?

Kölns Trainer Frank Schaefer steht am Spielfeldrand (Foto: AP)

Das war's: Kölns Trainer Frank Schaefer schmeißt hin

Zu diesem Zeitpunkt verlässt auch Kölns Trainer Frank Schaefer seinen Verein. Bei ihm ist es allerdings nicht ein lukratives Angebot eines anderen Bundesligisten, das ihn zu diesem Schluss veranlasste. Es war das raue Klima im viel zitierten "Haifischbecken" Fußball-Bundesliga, das Schaefer zermürbt hat. Verbittert und innerlich zerrissen von den Diskussionen über sein Privatleben, hat der Trainer des 1. FC Köln nach nur einem halben Jahr aufgegeben. "Gründe im persönlichen Bereich" nannte er für seinen Rücktritt zum Ende der laufenden Spielzeit: "Ich hatte das Gefühl, dass ich den Verein belaste - deshalb bin ich zum Präsidium gegangen."

Immer wieder hatte er in den vergangenen Tagen erklären müssen, ob sein christlicher Glaube für einen Bundesliga-Trainer hinderlich sei. Selbst aus seinem ehemaligen Bibelkreis wurden Personen zitiert. Zudem sickerten aus der Mannschaftskabine Interna an die Presse durch - Schaefer nutzte deshalb seinen Abgang auch dazu, um mit den Spielern ins Gericht zu gehen: "Mit meiner Entscheidung will ich einen Grundstein dafür legen, dass das Team im Kampf um das Erreichen des Klassenerhaltes keine Ausreden mehr hat", sagte der 47-Jährige und verließ den Raum der Pressekonferenz mit gesenktem Kopf.

Uwe Seeler stärkt Oenning den Rücken

Hamburgs Trainer Michael Oenning (Foto: dapd)

Bleibt Hamburger: Trainer Michael Oenning

Nicht verlassen wird Michael Oenning dagegen den von ihm trainierten Hamburger SV. Dass dies eine Nachricht ist, liegt an den Trainer-Diskussionen an der Elbe, die erst mit dem heutigen Tag beendet sind. Denn anhaltend hielten sich Spekulationen, ob der ehemalige Co-Trainer und aktuelle Interimstrainer nicht bald Platz machen müsse für einen neuen Coach. Nun aber erhielt er Rückendeckung von der Vereinsführung: Die Club-Bosse sind von ihm überzeugt, die HSV-Profis sind begeistert, und auch HSV-Legende Uwe Seeler ist voll des Lobes für Michael Oenning. Die Beförderung des 45 Jahre alten Fußball-Lehrers vom Interims- zum Chefcoach trifft beim Hamburger HSV auf breite Zustimmung. "Ich habe einen sehr guten Eindruck von ihm gewonnen. Es ist doch in Ordnung, Oenning jetzt eine Chance zu geben", sagte HSV-Idol Seeler. "Es ist gut und richtig, wenn der HSV einen Neuanfang macht. Wir sollten ihn in Ruhe eine neue Mannschaft aufbauen und uns überraschen lassen. Das läuft oft besser, als man denkt", so der ehemalige Nationalstürmer. Der Gelobte selbst gab sich kämpferisch: "Die Europa-League-Teilnahme habe ich noch nicht abgeschrieben". Derzeit liegt Hamburg auf Rang sieben mit fünf Punkten Rückstand auf einen Platz in der Europa-League.

Autor: Joscha Weber (mit sid/dpa)

Redaktion: Wolfgang van Kann