Das PASCH-Mobil auf großer Deutschlandtour | Deutschlehrer-Info | DW | 15.02.2018
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Das PASCH-Mobil auf großer Deutschlandtour

Zehn Jahre jung – und schon ein Erfolgsmodell: Das Netzwerk „Schulen: Partner der Zukunft“ PASCH feiert das erste runde Jubiläum. Ein Kleinbus tourt durch die Republik, um Werbung für die Initiative zu machen.

Es ist ein kalter, aber sonniger Tag in Bonn, der 14. Februar 2018. Man mag es als schönen Willkommensgruß sehen für den Kleinbus, der vor dem Gebäude des Pädagogischen Austauschdienstes PAD vorfährt. Bis Jahresende wird das PASCH-Mobil insgesamt mehr als 30 Stationen im gesamten Bundesgebiet anfahren, um das zehnjährige Jubiläum der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH), zu feiern. Es gibt aber noch einen weiteren Grund: All diejenigen sollen vorgestellt werden, die das Netzwerk mit viel Engagement unterstützen. So werden PASCH-Alumni ebenso besucht wie Schulen, Universitäten und Unternehmen. Auch die Deutsche Welle liegt auf der Route. Ziel ist es, so die Veranstalter, „PASCH sichtbar zu machen, das Auslandsschulwesen Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Inland zu erläutern und Alumni und ihre Bildungsbiografien vorzustellen.“

Die Idee: eine weltumspannende Lerngemeinschaft schaffen

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte des „Partnerschulennetzwerks“ im Jahr 2008. Der damalige Bundesaußenminister und jetzige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzte sich für die Gründung der Initiative ein, nicht zuletzt auch, weil er auf seinen Reisen in verschiedene Länder Schulen mit einem deutschen Sprachangebot besucht und mit Schülerinnen und Schülern gesprochen und deren Begeisterung erfahren hatte. Ihm war es wichtig, eine weltumspannende Lerngemeinschaft zu schaffen. Das verbindende Element: die deutsche Sprache.

Weltweit fanden unter dem Motto „gemeinsam.lernen.weltweit“ Lernende, Lehrende und Alumni in dem Netzwerk zusammen – auf allen Kontinenten. Die Zahl der PASCH-Schulen ist inzwischen auf mehr als 2.000 mit 600.000 Schülerinnen und Schülern auf allen Kontinenten gestiegen. Die meisten Schulen befinden sich in Europa, China und Indien. 

Interesse an Deutschland wecken über das Medium Sprache

Unterstützt wird das Auswärtige Amt, das die finanziellen Mittel für die Initiative zur Verfügung stellt, von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz.

Mithilfe dieser Partner, so der Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michael Reiffenstuel, sei es gelungen, einen ganzheitlichen Ansatz zur stärkeren Förderung der deutschen Sprache im Ausland zu entwickeln. So habe man über das Medium Sprache weltweit Interesse für Deutschland, seine Kultur, Geschichte und Gesellschaft wecken und relevante Themen wie beispielsweise Umwelt- und Klimaschutz, Demokratie und Meinungsfreiheit transportieren können.

„Darauf haben wir lange gewartet“

Für Christian Müller, den Leiter der Abteilung Strategie beim DAAD, kam die Initiative vor zehn Jahren zeitlich genau richtig, vielleicht sogar ein bisschen zu spät. Denn die besten Absolventinnen und Absolventen solcher PASCH-Schulen können sich um ein Stipendium bewerben, um an einer deutschen Hochschule zu studieren.

Wer die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, etwa die Hochschulreife besitzt und über sehr gute Sprachkenntnisse verfügt, kann seinen Bachelor- und Masterabschluss machen und gegebenenfalls promovieren. Viele dieser Stipendiatinnen und Stipendiaten haben Deutschland bereits meist über einen Schüleraustausch kennengelernt. Entsprechende Programme bietet der Pädagogische Austauschdienst PAD an. So bestehen mehr als 400 Partnerschaften von PASCH-Schulen im Ausland mit Schulen in der Bundesrepublik, zumeist Gymnasien oder Gesamtschulen.

Schulaustausch: Wichtig für die Persönlichkeitsbildung

Für Gernot Stiwitz, den Leiter des PAD, sind die Austauschprogramme für die teilnehmenden Jugendlichen von hoher Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung. „Wer an einem Austausch teilgenommen und erlebt hat, dass er in der Fremde alleine klargekommen ist und in Deutsch kommunizieren konnte, für den entwickelt so ein Austausch eine hohe Selbstwirksamkeit.“

Wo sollen wir im Jahr 2028 stehen?

Betrachtet man die PASCH-Initiative rein vom Alter her, steckt sie noch in den Kinderschuhen. Wo sehen die Beteiligten sie denn in zehn Jahren? Gernot Stiwitz hat gleich drei Wünsche: eine noch stärkere Projektarbeit, ein PASCH-Status auch für deutsche Partnerschulen und eine Einbeziehung aller Schulformen. Christian Müller meint: „Wir sollten noch mehr Schulen, vor allem auch Haupt- und Berufsschulen für das PASCH-net gewinnen.“ Doch aller Elan, der nach Ansicht von Michael Reiffenstuel vom Auswärtigen Amt weiter notwendig ist, wird nur helfen, wenn genug Geld für diesen Teil auswärtiger Kulturpolitik zur Verfügung gestellt wird.

 

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