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Musik

Das Osterfest

Woher kommt der Name, was hat es mit dem Osterhasen und dem Osterfeuer auf sich? Diesen Fragen gehen wir in unserem musikalischen Kalenderblatt nach und ergänzen das Ganze mit österlicher Musik.

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen, denn an diesen Tagen wird die Auferstehung Jesu gefeiert. Das lernt in Deutschland schon jedes Kind, doch kaum jemand weiß, dass Ostern ursprünglich ein heidnisches Fest zu Ehren einer germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin war.

Jugendstil-Darstellung von Göttin Ostara (Ffoto: northvegr.org/ Non-Copyrighted Image)

Göttin Ostara

Ostara hieß sie, das bedeutet Osten, denn man verglich sie mit der Morgenröte - und von ihrem Namen leitet sich unser heutiges Wort "Ostern" ab. Ihr Fest wurde immer nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert. Damals tanzten die Menschen den Schwerttanz, der den Kampf des Sonnengottes mit den Wintermächten darstellte - und der Jahreszeit gemäß verlor der Winter regelmäßig diesen Kampf.

Das heidnische Treiben war der Kirche allerdings ein Dorn im Auge, und so legte sie beim Konzil von Nicäa im Jahre 325 das bedeutendste Fest der Christenheit kurzerhand auf den Termin des germanischen Frühlingsfests.

Welche Musik die Germanen bei Ostaras Fest gehört haben, ist nicht überliefert; in der christlichen Welt hingegen haben zahlreiche Komponisten dem Osterfest ihren musikalischen Stempel aufgedrückt: Ob Choräle von Bach, Oratorien von Händel, gregorianische Mönchsgesänge oder das geistliche Werk von Mozart: Sie alle feiern die Auferstehung von Gottes Sohn.

Der Osterhase

Heutzutage kennt ihn jedes Kind: Es gibt ihn als Schokoladen- oder Marzipanhasen, als Hasenkuchen oder als Helden zahlreicher Bilderbücher, und am Ostersonntag versteckt er die Ostereier im heimischen Garten oder in der guten Stube.

Drei Eier mit Huhn vor einer Holzwand auf der der Schattenriss eines Hasen zu erkennen ist, der ein Ei stiehlt (Foto: Fotolia/nikkwork)

Legt der Osterhase wirklich die Eier ?

Seine Karriere als Eierbringer begann im 19. Jahrhundert. Erste Belege für seine Existenz stammen aus dem Jahr 1682 und wurden von dem Heidelberger Medizinprofessor Georg Franck von Frankenau überliefert. In seiner medizinischen Abhandlung "De ovis paschalibus - von Oster-Eyern" schildert er den Brauch im Elsass und am Oberrhein und lässt sich über die negativen gesundheitlichen Folgen aus, die der übermäßige Verzehr dieser Eier mit sich bringe.

Dass der Feldhase zum Spezialisten fürs Eierfärben- und Verstecken wurde, geht sicherlich auf seine Fruchtbarkeit zurück. Ostern gilt bei den Christen als Sinnbild für neues Leben, so wie ursprünglich das Frühlingsfest bei den Germanen. Kein Wunder also, dass dem Hasen in der Symbolik eine Schlüsselrolle zukommt; immerhin können Häsinnen jährlich mehrmals bis zu acht Junge zur Welt bringen. Schon zu Zeiten der Fruchtbarkeitsgöttin wurde der Hase daher als heiliges Tier verehrt.

Musikalisch tritt der Osterhase allerdings kaum in Erscheinung – wäre da nicht der Musiker Rolf Zuckowski, der sich als Kinderliedautor einen Namen gemacht hat und der gemeinsam mit einem Kinderchor immer wieder die Taten des Langohrs besingt.

Rund ums Osterei

In der Kulturgeschichte der Menschen trifft man schon früh auf das Ei. Bereits im 4. Jahrhundert waren sie bei Römern und Germanen als Grabbeigabe populär, symbolisierten sie doch den Beginn eines neuen Lebens. Im Mittelalter überreichten die Pächter an Ostern ihren Gutsherren Eier oder Hasen, damit bezahlten sie die Abgaben für ihr Lehen. Auf diese ursprüngliche Bezahlung geht auch der heutige Brauch zurück, Ostereier zu verschenken.

Kind mit Hasenohren aus Plüsch und einem Eierkorb (Foto: st-fotograf - Fotolia.com)

Erfolgreiche Eiersuche

Das Ostereiersuchen war allerdings wohl eher eine Erfindung des städtischen Bürgertums, denn Bauernkindern konnte man kaum weis machen, dass Hasen statt Hennen die Eier legen und bringen. Dass Meister Lampe diese Rolle zukommt, liegt wohl auch daran, dass die ausgehungerten Tiere nach einem harten Winter zur Nahrungssuche in die Dörfer und Bauerngärten kamen. Da der scheue Hase eigentlich die Nähe des Menschen meidet, wurde ihm angedichtet, er käme nur, um die bunt bemalten Eier abzulegen.

Während das Osterei erst seit drei Jahrhunderten auf der Speisekarte steht, kommt das Osterlamm schon viel länger auf den Tisch. Dieser Brauch ist aus dem Ritual der Juden entstanden, das Tier zum Passahfest zu schlachten und zu verspeisen. In der christlichen Kirche ist es symbolisch zum Lamm Gottes geworden.

Und diesem Lamm erwies auch Martin Luther seine Referenz. Der Reformator wollte die Gemeinde aktiver in den Gottesdienst einbinden und plädierte dafür, deutsche Lieder einzufügen. In einer Zeit, als Latein die Kirchensprache schlechthin war, galt diese Idee als revolutionär – und sie erwies sich als erfolgreich. Luther schrieb den Text zur bekannten Ostermotette "Christ ist erstanden" aus der Feder des Komponisten Johann Walter, die noch heute von vielen Chören gesungen wird.

Das Osterfeuer

Es loderte schon zu Ostaras Zeiten. Das Feuer steht als Symbol für die Sonne, die das Leben auf der Erde ermöglicht. Mit den Osterfeuern wurde im Frühjahr die Sonne als Hüterin der Fruchtbarkeit und neuen Wachstums begrüßt. Im Weserbergland rollen die Menschen sogar brennende Räder ins Tal, in anderen Gegenden binden sie eine Strohpuppe ans brennende Kreuz, die Jesus Verräter Judas darstellen soll.

Leute stehen vor einem Osterfeuer (Foto: AP Photo/Frank Drechsler)

Am Karsamstag lodern die Feuer

Ein alter Brauch bei den Sorben in Brandenburg ist das Osterreiten. Dabei wird mit dem Kreuz auf dem Pferd um die Äcker geritten. So soll die Saat gesegnet werden, damit im Herbst reichlich geerntet werden kann.

Wie auch immer Sie Ostern feiern - ob Sie in den Kurzurlaub starten oder sich ein paar schöne Tage zu Hause machen und Ostermärkte besuchen - lassen Sie sich von christlichen Chorälen und Musik aus aller Welt auf das Osterfest einstimmen.

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