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Wirtschaft

Das neue Windows bekommt die "10"

So ein Déjà-vu hätte sich Microsoft gerne erspart: Ein radikal neues Betriebssystem des Softwareriesen ist wieder einmal gescheitert. Nun steht der Windows 8-Nachfolger bereit – und überspringt sogar eine Ziffer.

"Es ist Zeit für ein neues Windows", verkündete Microsoft- Manager Terry Myerson in San Francisco. Die nächste Version des dominierenden PC-Betriebssystems werde Windows 10 heißen und "der erste Schritt einer ganzen neuen Generation von Windows" sein. Die Versionsnummer 9 lässt Microsoft damit einfach aus. Es soll also ein großer Sprung sein, kein kleiner Schritt.

So etwas hatte Microsoft schon einmal versucht. Der Nachfolger des extrem populären Windows XP hieß Vista, machte vieles anders als zuvor, und konnte sich damit nicht durchsetzen. Mit Windows 7 kehrte Microsoft dann auf die Erfolgsspur zurück. Bis die Entwickler mit Windows 8 wieder etwas radikal neues versuchten und das Betriebssystem auch für Geräte mit einem Touchscreen auslegten. Damit war es aber für Unternehmen, in denen weiter vorwiegend an Computern mit Tastaturen und Mäusen gearbeitet wird, ungewohnt und wurde als schwer handhabbar empfunden. Rund zwei Jahre nach dem Start von Windows 8 haben nur 20 Prozent der Firmenkunden die neue Version installiert, viele Betriebe nutzen weiter Windows 7 oder gar Windows XP.

Die Firmenkunden im Blick

Die Microsoft-Manager Terry Myerson (l) und Joe Belfiore bei der Vorschau auf Windows 10 in San Francisco (Foto: dpa)

Die Microsoft-Manager Terry Myerson (l) und Joe Belfiore bei der Vorschau auf Windows 10 in San Francisco

Folgerichtig kehrt auch der gewohnte Start-Knopf zurück. Microsoft legte bei der Vorstellung in San Francisco einen deutlichen Fokus auf Unternehmen als wichtige Kunden: Windows 10 werde die beste Firmenplattform, die Microsoft je angeboten habe, sagte Myerson. Auch Nutzer des älteren Betriebssystem Windows 7 sollen sich ohne größere Anstrengungen zurechtfinden.

Zudem soll die neue Version mit einer einheitlichen Plattform für alle Gerätearten punkten. Windows 10 wird auf einer großen Bandbreite von Geräten - von professionellen Datenzentren bis zur Spielekonsole Xbox - nutzbar sein. Dafür soll man einfacher zwischen klassischer Bedienung mit Maus und Tastatur und dem Touch-Modus umschalten können. Aussehen und Bedienung können für Tablets und Smartphones angepasst werden, "unter der Haube" arbeitet aber ein und dasselbe System. Programmierern soll die Entwicklung von Programmen für sämtliche Geräte erleichtert werden.

Windows ist nach wie vor das dominierende Betriebssystem in der PC-Welt. Allerdings war der Markt der Notebooks und Desktop-Rechner im vergangenen Jahr um zehn Prozent geschrumpft. Nun zeichnet sich eine leichte Erholung ab, auch nachdem Microsoft die Unterstützung des alten Betriebssystems Windows XP stoppte. Verbraucher und Unternehmen greifen aber bevorzugt zu Smartphones und Tablets. In diesem Geschäft haben die mobilen Windows-Varianten nur sehr geringe Marktanteile.

rb/uh (afp, dpa, rtr)