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Wissen & Umwelt

Das neue Forschungsschiff Aurora Borealis

Europäische Wissenschaftler planen ein neues Schiff für die Polarforschung. Es muss auf stürmischer Hochsee gut einsetzbar sein, aber auch im dichten Packeis: Die 'Aurora Borealis' wird der stärkste Eisbrecher der Welt.

Modell der 'Aurora Borealis' (Foto: DW)

Im Jahr 2014 soll die 'Aurora Borealis' fertig sein

An Bord: ein Bohrturm, mit dem Geoforscher 1000 Meter tief in den Meeresboden bohren können. Denn die 'Aurora Borealis' soll einmal Sedimente aus dem Boden der Polarmeere fördern. Und das auch im Treibeis. Für die Ingenieure ist das eine Herausforderung. So ein Schiff wurde noch nie gebaut.

Test am Modell

Schon beim Rumpf müssen die Konstrukteure neue Wege gehen. Ob sie damit erfolgreich sind, überprüfen sie an einem sieben Meter langen Modell im Versuchsbecken. Ihre Prognose: Bei langsamer Fahrt wird das Schiff drei Meter dicke Eisschichten aufbrechen können.

Modell der 'Aurora Borealis' (Foto: AWI)

Das Modell der 'Aurora Borealis' im Testkanal

Und auch im eisfreien Wasser muss das Schiffsmodell sich bewähren. Simulationen im Wellenkanal ergeben, dass die 'Aurora Borealis' zehn Meter hohe Wellen überstehen wird. Und selbst dann noch ist das Arbeitsdeck rund um den Bohrturm wasserfrei. "Optimale Bedingungen für die Wissenschaftler", schwärmt Eberhard Wagner vom Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung in Bremerhaven (AWI). Das Institut hat die Federführung für das Projekt.

Auf seinen Expeditionen wird sich das Forschungschiff vorwiegend in eisbedeckten Gewässern aufhalten. Dabei hilft eine spezielle Vorrichtung, die das Schiff regelrecht rollen lässt, es also in seitliche Schwankungen versetzt. Dadurch zerquetscht es die Eisschicht. Bis zu 15 Meter hohe Eisrücken soll die 'Aurora Borealis' später auf diese Weise überwinden.

Manöver im Packeis

Im Eis bohren kann das Schiff nur, wenn es seine Position hält. Und das gilt als besonders schwieriges Manöver. Die Ingenieure haben deshalb ein eigenes Steuer-und-Antriebskonzept entwickelt: Unterhalb des Rumpfes sind sechs lenkbare Schiffsschrauben angebracht. Die können gemeinsam mit dem Hauptantrieb das Schiff in jede Richtung bewegen und so gegen das Treibeis ansteuern.

Berend Pruin, Leiter des Projekts, ist optimistisch, dass die 'Aurora Borealis' alle technischen Anforderungen erfüllen wird: "Wir sind zufrieden und überzeugt, dass wir mit dem Schiff die Performance bringen können, die gewünscht wird." In drei Jahren dann, wenn alle Verträge unterzeichnet sind, soll der Bau der 'Aurora Borealis' beginnen. Autorin: Cornelia Borrmann

Redaktion: Klaus Dartmann

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