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Academy Awards

Das Netz amüsiert sich über die Oscar-Blamage

Das gab es wohl noch nie: Die Preispaten der Academy verkündeten einen falschen Oscar-Gewinner. In den Sozialen Medien reagieren die Nutzer irritiert, amüsiert und mit Spott.

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Oscarverleihung

Auf Twitter und Facebook fand die Panne bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles ein breites und reges Echo. "Gott sei Dank ist die Sache mit dem falschen Umschlag nicht bei einer Schauspieler-Kategorie passiert", twitterte Schauspielerin Jessica Chastain. "Stellt euch eine einzelne weinende Schauspielerin auf der Bühne vor."

Der Filmemacher Michael Moore forderte scherzhaft gleich eine neue "Auszählung" des Wettbewerbs und spottete, die demokratische Kandidatin Hillary Clinton habe die US-Präsidentenwahl gewonnen. 

 

Andere Nutzer scherzten, dass auch der umstrittene US-Präsident Donald Trump wohl auf ähnliche Weise zum Präsidenten gewählt worden sein müsse. Viele machten sich auf Twitter Sorgen, dass wegen der Panne nun der eigentliche Gewinner nicht mehr zur Geltung kommen könnte. "Ich hoffe, dieser Mist lenkt nicht davon ab, dass der Sieg von 'Moonlight' als bester Film verdammt nochmal monumental ist", schrieb der US-amerikanische Schauspieler Bryan Safi auf Twitter.

 

"Moonlight" besiegt "La La Land"

Die Verleihung der Academy Awards war mit einer Riesenpanne zu Ende gegangen. Beim letzten Preis der Gala, der Königskategorie bester Film, wurde zunächst das Musical "La La Land" fälschlicherweise als Gewinner verkündet. Schauspieler Warren Beatty und Schauspielerin Faye Dunaway gaben das Filmmusical von Damien Chazelle als Sieger bekannt. Doch dann wurde diese Aussage korrigiert: Das Drama "Moonlight" hat den Preis als bester Film gewonnen.

Verwirrung auf der Bühne und ihm Saal: Die Produzenten von "La La Land" halten bereits ihre Dankesreden, die anderen Oscar-Gewinner der Musical-Crew stehen mit ihren Trophäen in den Händen hinter ihnen, da wird es plötzlich unruhig auf der Bühne. Show-Verantwortliche huschen zwischen den Preisträgern hin und her, kontrollieren die roten Gewinner-Umschläge - dann greift sich "La La Land"-Produzent Jordan Horowitz das Mikrofon: "Es hat einen Fehler gegeben: 'Moonlight', ihr Leute habt den besten Film gewonnen. Das ist kein Witz, 'Moonlight' hat den Preis als bester Film gewonnen." Er zeigt die richtige Gewinnerkarte nach oben ins Publikum, in die Kameras - darauf steht "Moonlight".

Wer ist verantwortlich?

Zuerst ungläubiges Staunen im Saal, dann verhaltenes Klatschen und schließlich lauter Jubel. Wie konnte es zu der Panne kommen? Warren Beatty versucht zu erklären: Auf seiner Karte habe "Emma Stone, La La Land" gestanden, deswegen habe er kurz gestutzt, bevor er Faye Dunaway die Karte hinhielt, die dann den falschen Filmnamen vorlas. Emma Stone war kurz zuvor als beste Hauptdarstellerin geehrt worden - vermutlich war es ihr Umschlag, den Beatty und Dunaway in den Händen hielten.

Zuletzt nahm der sehr gute und von vielen im Internet gefeierte Moderator Jimmy Kimmel ironisch die Schuld auf sich: "Ich weiß, was passiert ist. Ich gebe mir selbst die Schuld (...). Ich wusste, ich würde diese Show vermasseln. Ich verspreche, ich komme nie wieder."

Das für die Oscar-Umschläge verantwortliche Unternehmen PricewaterhouseCoopers hat sich inzwischen für die Panne entschuldigt. Den Laudatoren seien versehentlich die Umschläge für die falsche Kategorie überreicht worden, heißt es in einem Statement der Wirtschaftsprüfer. Die Firma ist seit Jahrzehnten auch für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen bei der Oscar-Abstimmung zuständig sind. "Wir untersuchen derzeit, wie das passieren konnte, und bedauern zutiefst, dass das vorgefallen ist."

kle/uh (dpa, afpe, Twitter)

 

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