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Nahost

Das Morden in Syrien geht weiter

Syrische Regierungstruppen haben zu Beginn des islamischen Opferfestes erneut oppositionelle Demonstranten getötet. Angesichts der unverändert anhaltenden Gewalt berief Katar ein Krisentreffen der Arabischen Liga ein.

Baschar al-Assad beim Gebet zum Opferfest in der Al-Nour-Moschee in Rakka (Foto: dapd)

Assad betet beim Opferfest - und lässt sein Regime gleichzeitig Demonstranten erschießen

Blutvergießen selbst am wichtigsten islamischen Feiertag: Syrische Truppen haben am Sonntag (06.11.2011) nach Angaben von Aktivisten wieder mindestens elf Menschen getötet, neun davon allein in der Stadt Homs. Auch in Damaskus schoss die Armee auf Demonstranten.

Im Norden des Landes feuerten Soldaten mit scharfer Munition auf Gläubige, die zu Beginn des viertägigen Opferfestes (Eid al-Adha) gerade die Moscheen verließen, um sich zu Protesten gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu versammeln.

Sondersitzung der Arabischen Liga

Weil die Gewalt trotz eines Friedensplans der Arabischen Liga anhält, berief Katar für kommenden Samstag eine Sondersitzung der Organisation ein. Der katarische Ministerpräsident Scheik Hamad Bin Dschassem Bin Dschabr al Thani sagte der amtlichen ägyptischen Nachrichtenagentur MENA, auf dem Krisentreffen müsse darüber gesprochen werden, dass die Regierung in Damaskus ihre Verpflichtungen nicht einhalte, die sie mit der Zustimmung zum am Mittwoch vereinbarten Friedensplan der Liga eingegangen sei.

Demonstranten in der Provinz Idlib (Foto: AP)

Mindestens 40 Demonstranten sollen am Wochenende getötet worden sein

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, warnte vor katastrophalen Konsequenzen für die gesamte Region, sollte der Friedensplan scheitern. Darin hatte sich Syrien gegenüber der Arabischen Liga verpflichtet, die Angriffe auf Demonstranten einzustellen, das Militär innerhalb von zwei Wochen aus den Städten abzuziehen, politische Gefangene freizulassen und ausländische Journalisten ins Land zu lassen. Doch schon am Donnerstag schossen die Sicherheitskräfte laut Aktivisten wieder auf Demonstranten. Am Freitag wurden mindestens 15 Demonstranten getötet. Aus der Protesthochburg Homs wurden am Samstag sogar Schüsse von Panzern gemeldet.

Assad keinen Glauben schenken

Zu Beginn des Opferfestes hat das syrische Regime nun die ersten von Tausenden Gefangenen freigelassen. Die Regierung versprach zudem, ab Sonntag die Armee aus Städten und Dörfern abzuziehen. Eine Amnestie für alle, die während der Unruhe zur Waffe gegriffen haben, wurde für diejenigen angeordnet, die nicht getötet haben. Soldaten, die nicht zum Dienst erschienen sind, werden ebenfalls amnestiert, wenn sie sich innerhalb von 60 Tagen melden.

Der in Paris lebende Vorsitzende des Nationalrates der syrischen Opposition, Burhan Ghaliun, rief die Bevölkerung des Landes dazu auf, Assads Versprechungen keinen Glauben zu schenken. "Wir werden uns nicht täuschen lassen. Der Nationalrat wird dem Regime nicht erlauben, sich Zeit zu erkaufen", sagte er am Samstag in einer Ansprache im Satellitensender Al-Dschasira. Nach Angaben der UN sind bei den Unruhen in den vergangenen sieben Monaten etwa 3000 Menschen ums Leben gekommen.

Autorin: Julia Elvers-Guyot (dapd, kna, dpa)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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