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Politik

Das Leben mit dem Preiskrieg

Was machen die Deutschen, wenn das Benzin teurer wird? Wolter von Tiesenhausen macht sich so seine Gedanken.

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Früher galt der Preis für einen Laib Brot als Maßstab für das Wohl und Weh der Bürger. Jenseits des Weißwurstäquators konnte der Preis für eine Maß Bier eine ähnliche Schlüsselfunktion beanspruchen. Heute im Zeitalter der Vollmotorisierung ist an diese Stelle der Benzinpreis gerückt.

Die seit Jahren steigenden Mineralölpreise, durch jüngste Naturkatastrophen in den USA noch zusätzlich nach oben gedrückt, lassen die Deutschen stöhnen. Und wenn die Bürger stöhnen, ist die Politik gerufen, dem schleunigst abzuhelfen.

Umweltminister Jürgen Tritin empfahl, das Auto doch einfach in der Garage zu lassen und mit dem Fahrrad zu fahren. Ein Aufschrei der Empörung, vor allem in den Gazetten mit den großen Buchstaben, war die Antwort.

Angela Merkel, die Kanzlerkandidatin der Union, riet, die strategischen Treibstoffreserven der Bundesrepublik zur Preisdämpfung einzusetzen. Ihr bayerischer Partner Edmund Stoiber dachte laut darüber nach, die durch die hohen Spritpreise zusätzlich eingenommenen Steuern an die Verbraucher zurückzugeben.

Vor etwas mehr als 30 Jahren erlitt die Republik schon einmal eine Energiekrise. Damals wurde sogar ein Sonntagsfahrverbot erlassen, und es galt die These, wenn der Preis für den Liter Benzin über eine Mark steige, würden die Deutschen ihr Auto in der Garage lassen. Heute kostet er fast einen Euro fünfzig - also knapp drei Mark - und die Deutschen denken gar nicht daran, ihr liebstes Spielzeug stehen zu lassen.

  • Datum 04.09.2005
  • Autorin/Autor Wolter von Tiesenhausen
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  • Permalink http://p.dw.com/p/78Kb
  • Datum 04.09.2005
  • Autorin/Autor Wolter von Tiesenhausen
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