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Kultur

Das Leben als Inspiration

Der Kompositionspreis der Deutschen Welle ging dieses Jahr an den türkischen Komponisten Özkan Manav. Die Preisübergabe durch den Intendanten Erik Bettermann und die Uraufführung fanden am 15. September in Bonn statt.

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Komponist Özkan Manav: "Glücklichsein reflektieren"

In seinem Orchesterwerk "Portamento lento" sei es Özkan Manav eindrucksvoll gelungen, "subtil anklingende Elemente der türkischen Volksmusik mit den Mitteln zeitgenössischer Kompositionstechniken zu verarbeiten" - so lautet die Begründung der Jury für die Vergabe des mit 5000 Euro dotierten Deutsche Welle-Kompositionspreises an den 35-jährigen Komponisten. Auch das brillante Orchester des Staatlichen Konservatoriums Istanbul unter Leitung von Ramiz Malik-Aslanov trug am Sonntagabend in der Bonner Beethovenhalle entscheidend dazu bei, dass "Portamentolento" zu einem Publikumserfolg wurde.

Özkan Manav stammt aus Mersin an der türkischen Mittelmeerküste. Der Sohn einer Baletttänzerin begann mit dem Klavier nach der Grundschule. "In dieser Zeit kam ich mit westlicher klassischer Musik in Berührung, und einige Komponisten bezauberten mich sehr", erinnert er sich. So sei er schließlich in die Welt der westlichen klassischen Musik "gewechselt".

Erste Kompositionsversuche mit 14

Den Entschluss Komponist zu werden fasste Özkan Manav in seinem letzten Jahr an der höheren Schule. 1984 begann er, 17-jährig, sein Studium am Staatlichen Konservatorium der Mimar Sinan Universität in Istanbul, wo er heute einen Lehrauftrag für Komposition innehat. Ein Promotionsstudium führte ihn 1996 für drei Jahre an die Boston University, wo er bei Lukas Foss und Marjorie Merryman studierte. Erste Kompositionsversuche unternahm Öskan Manav bereits mit 14 Jahren. Als sein erstes gültiges Werk betrachtet er aber erst die 1990 vollendete "Sinfonietta für Bläser, Pauken und Xylophon".

Tradition im Hintergrund

Über sein Selbstverständnis als Komponist sagt Manav, er sehe sich als zeitgenössischen Komponisten aus der Türkei. Man könne zwar einige musikalische Elemente erkennen, die aus der traditionellen anatolischen Musik stammen, aber sie stünden fast immer im Hintergrund, seien irgendwo in seiner Musik "eingeschmolzen". Er betont nicht daran interessiert zu sein, die Elemente der traditionellen Musik ins Zentrum seines musikalischen Vokabulars zu stellen. "Meine persönliche Überzeugung ist, dass ein Komponist das Leid der Menschen, ihre Hoffnungen oder ihr Glücklichsein reflektieren soll", sagt der frischgebackene Preisträger. "Das Leben im weitesten Sinne ist die Hauptquelle meiner Inspiration. Es ist eine sehr persönliche Art von Synthese."