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Nahost

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Im Konzentrationslager Auschwitz wurden bis zur Befreiung durch die sowjetische Armee am 27. Januar 1945 mehr als eine Million Menschen ermordet. Die Erinnerungsstätte ist heute UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Eingang zum Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (Foto:ap)

Der Eingang zum Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Unterernährte Häftlinge im Konzentrationslager Auschwitz (Foto:ap)

Unterernährte Häftlinge im Konzentrationslager Auschwitz

Das Doppellager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Das auf dem Gebiet des besetzten Polens gelegene Lager war grausame Endstation für Hunderttausende von deportierten Menschen, die wegen ihrer Religion, Rasse, ihres Denkens oder körperlicher Gebrechen in den Gaskammern der Nazis landeten. Jahrelang wurden hier Juden, politische Gefangene, Kranke, Homosexuelle und andersdenkende Menschen zur Arbeit gezwungen. Alles unter der zynischen Überschrift am Eingang des Lagers: "Arbeit macht frei". Das Lager liegt etwa 60 Kilometer von Krakau in einer Sumpflandschaft, aus der es kaum ein Entkommen gab. Es umfasste ein Sperrgebiet von rund 40 Quadratkilometern, scharf bewacht von den bewaffneten KZ-Wächtern mit Schäferhunden.

Vernichtungslager mit unvorstellbaren Ausmaßen

Die Menschen wurden in Zügen in das überfüllte Lager transportiert. Niemand wusste genau, was ihn hier erwarten würde. Im Gegensatz zu anderen Lagern war Auschwitz-Birkenau von Beginn an als Vernichtungslager geplant. An einer sogenannten Rampe wurden die Neuankommenden in arbeitsfähige und arbeitsunfähige Lagerinsassen, vor allem Mütter mit Kindern, Altersschwache und Kranke, eingeteilt. Ihr Weg in die Gaskammern war vorbestimmt. Im Lager gab es insgesamt vier Krematorien, die pro Tag nach Angaben der Nazis über 4700 Leichen verbrennen konnten. Wer nicht in die Gaskammern wanderte, musste arbeiten, nicht selten bis zur totalen physischen Erschöpfung. In der Nähe des KZ Auschwitz waren Industriebetriebe angesiedelt, die von der SS Häftlinge als Arbeitskräfte anmieteten. Die SS betrieb daneben auch eigene Wirtschaftsbetriebe und Bergwerke.

Jüdische Gefangene nach ihrer Befreiung durch die russische Armee am 27.1.1945 (Foto:ap)

Jüdische Gefangene nach ihrer Befreiung durch die russische Armee am 27.1.1945

Die Lagerinsassen lebten unter menschenunwürdigen Bedingungen. 1943 waren rund 100.000 Menschen zwischen Stacheldrahtzäunen in die mehr als 200 engen Holzbaracken eingesperrt. Die Häftlinge waren wie Vieh nummeriert. Im Winter 1944/45 begann die SS das Lager zu evakuieren, weil die sowjetische Front immer näher rückte. Alle gehfähigen Häftlinge wurden deshalb auf "Todesmärsche" in andere Konzentrationslager geschickt. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Lager und etwa 5.000 zurückgelassene Kranke und Sterbende. 1947 wurde das Lager per Gesetz des polnischen Parlaments zum staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau erklärt.

Autor: Daniel Scheschkewitz
Redaktion: Thomas Latschan