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Wissen & Umwelt

Das klarste Meerwasser der Welt...

…hat ein internationales Forscherteam im Südpazifik zwischen Australien und Südamerika entdeckt.

Der lebensfeindlichste Platz im ganzen Ozean

Beste Wasserqualität entlang der Route des Forschungsschiffes.

Nirgendwo sonst im Weltmeer ist das Wasser so rein wie im Herzen des so genannten Südpazifischen Wirbels, nirgendwo sonst ist der Tiefseeboden so frei von organischer Materie. Keine Schwebstoffe, keine Nährstoffe, kaum Leben am stockfinsteren Tiefsee-Grund. Das Meeresgebiet gleiche einer „ozeanischen Wüste“, so das Resüme der Forscher um Steve D'Hondt von der University of Rhode Island, USA, und um Tim Ferdelman vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI) in Bremen. Der „südpazifische Wirbel sei der lebensfeindlichste Platz im ganzen Ozean.“

Ein weiterer überraschender Tiefseerekord: noch acht Meter tief unter dem Meeresboden, tief drin in den bis zu 70 Millionen Jahre alten Sedimenten gibt es hohe Sauerstoff-Konzentrationen. "Das war die größte Sauerstoff-Eindringtiefe, die je gemessen worden ist", so Jan Fischer, ein beteiligter Forscher des Max-Planck-Institutes für marine Mikrobiologie.

Südpazifik Der lebensfeindlichste Platz im ganzen Ozean

Hier geht´s rund: im südpazifischen Wirbel zwischen Australien und Südamerika.

Tatsächlich gäbe es im kargen Keller der Ozeane immerhin genug Sauerstoff zum Atmen – zum Beispiel für mikrobiologische Lebenskünstler. Zwar haben die Wissenschaftler nur wenige Mikroben in der ozeanischen Wüste gefunden - 1000 bis 10 000 Mal weniger als in landnäheren Tiefseegebieten. Allerdings war jede einzelne Zelle 100 Mal aktiver als ihre Artgenossen aus sauerstofffreien Sedimenten.

Woher die Bakterien ihre Energie haben, können die Forscher bislang noch nicht sicher beantworten. Eine Vermutung haben sie aber bereits: die Mikroben könnten wie echte Raketen Wasserstoff als Energiequelle nutzen. Denn der entsteht, wenn natürliche radioaktive Strahlung Wassermoleküle aufspaltet – wobei übrigens auch Sauerstoff frei wird. "Je tiefer wir bohren, umso mehr wird Wasserstoff die einzige verbleibende Nahrungsquelle sein. Das gilt es in Zukunft zu überprüfen", so D'Hondt von der Rhode Island University, USA.

Die Ergebnisse der Forschungsfahrt sind in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)" veröffentlicht.

ht/sc/idw, Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie Bremen