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Das ist doch kein Sport!

Sport ist Bewegung, Wettkampf und Spiel. Sport dient der Unterhaltung und der Zerstreuung – und Sport ist gesund. Kein Wunder, dass das Wort „Sport“ für alles Mögliche herhalten muss: vom Auto bis zur Schokolade.

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Das ist doch kein Sport!

45 % aller Deutschen treiben Sport. Für die anderen ist Sport ein Fremdwort. Und das stimmt sogar im wörtlichen Sinn. Sport – sowohl das Wort, als auch seine Bedeutung – stammt nicht von hier.

Eine englische Idee

Das lateinische Wort für „sich zerstreuen“ ist „disportare“. Die Engländer machten daraus, „disport“, was später zu sports oder sport abgekürzt wurde. Aus England kam auch gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Idee, Wettkämpfe und Spiele zur Entspannung und Zerstreuung für jedermann durchzuführen.

Turnverein um 1900: mehrere Männer stehen um ein Reck herum

Turnen war auch schon um 1900 angesagt

Im Gegensatz dazu gab es in Deutschland das Turnen oder die sogenannte „Leibeserziehung“ – und das klingt wirklich ernst und alles andere als unterhaltsam. Beim Sport ging es dagegen darum, Spaß und Freude zu empfinden. Sport diente weder dem Broterwerb noch dem Krieg, ja nicht einmal der Erziehung zu einem besseren Menschen. Sport war zumindest in seinen Anfängen eine reine Freizeitbeschäftigung. Der Profisport, also der Sport als Beruf, ist erst eine Erfindung des 20. Jahrhunderts.

Was ist Sport?

Fußball, Tennis, Bodenturnen, oder Marathonlauf: Alle diese Sportarten haben mit Bewegung zu tun. Doch der Wettkampfgedanke und das Spielerische finden sich auch bei ganz anderen Vergnügungen wie beim Kartenspielen oder Schach.

Ein Kind schaut auf ein Schachspiel

Schach gehört in die Kategorie „Denksport“

Und, man höre und staune: Das Internationale Olympische Komitee zählt Schach und Bridge zu den Sportarten. Das gilt noch nicht für den E-Sport. Das Computerspielen vor Publikum ist nur in wenigen Ländern der Welt als Sportart anerkannt.

Betrieben, also gemacht, wird Sport von Sportlern – als Breitensport beispielsweise im Sportverein, als Leistungssport oder Spitzensport. Der Sportler an sich ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem Sportsmann oder dem Sportsfreund. Diese eher lässige Bezeichnung für einen Mann gibt es inzwischen auch als Sportsfreundin.

Aktive und passive Sportler

Wer eine Sportart beherrscht oder körperlich fit ist, der ist eine Sportskanone. Er tummelt sich auf dem Sportplatz oder dem Sportfeld. Und er hat genügend Sportsgeist, Fairness, und nimmt das Leben sportlich, als Herausforderung und sieht nicht alles so ernst.

Fußballfans in einer Fernseh-Kneipe

Nicht jeder Sportfan ist auch eine Sportskanone

Sein Gegenteil ist der Sportmuffel oder der Sportverächter. Ob Frühsport oder Freizeitsport, nichts kann ihn begeistern. Doch wenn er Pech hat, bekommt er irgendwann vom Arzt Reha-Sport verordnet und landet doch noch im Sportstudio.

Irgendwo zwischen Sportskanone und Sportmuffel angesiedelt ist der Sportfan. Der mag zwar Sport, aber nur, solange er nicht selber aktiv werden muss. Stattdessen schaut er sich lieber die Sportschau im deutschen Fernsehen an oder geht in eine Sportsbar, um andere Sportbegeisterte zu treffen.

Sport klingt gesund

Sport machen und „Sport“ sagen bedeutet zweierlei. Das ist vor allem beim Auto gut zu sehen. Im Sportwagen gibt es Sportsitze, in denen man natürlich keinen Sport macht, sondern wirklich nur sitzt. Auch mit dem Sportlenkrad lässt sich nichts weiter tun, als mit ihm das Auto zu lenken. Und woher Sportfelgen ihren Namen haben, ist nur dem Eingeweihten verständlich. Eine Jogginghose ist ja auch nicht nur zum Laufen da.

Ritter Sport Tafel 1932

Ob diese Schokolade fit macht?

Also, nicht alles, wo durch den Begriff ein sportlicher Eindruck erweckt wird, hat auch wirklich etwas mit Sport zu tun. So gibt es etwa Sportgetränke, Fitnessmenüs oder Weltmeisterbrötchen. Dass das sogar bei Schokolade funktioniert, beweist die schwäbische Firma Ritter. Die erfand 1931 eine – wie es damals hieß – Sportschokolade. Die quadratischen Tafeln sollten genau in die Jackentaschen der Männer passen, die samstags zum Fußballplatz gingen. Und die Rechnung ging auf. „Ritter Sport“ klingt irgendwie fit, aktiv und gesund, auch wenn es sich nur um eine Schokolade handelt.

No Sports

Nicht überliefert ist, ob sie auch der britische Premierminister Winston Churchill gerne aß. Allerdings wird ihm ein Spruch zugeschrieben, den zumindest ein Teil der 55 Prozent nicht-sportbegeisterten Deutschen mag. Auf die Frage, wie er denn so alt geworden sei, obwohl er leidenschaftlicher Zigarrenraucher und Whiskeytrinker sei, soll Churchill kurz und knapp geantwortet haben: „no sports“, also kein Sport. Und „no sports“ – mit vornehmem britischem Akzent vorgetragen – klingt auch wirklich schöner als das, was in Deutschland daraus gemacht wurde: „Sport ist Mord“.




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Die deutsche Bevölkerung ist statistisch gesehen geteilter Meinung, was das Thema „Sport“ betrifft. Wie sieht das in eurer Lerngruppe aus? Wenn ihr Sport macht, schreibt in einem Meinungsbericht auf, welche Sportart ihr ausübt und warum sie euch gefällt. Und diejenigen, die nichts von Sport halten, begründen das ebenfalls. Tragt eure Ergebnisse in der Lerngruppe vor und diskutiert darüber.

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