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Politik

Das IRK ist unverzichtbar - mehr denn je

Der Grausamkeit des Krieges die Achtung des Menschen entgegenzusetzen, das war der Anstoß zur Gründung des Roten Kreuzes. Die Bedeutung dieser Organisation ist kaum zu überschätzen, meint Ulrike Mast-Kirschning.

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So sehr sie es vielleicht wollen – weder UN Generalsekretär Ban Ki Moon noch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navanethem Pillay, können in diesen Tagen die Gefangenen in den iranischen Gefängnissen besuchen. Es sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Internationalen Roten Kreuzes und des nationalen Roten Halbmondes, die sofort versuchen, mit den Inhaftierten Kontakt aufzunehmen. Verschwiegen, um ihre Arbeit nicht zu gefährden, setzen sie sich für eine medizinische Versorgung und menschliche Behandlung ein. Und vor allem sorgen sie durch die Registrierung dafür, dass die Gefangenen nicht für immer hinter den Gefängnistoren verschwinden. In Kuba und Kolumbien, auf den Philippinen und in Nordkorea, im Irak, auch in der Türkei, in Weißrussland und in vielen anderen Ländern.

Längst ist aus der Idee des Schweizers Henry Dunant eine weltumspannende Organisation geworden. Sowohl das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf, als auch die nationalen Organisationen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes, engagieren sich inzwischen für weit mehr, als für die menschliche Behandlung von verwundeten Kriegsopfern und Kriegsgefangenen.

Aktiv in Kriegs- und Friedenszeiten

Leiden verhüten und verhindern, in der Notlage helfen, wiederaufbauen, vielleicht sogar zur Versöhnung und Entwicklung beitragen. Mit diesem Credo sind die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in zahlreichen Ländern unterwegs. 194 Staaten haben die von den Rot-Kreuz-Gesellschaften initiierten vier Genfer Abkommen und ihre Zusatzprotokolle inzwischen ratifiziert – das Kernstück des humanitären Völkerrechts für die Kriegsopfer in Kriegs- und Krisengebieten. Aber auch in Friedenszeiten sind sie inzwischen längst aktiv – für den Schutz des Lebens und der Gesundheit, und im Katastrophenfall.

Die Rot-Kreuz-Bewegung ist in ihrer Art unvergleichlich: Eine private Groß-Organisation, gut vernetzt, aus Spenden finanziert und ohne jegliches Gewinnstreben, die sich seit 150 Jahren der schweren Aufgabe humanitärer Arbeit widmet. Neutral, unabhängig und unparteilich. Ihre größten Feinde – so sagen die Helferinnen und Helfer deshalb von sich selbst – sind vielleicht nicht einmal die Waffen, auch nicht die Katastrophen – wohl aber der Egoismus, die Gleichgültigkeit und die Mutlosigkeit. Dem setzen sie schnelle praktische Hilfe, Unterstützung und Anteilnahme für all die Menschen entgegen, die leiden, und zwar auf allen Kontinenten.

Eine einmalige Organisation

Auch wenn dies unterschiedlich gut gelingen mag und in manchen Regionen auch Abstriche von den eigenen Grundsätzen gemacht werden: Konkret und sichtbar im Dienste der Menschen zu stehen, die von Epidemien, Unterernährung, Elend, Orkanen und bewaffneten Konflikten heimgesucht werden, das ist auch nach 150 Jahren - und angesichts der möglicherweise noch bevorstehenden Folgen des Klimawandels vielleicht sogar mehr denn je - eine starke Idee im Namen der Menschlichkeit.

Autorin: Ulrike Mast-Kirschning

Redaktion: Manfred Götzke