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Wirtschaft

Das "iPhone4" ist da

Das neue iPhone wartet mit dutzenden Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger auf. Überraschend gut ist vor allem der neue Bildschirm: Die Auflösung ist vier Mal höher als beim Vorgänger.

Zwei iPhones 4 (Foto: AP)

Was kann das Apple-Handy?

Der Computerkonzern Apple hat sein neues iPhone auf den Markt gebracht - in den USA, aber auch in Deutschland. Was kann das neue "iPhone 4", was erhofft sich Apple von dem Gerät und wo steht die Konkurrenz?

Apple - ein Konzern im Verkaufsrausch

Eines muss man Apple lassen: Der Konzern hat im Moment einen Lauf: Der Tablet-PC von Apple, das iPad, hat einen äußerst erfolgreichen Start hingelegt - nach eigenen Angaben wurden in den ersten 80 Tagen drei Millionen Geräte verkauft. Und auch beim neuen "iPhone 4" bahnt sich ein ähnlicher Erfolg an: Noch vor dem Start des Gerätes wurden mehr als 600.000 Handys vorbestellt. Der Aktienkurs von Apple kennt dementsprechend im Moment nur eine Richtung: nach oben. Woher kommt der Erfolg des Unternehmens?

Ein Kultkonzern krempelt ganze Branchen um

Steve Jobs hält in der Hand das neue iPhone (Foto: AP)

Steve Jobs präsentiert - die Welt hört hin

Zum einen ist es sicherlich der Kult, der sich um Apple und insbesondere um den Chef des Unternehmens, Steve Jobs, entwickelt hat. Immer wenn Jobs mit Jeans und schwarzem Rollkragenpullover bei einer Präsentation auf der Bühne steht, hören Fans und Börsenanalysten in aller Welt genau hin - denn in den letzten Jahren hat Jobs mehrfach Geräte und Entwicklungen präsentiert, die in der Computer- und Medienindustrie einiges geändert haben.

Entscheidend ist, dass Apple - im Unterschied zu vielen anderen Geräte-Herstellern - nur zum Teil von der Entwicklung und dem Verkauf der eigentlichen Geräte lebt. Der jetzige Erfolg begann, als der Konzern sich vor etwa zehn Jahren entschloss, auch Musik zu verkaufen. Inzwischen ist Apple der größte Musikhändler der Welt und hat daneben auch Filme, Bücher und Programme im Angebot - Apple hat traditionellen Medienunternehmen wie Verlagen einen Teil der Arbeit, des Marktes und damit auch des Gewinns abgenommen.

Mini-Computer und mobiles Lesegerät

iPad (Foto: AlP)

Auch mit dem iPad setzt Apple auf den Medienvertrieb

Die Geräte, die Apple herausbringt, sind voll auf den Medien-Vertrieb durch Apple abgestimmt - sowohl mit dem iPad als auch mit dem iPhone hat man direkten Zugriff auf den Online-Shop und kann Musik, Filme und Programme mit den Geräten nutzen. Auch das neue iPhone4 geht weiter konsequent in diese Richtung: Apple hat vor allem das Display des neuen Handys überarbeitet. Die Größe des Gerätes ist geblieben; das Display zeigt aber vier mal soviele Bildpunkte wie beim Vorgängermodell an. Die Bilder sollen dadurch deutlich schärfer wirken; das menschliche Auge soll die einzelnen Pixel bei einem normalen Betrachtungsabstand nicht mehr auseinanderhalten können; das Handy-Display soll eher den Eindruck eines gedruckten Bildes vermitteln. Das iPhone könnte damit den weiteren Weg ebnen für das Handy als Plattform für Zeitungen, Zeitschriften und Bücher - eine Reihe von deutschen Verlagen hofft auf den Erfolg der Apple-Geräte, um sich einen neuen, erfolgreichen Vertriebsweg zu sichern.

HD-Videos mit dem Handy schneiden

Was die Hardware des neuen iPhone 4 angeht, so setzt Apple darauf, das Gerät mehr und mehr als Mini-Computer zu etablieren. In das Betriebssystem halten Funktionen Einzug, die bisher nur traditionellen PCs vorbehalten waren - zum Beispiel Multitasking, mit dem sich mehrere Programme gleichzeitig ausführen lassen. Zudem hat Apple die Kamera des Gerätes überarbeitet. Diese nimmt Fotos jetzt mit einer Auflösung von 5 Megapixeln auf und ist damit auf der Höhe der Zeit. Highlight ist die Möglichkeit, hochauflösende Videos zu drehen und diese gleich auf dem Gerät zu schneiden - auch das Funktionen, die bisher nur teuren Videokameras oder PCs vorbehalten waren.

Apple und die Zyklen der Handy-Industrie

Dass Apple das "iPhone 4" zum jetzigen Zeitpunkt herausbringt, ist kein Zufall. Die meisten iPhone-Geräte werden mit Ein- oder Zwei-Jahres-Verträgen verkauft - die letzte Überarbeitung des iPhones liegt gut ein Jahr zurück; es gibt also im Moment viele Besitzer eines iPhones, deren Vertrag in Kürze ausläuft und die nun mit einem neuen Gerät erneut geködert werden sollen. Das scheint Apple sogar zu gelingen, zumal die Konkurrenz in wichtigen Bereichen deutlich hinterherhängt.

Google kämpft mit Schwierigkeiten

Google Hauptsitz in Kalifornien (Foto: AP)

Apples schärfster Konkurrent: Google

Stärkster Konkurrent von Apple ist Google. Der Konzern hat ein eigenes Handy-Betriebssystem mit Namen Android herausgebracht. Google allerdings überlässt den Bau der Geräte größtenteils Drittherstellern, denen man das Betriebssystem kostenlos zur Verfügung stellt. Der Marktanteil von Android ist kräftig gewachsen, allerdings gibt es Probleme, mit denen Google selbst wohl nicht gerechnet hat: Es gibt ganz unterschiedliche Versionen von Android, die auch unterschiedlich leistungsstark sind. Welche Version in ein Handy eingebaut wird - und ob es regelmäßige Updates gibt - hängt vom jeweiligen Geräte-Hersteller ab. Manche Hersteller laufen hier der Entwicklung hinterher. So kann es passieren, dass man ein neues Android-Handy kauft, das sich von der Software aber auf einem veralteten Stand befindet. Da Apple die Handys selbst herstellt und vertreibt, gibt es das Problem dort nicht.

Kritik an Apples "Zensur-Politik" wird lauter

Unterdessen wird auch an Apple die Kritik lauter. Sie bezieht sich vor allem auf die Türsteher-Funktion des Konzerns: Nur Apple bestimmt, welche Inhalte auf iPhone und iPad dürfen. Die deutsche Zeitschrift "Stern" und die Macher der "Bild"-Zeitung haben das bereits erfahren. In deren Publikationen gibt es traditionell leichtbekleidete Mädchen zu sehen - Apple hat die Verlage gezwungen, diese Bilder zu entschärfen, bzw. die entscheidenden Stellen auf den Fotos zu überdecken. Apple legt für seinen Online-Shop vor allem US-amerikanische Moralvorstellungen an, die nicht jeder weltweit nachvollziehen kann. Wie Apple sich künftig in diesen Fragen verhalten wird, dürfte für die Zukunft des Konzerns mitentscheidend sein - vielleicht noch stärker als die genauen Daten der Geräte, die man künftig auf den Markt bringen wird.

Autor: Jörg Brunsmann

Redaktion: Monika Lohmüller

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