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Wissen & Umwelt

Das Internet öffnet sich weiteren Sprachen

Erstmals wird es ab dem kommenden Jahr auch Internet-Adressen mit chinesischen, hebräischen oder arabischen Schriftzeichen geben. Das ist eine der größten Veränderungen seit Beginn des Internets vor 40 Jahren.

Domain-Namen auch in chinesischer Schrift (Foto: picture alliance/dpa)

Das sei "der Beginn eines historischen Wandels im Internet", sagte Peter Dengate Thrush von der Internationalen Internetverwaltung ICANN: Am Freitag (30.10.2009) hat die ICANN in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul beschlossen, dass es ab dem kommenden Jahr auch Internet-Adressen ohne lateinische Buchstaben geben soll. Dies war bislang grundsätzlich nicht möglich, obwohl nach Angaben von ICANN mehr als die Hälfte der 1,6 Milliarden Internetnutzer aus Ländern stammen, die keine lateinischen Schriftzeichen benutzen.

".cn" bald auch in chinesischen Lettern

Besonders in den beiden boomenden und bevölkerungsreichen Ländern China und Indien wird das Internet immer wichtiger, aber auch im Iran oder in arabischen Staaten surfen immer mehr Menschen im Netz. Für sie wird die Reform eine große Veränderung bringen. Denn künftig wird es möglich sein, komplette Internet-Adressen mit chinesischen, persischen, arabischen oder Schriftzeichen auf Hindi zu registrieren. Die gilt sowohl für die Adresse selbst, als auch für die Zeichen nach dem Punkt wie ".com" oder ".de" für Deutschland. Das bisherige Internetkürzel ".cn" für China könnte dann erstmals durch chinesische Schriftzeichen ersetzt werden.

Internetcafé in China (Foto: AP)

1,6 Milliarden Menschen nutzen das Internet: mehr als die Hälfte von ihnen benutzt keine lateinischen Schriftzeichen

Künftig wird im Internet doppelt gedolmetscht

Der Einführung von internationalen Adressen seien jahrelange Arbeit und Forschung der ICANN - die Abkürzung steht für "Internet Corporation für Assigned Names and Numbers" - vorausgegangen. Denn die Änderungen sind technisch hoch kompliziert. Es musste ein neues Transkriptionssystem entwickelt werden, das alle Schriftzeichen aus den verschiedenen Sprachen wieder in eine einheitlich organisierte IP-Adresse übersetzt. Dieses so genannte "Internet Protocoll" (IP) kennt keine Schriftzeichen mehr, sondern allein eine Abfolge von drei bis vierstelligen Ziffern, die mit einem Punkt voneinander getrennt sind.

Bisher war das Wörterbuch dieser "Dolmetscher" auf den ASCII-Schriftsatz beschränkt. Dieser "American Standard Code for Information Interchange" aber enthält nur lateinische Schriftzeichen. Allein im universalen Schriftsatz Unicode sind alle Zeichen der Welt registriert. Also wird bei nicht-lateinischen Schriftzeichen künftig doppelt übersetzt: von Unicode in ASCII und anschließend in die IP-Adresse.

Die ersten Anträge auf Registrierungen nimmt ICANN ab dem 16. November an. Die ersten Adressen in Kyrillisch, Japanisch oder Hindi sollen dann ab Mitte 2010 frei geschaltet werden.

Autorin: Sarah Judith Hofmann (ap, afp)

Redaktion: Dirk Eckert

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