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Wissen & Umwelt

Das Handy weist den Fluchtweg

Hand hält Handy, im Hintergrund Betonwand mit Graffitti (Foto: dpa)

Ein modernes Mobiltelefon kann sehr viel mehr als nur Telefonverbindungen herstellen, fotografieren oder Musik abspielen. Handys verfügen heutzutage über Sensoren, die den genauen Standort ihres Benutzers und auch seine Bewegungen erfassen können und so in der Lage sind, via GPS Routenempfehlungen zu geben – genau so wie Navigationsgeräte im Auto. Eine internationale Gruppe von Forschern, die von der Universität Passau koordiniert wird, will nun versuchen, Handybesitzern diese Funktionen auch in Katastrophenfällen zunutze zu machen.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: In einem vollbesetzten Fußballstadion bricht ein Feuer aus. Menschen geraten in Panik und hasten kopflos auf die verschiedenen Ausgänge zu. Den Rettungsdiensten bietet sich ein unübersichtliches Bild, ihnen ist es nicht möglich, die Massenbewegungen aufzufangen, geschweige denn zu steuern. Hier setzt die neue Technik an: "Die Sensoren der Mobiltelefone sollen die Gefahren in solchen Situationen künftig 'erkennen', miteinander und mit Gebäudesensoren kommunizieren und ihren Besitzern mitteilen, auf welchem Weg sie das Stadion am schnellsten und sichersten verlassen können", beschreibt Professor Paul Lukowicz, Inhaber des Lehrstuhls für Informatik mit Schwerpunkt Eingebettete Systeme (ESL) an der Universität Passau, das Ziel seiner Arbeit.

Möglicherweise, so Lukowicz, hätte ein solches System beim Tsunami in Thailand im Jahr 2004 Menschenleben retten können: "Viele Menschen standen staunend am Meer, als sie die Welle haben kommen sehen und haben das Mobiltelefon gezückt, um Fotos zu machen. Über das Mobiltelefon hätte man auch die Botschaft 'Sofort den Strand verlassen!' senden können."

"SOCIONICAL" heißt das Projekt, an dem insgesamt 14 Partner beteiligt sind. Neben Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Deutschland sind auch Institute aus Großbritannien, Holland, Österreich, Polen und der Schweiz - darunter renommierte Einrichtungen wie die ETH Zürich oder die London School of Economics – beteiligt. Zudem gibt es mehrere Industriepartner aus Israel, Italien und Spanien.

Autor: Andreas Ziemons (mit idw)
Redaktion: Judith Hartl

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