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Staunen und Wundern

Das gute Gift der Kegelschnecke

Kegelschnecken besitzen stark wirksame Nervengifte. Manche Arten sind sogar so giftig, dass sie Menschen töten können. Dieses Gift wollen Forscher nutzen: Als selektiv wirkendes Schmerzmittel.

Eien Kegelschnecke (Bild: reuters)

Kegelschnecke

Schnecken gelten vielen als lästig. Kein Wunder, fressen Sie doch Salat und Zierblumen im Garten auf. Langsam und schleimig sind sie außerdem. Und manche sogar hochgiftig! Aber für viele Schmerzpatienten, wie Krebskranke, könnte das Gift der marinen Kegelschnecke Linderung bringen - ein Gift namens μ-PIIIA, das entgegen bisheriger Annahmen in verschiedenen Formen vorkommt.

Diese Toxine wirken "sehr spezifisch und sehr selektv", sagt Prof. Diana Imhof, vom pharmazeitischen Institut der Universität Bonn. Das bedeutet, ein Schmerzmedikament, das aus diesem Schneckengift gewonnen würde, könnte gezielter und mit weniger Nebenwirkungen eingesetzt werden als die bisher üblichen.

Das sei auf den Umstand zurückzuführen, so Imhof, "dass die Toxine insbesondere an Ionenkanälen und mitunter auch an verschiedenen Rezeptoren wirken." Diese Ionenkanäle kommen in unserem Körper in verschiedenen Formen vor, erklärt sie. "μ-PIIIA schaltet immer nur eine ganz bestimmte Art der Ionenkanäle aus."

Die Conus purpurascens, so der wissenschaftliche Name der Kegelschnecke, wartet im Meeresschlamm versteckt auf ihre Opfer - Fische, die sie mit einem Harpunenschuss aus ihrer Raspelzunge lähmt und dann im Schneckentempo verspeist.