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Top-Thema – Podcast

Das Grundgesetz als Maßstab für deutsche Muslime

Die erste deutsche Islam-Konferenz ist ein Wendepunkt im Umgang mit dem Islam in Deutschland. Allerdings bleibt das Grundproblem bestehen: Wer hat die Autorität, alle Muslime zu vertreten?

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Vertreter der Muslime bei Papst Benedikt XVI

Auch wenn die erste deutsche Islam-Konferenz der Bundesregierung eher einen symbolischen Charakter hat, markiert das Treffen einen Wendepunkt im Umgang der staatlichen Organe mit dem real existierenden Islam in Deutschland. Denn der Staat redet endlich mit Muslimen und nicht nur über sie. Der Dialog zwischen dem Staat und den Vertretern des Islam soll die gegenseitige Wahrnehmung und Zusammenarbeit in den kommenden zwei bis drei Jahren auf neue Grundlagen stellen. Die zentrale Frage dabei: Wie kann das Verhältnis von Muslimen zum Staat geregelt werden?

Dass es den "organisierten Islam", also eine offizielle Vertretung aller in Deutschland lebenden Muslime, nicht gibt, erfuhr die deutsche Öffentlichkeit als die Appelle an die Muslime nach jedem verübten oder vereitelten Terroranschlag lauter wurden: Sie sollen sich in unmissverständlicher Form vom Terror im Namen ihrer Religion distanzieren, hieß es - aber wer waren diese "sie"?. Denn die etwa 3,5 Millionen Muslime in Deutschland sind kein homogener Block: Es exstieren mehr als 70 muslimische Verbände und 2500 Moscheegemeinden im gesamten Bundesgebiet. Der Streit um die Frage, wer zur Islam-Konferenz eingeladen wurde, verdeutlichte diese Tatsache, zumal die eingeladenen Organisationen nicht einmal 15 Prozent der hier lebenden Muslime vertreten.

Neben einer Kultur der Anerkennung, die die Leistungen der Deutschen mit muslimischem Hintergrund zu würdigen vermag, sollte man eine Gleichstellung des Islam mit dem Christentum und dem Judentum als langfristiges Ziel anstreben – Voraussetzung dafür wäre allerdings ein innerislamisch breiter Konsens über eine repräsentative Vertretung. Mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung als Basis.

GLOSSAR

Grundgesetz, das - die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland

Wendepunkt, der - hier: ein Zeitpunkt an dem eine wichtige Veränderung eintritt

Umgang, der - hier: wie jemand behandelt wird

Autorität, die - eine hohe, machtvolle Stellung

symbolisch - sinnbildlich

etwas markieren - etwas kennzeichnen

real - wirklich; tatsächlich

Dialog, der - ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen

Wahrnehmung, die - die Betrachtungsweise

Verhältnis, das - die Art der persönlichen Beziehung; die Stellung zueinander

Appell, der - der Aufruf

etwas vereiteln - wenn jemand verhindert, dass ein Anschlag, ein Plan, ein Fluchtversucht etc. erfolgreich durchgeführt wird

unmissverständlich - eindeutig; so, dass es jeder verstehen muss

sich von etwas distanzieren - erklären, dass man eine Äußerung oder eine Aktion nicht gut oder nicht richtig findet

homogen - gleich; einheitlich

jemanden oder etwas würdigen - jemanden oder etwas anerkennen und loben

jemand vermag etwas zu tun - jemand ist in der Lage etwas zu tun

Fragen zum Textverständnis

Weshalb markiert die erste deutsche Islam-Konferenz einen Wendepunkt im Umgang der staatlichen Organe mit dem Islam in Deutschland?

1. Weil der Staat mit Muslimen und nicht nur über sie redet

2. Weil der Staat endlich über Muslime spricht

3. Weil alle in Deutschland lebende Muslime von nun an ihren eigenen Präsidenten wählen können

Wie viele Muslime leben in Deutschland?

1. 5,3 Millionen

2. 80 Millionen

3. 3,5 Millionen

Die zentrale Frage der ersten Islam-Konferenz in Deutschland lautet:

1. Wie kann das Verhältnis von Muslimen zum Staat geregelt werden?

2. Wie können die Leistungen der in Deutschland lebenden Muslime honoriert werden?

3. Soll die Türkei ein gleichberechtigtes Mitglied der Europäischen Union werden?

Arbeitsauftrag

Integration oder Parallelgesellschaft - diskutieren Sie über das Zusammenleben der Menschen aus verschiedenen Kulturen in Deutschland. Erarbeiten Sie dann in Kleingruppen Vorschläge, wie ein tolerantes Miteinander der Kulturen realisiert werden kann. Präsentieren Sie Ihre Ideen anschließend vor der Klasse.



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