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Fußball

Das große Rechnen im Abstiegskampf

Wer steigt wie aus der Fußball-Bundesliga ab? Vor dem letzten Spieltag liegen die Nerven blank, zumindest bei den drei Teams, die noch die theoretische Chance haben, den Abstieg zu verhindern. Es darf gerechnet werden.

Die Augen auf dem Platz, die Ohren am Transistorradio - so war es zumindest früher einmal. Alle Jahre wieder am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison stehen die Fans im eigenen Stadion, schauen ihrer Mannschaft zu, lauschen aber gebannt dem Geschehen auf den Fußball-Plätzen der Konkurrenten und rechnen, rechnen, rechnen. Das hat sich auch im Zeitalter der Mobilfunkgeräte kaum geändert, nur, dass jetzt mehr gelesen als gehört wird.

Besonders emotional geht es dabei bei denjenigen zu, deren Mannschaft tief im Abstiegskampf hängt. In diesem Jahr muss oder darf noch bei drei Klubs gerechnet und gezittert werden: Der VfB Stuttgart, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt stemmen sich vehement gegen den Abstieg. Einer der drei Vereine wird Hannover 96 in die 2. Liga begleiten, einer geht noch in die Relegation.

Am schlechtesten sieht es für den Vorletzten Stuttgart aus. Der VfB muss beim VfL Wolfsburg antreten. Noch brisanter ist die Konstellation bei den beiden anderen Teams: Bremen und Frankfurt stehen sich im Abstiegsgipfel an der Weser direkt gegenüber. Welche Szenarien sind rechnerisch möglich?

Eintracht Frankfurt

Eintracht-Trainer Niko Kovac steht an der Seitenlinie (Foto: Getty Images/Bongarts/M. Volkmann)

Hält Trainer Niko Kovac die Eintracht in der Liga?

Die Hessen rangieren mit 36 Punkten auf Platz 15, weisen ein Torverhältnis von 34:51 und damit eine Tordifferenz von -17 Treffen auf. Mit einem Unentschieden oder einem Sieg in Bremen bleibt Frankfurt erstklassig.

Eine Niederlage bedeutet für die Eintracht wohl die Teilnahme an der Relegation gegen den Dritten der 2. Liga, den 1. FC Nürnberg. Doch auch der direkte Abstieg ist theoretisch noch möglich. Wenn Frankfurt so klar verliert und der VfB Stuttgart in Wolfsburg so deutlich gewinnen sollte, dass der Vorsprung von drei Punkten und sechs Toren auf die Stuttgarter doch noch schmilzt. Verliert die Eintracht beispielsweise mit 0:3 und gewinnt Stuttgart mit 3:0, wäre Frankfurt abgestiegen und der VfB in der Relegation.

Werder Bremen

Der Tabellensechzehnte hat 35 Punkte, ein Torverhältnis von 49:65 und eine Tordifferenz von -16 Treffern. Ohne Frage sind die Bremer mit einem Sieg im direkten Duell mit Frankfurt gerettet.

Bei einem Remis muss Werder vermutlich in die Relegation. Der direkte Abstieg ist dann realistisch kaum noch möglich: Dafür müsste der VfB Stuttgart in Wolfsburg mit sieben Toren Differenz gewinnen.

Kassieren die Bremer allerdings eine Heimniederlage gegen Frankfurt und Stuttgart gewinnt gleichzeitig in Wolfsburg, steigt Werder direkt ab und der VfB spielt in der Relegation.

VfB Stuttgart

Mit 33 Punkten, einem Torverhältnis von 49:72 und -23 Toren rangieren die Schwaben auf dem 17. und damit vorletzten Platz. Bei einem Remis oder einer Niederlage in Wolfsburg ist der Abstieg des VfB besiegelt.

Die Mannschaft des VfB Stuttgart steht im Kreis und beschwört den Zusammenhalt (Foto: picture alliance/dpa/R. Rudel)

Ist der Zusammenhalt beim VfB Stuttgart groß genug, um den Gang in die Zweitklassigkeit zu verhindern?

Bei einem eigenen Sieg und einem Frankfurter Erfolg in Bremen retten sich die Stuttgarter auf Platz 16 und damit in die Relegation. Bei einem eigenen Sieg und einem Bremer Erfolg gegen Frankfurt müssten beide Ergebnisse so deutlich ausfallen, dass der VfB bei der Tordifferenz seinen Rückstand von sechs Treffern auf die Eintracht aufholt. Und bei einem eigenen Sieg und einem Remis zwischen Bremen und Frankfurt ist die Relegation realistisch kaum noch möglich: Dafür müsste der VfB in Wolfsburg mit sieben Toren Differenz gewinnen.

Und um der ganzen Rechnerei noch die Krone aufzusetzen: Fällt das Remis zwischen Bremen und Frankfurt 7:7 oder höher aus, müsste der VfB mit acht Toren Differenz gewinnen. Gewinnt Stuttgart also zum Beispiel mit 8:0, erreichen die Schwaben in jedem Fall den Relegationsplatz.

Die Gefahr, während der 90 Minuten den Überblick zu verlieren ist groß. Und da das Zeitalter der guten alten Transistorgeräte nun einmal vorbei ist, werden es die Live-Tabellen auf den Mobilfunkgeräten sicher richten.

ck/asz (dpa)

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